20. April 2021 / 22:53 Uhr

Führung hält nicht: Grizzlys verlieren zum Play-Off-Start mit 2:4

Führung hält nicht: Grizzlys verlieren zum Play-Off-Start mit 2:4

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gestoppt: Sebastian Furchner und die Grizzlys Wolfsburg mussten sich am Dienstagabend in Bremerhaven geschlagen geben.
Ausgebremst: Sebastian Furchner (im 150. DEL-Play-Off-Einsatz) und die Grizzlys unterlagen nach starkem Beginn und zweimaliger Führung beim Play-Off-Auftakt in Bremerhaven mit 2:4. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Am Donnerstag kann die Saison im Eishockey-Oberhaus für die Grizzlys Wolfsburg schon beendet sein. Im ersten Viertelfinal-Play-Off-Duell setzte es eine 2:4-Niederlage bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven.

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Play-Offs, das bedeutet: Irgendwann kommt die Partie, in der es heißt: "Do or die" - siegen oder fliegen. In den Play-Offs 2021 gibt es diese Situation extrem früh. Aufgrund der verkürzten Play-Offs schon im zweiten Spiel. Unter diesem Druck stehen nun am Donnerstag (19.30 Uhr) in der Wolfsburger Eis-Arena die Grizzlys Wolfsburg. Mit 2:4 (1:0, 1:1, 0:3) unterlagen sie beim Viertelfinal-Auftakt am Dienstag bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven. Spencer Machacek und Gerrit Fauser hatten die Grizzlys zweimal in Führung gebracht, Bremerhaven bog ganz spät auf die Siegerstraße ein.

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Personal

Beide Teams hatten im Vergleich zu ihren letzten Hauptrundenspielen mehr Personal an Bord. Bei den Grizzlys waren Pekka Jormakka und Valentin Busch wieder fit. Jormakka nahm seinen angestammten Platz neben Center Garrett Festerling und Gerrit Fauser wieder ein, Busch ergänzte die vierte Reihe. Steven Raabe rückte dadurch als siebter Verteidiger in die Abwehr. Center in der vierten Reihe spielte Phil Hungerecker.

Bei den Gastgebern komplettierte Jan Urbas wieder die Fischtown-Top-Formation mit Ziga Jeglic und Miha Verlic, auch der erfahrene Stürmer Tye McGinn war wieder fit.



Wolfsburg erwischte einen guten Start, war wach, beweglich und gut eingestellt. Bremerhaven fand erst einmal kaum Wege, geordnet durch die neutrale Zone zu kommen. Umgekehrt spielte sich das Team von Trainer Pat Cortina immer wieder durch, beschäftigte die Pinguins in deren Zone - und ging verdient in Führung: Machacek wand sich von links durch Richtung Slot, überlistete Brandon Maxwell im Bremerhavener Kasten durch die Schoner.

Kurz danach passte Maxwell besser auf, als Machacek wieder gefährlich vor ihm auftauchte. Auch Julian Melchioris Nachschuss kam nicht durch. Bremerhaven wurde dann etwas gefährlicher, Dustin Strahlmeier war einmal stark auf dem Posten, als ein abgefälschter Schuss von Stanislav Dietz durchkam. Die Gastgeber hatten dann noch ein Powerplay. Die Grizzlys ließen nichts zu.

Im zweiten Drittel war Bremerhaven stärker. Sofort. In der 24. Minute hatten die Grizzlys noch Glück, Verlic traf den linken Pfosten, der Puck rutschte die Linie entlang und auf der anderen Seite wieder vors Tor. Kurz danach war es dann doch passiert: Strahlmeiers Versuch, die Scheibe schnell weiterzuleiten, missglückte. Den Nachschuss hielt er, Järvinen bekam die Scheibe auch nicht raus, aus dem Hinterhalt McGinn - drin.

Nach dem 1:1 hatten die Pinguins Oberwasser, waren kampfstark, Wolfsburg gewährte zu viel Raum vor dem eigenen Tor, Carson McMillan verfehlte die Scheibe, sonst hätte es zur Hälfte des Spiels 2:1 gestanden. Doch es kam das 1:2! Bremerhaven hatte zwar das beste Powerplay in der Hauptrunde, die Grizzlys allerdings haben auch ein gutes. Und sie nutzten die erste Gelegenheit. Geduldig spielten sie es aus, Mathis Olimb fand Festerling, der legte noch schnell auf Fauser ab, Wolfsburg wieder vorn. Fauser wusste aber in der zweiten Pause: "Im zweiten Drittel haben wir es nicht so gut gemacht wie im ersten." Die Grizzlys hatten sogar noch einmal Glück, Bremerhaven traf erneut den Pfosten.

DEL-Play-Offs - Spiel 1: Fischtown Pinguins Bremerhaven - Grizzlys Wolfsburg.

DEL-Play-Offs - Spiel 1: Fischtown Pinguins Bremerhaven - Grizzlys Wolfsburg. Zur Galerie
DEL-Play-Offs - Spiel 1: Fischtown Pinguins Bremerhaven - Grizzlys Wolfsburg. © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH

Wolfsburg hatte sich im zweiten Drittel zu oft zurückdrängen lassen, erarbeitete sich im Schlussabschnitt wieder mehr Spielanteile. Und prompt auch wieder die besseren Chancen. Schade: Toto Rech und Valentin Busch wurden kurz nacheinander jeweils im letzten Moment gestört. Die Gäste wirkten etwas reifer, spielten die Zeit runter. Aber: Eine Ein-Tore-Führung ist nichts im Eishockey. Und sie ging verloren.

Bremerhaven bekam ein Powerplay, Festerling scheiterte beim Konter in Unterzahl allein vor Maxwell, mit dem Ablauf der Strafe glich Uher zum 2:2 aus. Bremerhaven drängte danach auf den Sieg und belohnte sich: Die Top-Reihe um Jan Urbas machte das 3:2. Die Grizzlys nahmen eine Auszeit und dann sofort Strahlmeier für einen sechsten Feldspieler raus. Sekunden später fiel die endgültige Entscheidung zum 4:2.

Grizzlys-Coach Pat Cortina: "Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt, im zweiten unser Spiel verloren, das ist ganz gefährlich gegen eine Super-Mannschaft wie Bremerhaven. Bremerhaven hat den Kampfgeist hochgeschraubt, wir haben gewartet." Zum nächsten Duell meinte er: "Hoffentlich können wir dann drei Drittel wie unser erstes heute spielen."

Weitere Ergebnisse

Bremerhaven gelang in den vier Viertelfinals damit als einzigem Team ein Heim-Sieg. Außerdem: Mannheim - Straubing 2:3 n. V., Berlin - Iserlohn 3:4, München - Ingolstadt 1:4.

Fischtown Pinguins: Maxwell - Eminger, Dietz; Krogsgaard, Moore; Fortunus, Alber; Gläser - Verlic, Jeglic, Urbas; McGinn, Friesen, Uher; Mauermann, McMillan, Andersen; Reisnecker, Wahl, Hilbrich.

Grizzlys: Strahlmeier – Likens, Melchiori; Bittner, Möser; Bruggisser, Wurm; Raabe – Görtz, Järvinen, Furchner; Fauser, Festerling, Jormakka; Machacek, Olimb, Rech; Adam, Hungerecker, Busch.

Schiedsrichter: Rohatsch/Steingroß. Zuschauer: keine. Strafminuten: Bremerhaven 4 / Wolfsburg 4.

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Tore: 0:1 (6:02) Machacek (Olimb/Rech), 1:1 (24:38) McGinn, 1:2 (35:01) Fauser (Festerling/Olimb - 5:4), 2:2 (55:07) Uher (McGinn - 5:4), 3:2 (58:57) Urbas (Jeglic/Eminger), 4:2 (59:04) Uher (Fortunus/Moore).

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