24. Februar 2021 / 14:22 Uhr

Grizzlys-Coach Pat Cortina: Darum zählt er bei der Wolfsburger Siegesserie nicht mit

Grizzlys-Coach Pat Cortina: Darum zählt er bei der Wolfsburger Siegesserie nicht mit

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
(L-R) Jordan Boucher, Spencer Machacek, Julian Melchiori, Garrett Festerling,Anthony Rech, Sebastian Furchner, Steven Raabe und Gerrit Fauser von den Grizzlys Wolfsburg feiern den Auswärtssieg nach dem Spiel zwischen den Eisbären Berlin gegen den Grizzlys Wolfsburg am 23.02.2021 in Berlin, Deutschland. (Foto von Marco Leipold/City-Press GmbH)
Sieht Serien mit gemsichten Gefühlen: Coach Pat Cortina freut sich, dass seine Grizzlys in Berlin Erfolg Nummer 7 in Folge feierten. Der Länge einer Serie misst er für sich persönlich aus leidvoller Erfahrung aber keine Bedeutung mehr bei. © City-Press / Grizzlys Wolfsburg
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Ein Alptraum mit Asagio, eine unglaubliche Siegesserie ohne Krönung! Deshalb sieht Pat Cortina, der Trainer des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg, die Sieben-Siege-Serie, die am Dienstag mit dem 3:2 auch bei Favorit Eisbären Berlin in der DEL hielt, zwar mit Vergnügen - aber: er selbst zählt nicht mit. 

Die Serientäter schlugen wieder zu. Mit dem 3:2 n. P. bei den Eisbären Berlin landeten die Grizzlys Wolfsburg Sieg Nummer 7 in Folge, stoppten die Heimserie der Berliner (acht Spiele, acht Erfolge), die zugleich damit bislang alle drei bisherigen Saisonpartien gegen die Grizzlys verloren haben. Coach Pat Cortina hat sich damit an den langjährigen Wolfsburger Trainer Pavel Gross herangearbeitet, der mit den Grizzlys zweimal neun Siege am Stück geholt hatte. Wolfsburgs Coach freut sich, dass seine Mannschaft mit den Erfolgen Punkte sammelt, ihn persönlich berührt die Serie als solche aber nicht so sehr. Er erklärt: "Ich zähle nicht mit und dafür gibt es auch einen guten Grund. Es war in Italien 1999/2000..."

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Asagio unschlagbar - dann kam Bozen im Finale

Da war Cortina ein junger Coach bei Asagio Hockey in Italien. Es war seine erste Station als Klubtrainer. Der damals 35-Jährige erinnert sich: "Wir gewannen das erste Saisonspiel, verloren das zweite. Danach haben wir jedes Spiel gewonnen." Dann fügt er hinzu - und man spürt, dass ihn das auch heute noch berührt: "Dann haben wir das erste Spiel der Final-Serie verloren - und die Best-Of-Five-Serie auch."

Was beweist: Was nützt die schönste Serie, wenn sie im falschen Moment endet? Nur vier Spiele verlor Asagio in jener Spielzeit, bei sage und schreibe 40 Saisonerfolgen; bei 38 Siegen in Folge samt der 3:0-Sweeps in den Viertelfinal- und Halbfinal-Play-Offs. Dann begann die Finalserie, die Siegesserie endete, Asagio gewann zwar noch ein Spiel, verlor aber die Serie. Am Ende triumphierte damals der italienische Rekordmeister HC Bozen unter seinem in Deutschland nicht unbekannten Trainer Bernd Haake (unter anderem mal Co-Trainer in Köln und Iserlohn).

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Natürlich macht die Serie Cortina froh, aber er weiß auch: "Es gibt immer Zyklen. Es kommt jetzt darauf an, das Hoch möglichst lange zu halten - und dann, wenn es kommt, die Phase des Tiefs möglichst schnell zu beenden."

Was Serien angeht - Serge Aubin, Berlins Trainer, muss auf ein kleines Jubiläum warten. Gegen Wolfsburg bekommt er es nicht. Theoretisch hätte er gegen die Grizzlys am kommenden Montag seinen 100. DEL-Sieg landen können. Das verbauten ihm Chet Pickard, Sebastian Furchner, Max Görtz und Co. am Dienstag. Im besten Falle landen die Berliner am Montag Sieg Nummer 99 unter ihrem Coach. Wenn die Grizzlys den Eisbären nicht erneut den Zahn ziehen. Dem Wolfsburger Trainer ist derweil am Montag sein kleines Jubiläum nicht zu nehmen - egal, wie es ausgeht - er wird sein 350. Spiel in der DEL coachen.