27. September 2020 / 18:10 Uhr

Grizzlys-Ass Furchner: Riesenfreude beim Test, doch die Angst um die Saison bleibt

Grizzlys-Ass Furchner: Riesenfreude beim Test, doch die Angst um die Saison bleibt

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sebastian Furchner von den Grizzlys Wolfsburg während der Actionaufnahmen am 28.10.2018 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von City-Press GbR)
Hatte Freude beim Test: Doch Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner sorgt sich weiter um die Saison. © City-Press / Grizzlys Wolfsburg
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Die Grizzlys Wolfsburg haben endlich wieder Eishockey gespielt. Das 6:1 in Crimmitschau am Freitag war zwar nur ein Test. Und dennoch besonders. Der Start der DEL hängt aber weiter am seidenen Faden, auch wenn Liga-Chef Gernot Tripcke jetzt sagte: "Wir werden die Saison nicht absagen."

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"Wir wollen auf jeden Fall wieder spielen. Und wir werden die Saison nicht absagen. Das sind wir den Fans, Partnern, Spielern, dem Nachwuchs und der Nationalmannschaft schuldig", sagte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der DEL, in der 14 Spielbetriebs-GmbHs das deutsche Eishockey-Oberhaus bilden, im Interview mit dem Spiegel. Die DEL hat mit einer Art Ultimatum an die Politik auf sich aufmerksam gemacht. 20 Prozent Kapazitätsauslastung sind momentan in den DEL-Arenen zugelassen. Kommt von der Politik am 2. Oktober kein anderes Signal, wird der schon einmal verlegte Saisonstart (13. November) wohl erneut verschoben.

Sebastian Furchner, Kapitän der Grizzlys Wolfsburg, fände das fatal: "Das würde bedeuten, wieder in Kurzarbeit zu gehen. Die Vorbereitung wäre umsonst gewesen." An einigen Standorten hat sie bislang allerdings kaum begonnen. Was auch daran liegt, dass Wolfsburg, München und wohl auch Bremerhaven in jedem Fall bereit sind zu spielen. Tripcke sagt, es wird gespielt, Furchner meint: "Da würde ich ihn gerne drauf festnageln." Die Ungewissheit nagt. Er gibt zu: "Natürlich hat man Angst." Angst um die Zukunft.

Bilder vom Eishockey-Vorbereitungsspiel ETC Crimmitschau - Grizzlys Wolfsbug

Eispiraten Crimmitschau gegen  Grizzlys Wolfsburg. Zur Galerie
Eispiraten Crimmitschau gegen Grizzlys Wolfsburg. © Andreas Kretschel

Möglichkeiten, eine Saison hinzukriegen, gibt es einige. Möglicherweise wird sogar die WM verschoben oder fällt aus. "Damit sollte man sich befassen", meint auch Furchner. Wichtiger seien die nationalen Ligen." Brechen die zusammen, sind die Folgen unabsehbar. Der Kapitän erneuert deshalb auch seine Forderung: "Wir müssen ins spielen kommen. Und wenn es am Ende Geisterspiele sind."

In Crimmitschau war es "das schönste Vorbereitungsspiel, das ich je gemacht habe", meinte das Liga-Urgestein (über 1000 Spiele). "Von der ganzen Atmosphäre her hat man gemerkt, dass es etwas Besonderes ist." 1500 Fans waren zugelassen. Furchner: "Man hat natürlich mal hochgeschaut, wie die sich verhalten, ob die die Maske tragen. Sie haben sich an die Regeln gehalten, Stimmung war dennoch. Es war schön. Deshalb sind wir nach der Partie auch noch eine Runde vor den Fans gelaufen, um uns zu bedanken." Er fügte hinzu: "Für vier, fünf Stunden mal nur ans Spiel denken, das war schon klasse - und für die Fans für eine Weile sicher auch." Sein Wink an die Politik: "Das ist doch auch eine Aufgabe der Sport und Kultur, die Leute rauszuholen aus dem Alltag in dieser schwierigen Zeit."