11. Februar 2020 / 19:02 Uhr

Grizzlys: Mit Höhenleitner geht "eine Riesensäule"

Grizzlys: Mit Höhenleitner geht "eine Riesensäule"

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Nach 13 Jahren in Wolfsburg ist Schluss: Grizzlys-Urgestein Christoph Höhenleitner hört nach der laufenden Saison auf.
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Der dienstälteste Grizzly nimmt seinen Hut: Nach der laufenden Saison ist für Christoph Höhenleitner bei den Wolfsburger Eishockey-Profis Schluss - nach satten 13 Jahren im Dress der Grizzlys. Eine Entscheidung, die dem 36-Jährigen nicht leicht gefallen ist.

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Die Grizzlys ohne "Höhi" - das wird ein Bild werden, an das es sich erst zu gewöhnen gilt. "Ich weiß schon ein bisschen länger von der Entscheidung. Wirklich realisieren werde ich sie aber wohl erst, wenn jemand anderes auf seinem Platz sitzt", sagt Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner. "In der Kabine sitzen wir uns gegenüber, im Bus hintereinander. Wir haben viele Schlachten zusammen geschlagen, lustige Dinge erlebt, Höhen und Tiefen - zum Glück mehr Höhen."

Im Sommer 2007 war der gebürtige Dachauer vom ERC Ingolstadt nach Wolfsburg gewechselt. Nun, 13 Jahre später, ist Schluss für Höhenleitner. "Das war keine leichte Entscheidung", sagt der Linksschütze wehmütig. Zusammen mit seiner Familie habe er sich viele Gedanken gemacht, auch mit Furchner hat er gesprochen. Der Grizzlys-Kapitän ist ein Jahr älter, war in einer ähnlichen Situation: Auch Furchners Vertrag lief nur bis zum Saisonende, der 37-Jährige verlängerte aber im Dezember. "Wir hatten uns zwei, drei Monate immer wieder mal darüber unterhalten", erklärt Furchner. "Die Entscheidung ist in ihm gereift, bei mir eben andersherum."

Ein Routinier bleibt, einer hört auf - "Anfang Dezember bin ich dann zu unserem Manager Charly Fliegauf gegangen. Vorher hatte ich schon mit Geschäftsführer Rainer Schumacher gesprochen, wie es in der Zukunft aussehen könnte", berichtet Höhenleitner. Die eigene Gesundheit sei ein wesentlicher Faktor für die Entscheidung gewesen, "nach den vielen Jahren merke ich schon, dass mein Körper mehr Auszeiten benötigt".

Aber: Höhi bleibt den Grizzlys erhalten. Nämlich als Trainer der Young Grizzlys. "Bei der U9, wo mein Sohn spielt, bin ich ja schon manchmal dabei", so Höhenleitner, auf den nun ein ganz anderer Sommer zukommt: Keine Saisonvorbereitung, keine Testspiele - aber auch keine Langeweile. "Ich liebe Fußball und Tennis, dafür werde ich mehr Zeit haben."

Seit 2007 mit viel Einsatz dabei: Grizzlys-Urgestein Christoph Höhenleitner. Zur Galerie
Seit 2007 mit viel Einsatz dabei: Grizzlys-Urgestein Christoph Höhenleitner. ©
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Den Grizzlys wird aber ein Leader fehlen. Und eine echte Allzweckwaffe: Höhenleitner kann im Angriff und in der Defensive spielen, hat dies in der laufenden Saison wieder einmal unter Beweis gestellt. "Höhi ist eine Riesensäule. Ich bin schon ein bisschen geschockt, weil sein Rücktritt eine Lücke hinterlassen wird, aber wenn man so lange zusammen spielt, ist auch klar, dass irgendwann jemand aufhört", sagt Gerrit Fauser, seit 2013 Höhenleitners Teamkollege. Dass Höhi in der Organisation bleiben wird, freut den 30-Jährigen: "Er ist super umgänglich, und es ist richtig toll, wie er mit den Kids umgeht. Das habe ich ein paar Mal beobachtet." Zudem glaubt Fauser: "Die Perspektive hat die Entscheidung vielleicht leichter gemacht."

Teamkollege Brent Aubin, wie Fauser seit 2013 in Wolfsburg, freut vor allem eines: "Dass Höhi die Entscheidung treffen konnte." Sprich: Dass Höhenleitner selbst den Schlussstrich ziehen kann, ohne dass Verletzungen das Karriereende diktieren oder er keinen neuen Vertrag mehr bekommt. "Er ist ein großartiger Teamkollege und Spieler. Und ein guter Freund."

Einer, der für die Grizzlys-Philosophie stehe wie kaum ein anderer, so Furchner: "Höhi verkörpert genau das, was wir immer darstellen wollen: harte Arbeit. Es ist jeden Tag eine Ehre, mit ihm auf dem Eis zu stehen." Auch Fliegauf betont: "Ich persönlich schätze ihn sehr als Spieler und als Menschen, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt. Er hat sich bei uns zu einem sehr wertvollen Spieler entwickelt."

Sollte Höhenleitner in jedem der noch anstehenden Spiele zum Einsatz kommen, bestreitet er am 25. Februar im Gastspiel bei den Kölner Haien sein 800. DEL-Spiel, bis zum Ende der Hauptrunde könnte der Routinier auf 804 Einsätze kommen. "Das ist eine schöne Nebensache - es wäre aber auch nicht schlimm gewesen, wenn es am Ende 700 und ein paar Zerquetschte gewesen wären", sagt Höhenleitner. Noch ist der Kopf ohnehin im Wettkampf-Modus, "ich bin da sowieso nicht der sentimentale Typ. Es war noch nicht so, dass ich bei Auswärtsspielen dachte: Jetzt bin ich zum letzten Mal als Spieler in dieser Halle."

Das Ziel heißt Play-Offs - für Höhi selbst und auch für seine Teamkollegen. "Wir wollen, dass er noch möglichst viele Spiele machen kann", unterstreicht Fauser. Das sieht auch Aubin so: "Es muss in unseren Köpfen sein, die Top Sechs zu erreichen."

Grizzlys gegen Adler - Die Bilder des Spiels

Brent Aubin von den Grizzlys Wolfsburg feiert das Tor zum 1:1 während des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Adler Mannheim am 31.01.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH) Zur Galerie
Brent Aubin von den Grizzlys Wolfsburg feiert das Tor zum 1:1 während des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Adler Mannheim am 31.01.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH) ©
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