13. April 2021 / 22:43 Uhr

Grizzlys putzen München mit 5:1, verlieren mit Bittner aber erneut einen Spieler

Grizzlys putzen München mit 5:1, verlieren mit Bittner aber erneut einen Spieler

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sebastian Furchner und Phil Hungerecker von den Grizzlys Wolfsburg feiern das Tor zum 1:1 wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und dem EHC Red Bull MŸnchen am 13.04.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Jaaaaa! Phil Hungerecker brüllt die Freude raus, der Schuss von Phillip Bruggiser hat eingeschlagen. Mit diesem Treffer zum 1:1 gegen München drehten die Grizzlys die wichtige Partie und gewannen 5:1. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Noch zwei Spiele bis zu den Play-Offs in der DEL. Zwei Plätze sind in der Nordgruppe noch nicht vergeben. Niedersachsens Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg tat den nächsten Schritt, bezwang am Dienstag RB München mit 5:1. Aber: Mit Dominik Bittner schied erneut ein Spieler verletzt aus.

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Entschieden ist noch nichts im Kampf um die letzten beiden Nord-Plätze für die Play-Offs im Eishockey-Oberhaus. Doch die Grizzlys Wolfsburg festigten zwei Spieltage vor Schluss der Hauptrunde ihre Position unter den Top Vier, können weiterhin Dritter werden. Sie bezwangen den Süd-Zweiten RB München mit 5:1 (0:1, 2:0, 3:0) - Phillip Bruggisser, Max Görtz, Garrett Festerling und Toto Rech (2) trafen für die Gastgeber. Bitter aber: Dominik Bittner musste verletzt ins Krankenhaus.

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Personal

Die Grizzlys spielten erwartungsgemäß ohne Jan Nijenhuis, den am Vorabend Ingolstadts Colton Jobke schwer gecheckt hatte. Der Ingolstädter erhielt dafür am Dienstag drei Spiele Sperre. Nijenhuis konnte nach Angaben der Grizzlys das Krankenhaus am Dienstag verlassen. Zur Diagnose („Oberkörperverletzung“) und Ausfalldauer („vorerst“) gab sich der Klub zurückhaltend. Der Verdacht auf Gehirnerschütterung liegt nahe, das könnte das Saison-Aus für den Angreifer bedeuten. Steven Raabe, zuletzt meist Verteidiger mit wenig Eiszeit, bis zum Einstieg in den Herrenbereich aber Stürmer, übernahm den Platz von Nijenhuis.

Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und dem EHC Red Bull München am 13. April 2021

Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und dem EHC Red Bull München am 13. April 2021 Zur Galerie
Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und dem EHC Red Bull München am 13. April 2021 © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH

München kam mit neun Siegen im Rücken, hatte keinen Druck (Champions-League-Platz und Play-Off-Heimrecht sicher), gab direkt Gas. Wolfsburg hatte Druck (Verfolger Düsseldorf hatte zuvor 7:1 gewonnen und nach Punkten gleichgezogen) und immer wieder enorme Probleme, sich zu befreien, konnte ab und an aber vielversprechende Konter ansetzen.



Die beste Chance gab es im Powerplay: Pekka Jormakka traf im kurzen Eck genau das Stockende von Münchens Keeper Kevin Reich. Vor Dustin Strahlmeier wurde es öfter brenzlig, Andrew MacWilliam verzog, gegen Elias Lindner hielt Wolfsburgs Keeper stark. Bitter: Beim nächsten starken Konter wurde Matti Järvinen von Derek Roy gerade noch gehakt, das Powerplay brachte nichts ein. Kaum war es vorbei, traf MacWilliam zum 1:0 kurz vor der ersten Pause, verwertete einen hoch abgeprallten Puck - mit dem Schaft und genau dahinter gespreizter Hand. Nach Videobeweis zählte der Treffer.

Beide Teams hatten am Vorabend noch gespielt, München schien das erst einmal besser wegzustecken. Grizzlys-Verteidiger Janik Möser zur ersten Pause: "München hat mehr Druck gemacht, von uns muss mehr kommen." Jedoch mussten die Niedersachsen erst noch eine späte Unterzahl aus dem ersten Drittel abarbeiten. das schafften sie, mehr aber erst einmal auch nicht. Beim dritten eigenen Powerplay wurden sie nicht richtig zwingend, bewegten die Scheibe zu langsam. München machte das in Überzahl besser, wurde aber auch nicht gefährlich. Nur: Die Gäste führten und sie hatten weiter mehr vom Spiel.

Dann aber schlug die Stunde eines lange Verschmähten! Bruggisser, wegen defensiver Schwäche oft überzählig, seit einiger Zeit aber wieder drin und solide, tat, wofür er geholt worden war: hämmern. Der Däne gilt als Spieler mit dem härtesten Schlagschuss der Liga. Den packte er aus. Bullygewinn, Bumm - anders lässt sich das 1:1 kaum beschreiben, bei dem der Puck wie ein Strich neben dem Pfosten einschlug.

Kurz danach aber wurde es wieder bitter: Yasin Ehliz rammte Bittner eher unabsichtlich mit hohem Stock ins Gesicht. Er bekam vier Strafminuten, Bittner, ein Schlüsselspieler in Überzahl, aber wankte vorzeitig in die Kabine. In seinem 350. DEL-Spiel. Wenig später wurde er vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Dennoch. Die Grizzlys nutzten das Powerplay - Görtz traf nach Bruggisser-Zuspiel. Wolfsburg war jetzt heiß, Spencer Machacek zwang Reich zu einer Glanzparade.

Maximilian Adam, zuletzt regelmäßig Notstürmer, gegen München aber genau wie Raabe mit ganz wenig Eiszeit, verteidigte im Schlussabschnitt neben Möser. Das Team von Trainer Pat Cortina ließ sich vom Verletzungspech nicht schocken, hielt dagegen. Und dann nutzte der seit seinem Comeback vor einigen Partien wie aufgedreht spielende Festerling seine Konterchance und verlud Reich zum 3:1. München drängte danach, versuchte alles. Doch Rech zog den Gästen mit einem Doppelpack den letzten Zahn und schraubte das Ergebnis auf 5:1.

Festerling urteilte: "Wir mussten gewinnen und haben alles gegeben." Für die beiden angeschlagenen Mitspieler hoffte er: "Sie sind wichtig für uns. Ich hoffe sie sind okay und sie sind schnell wieder dabei. Jetzt müssen wir alles tun, uns zu regenerieren und dann wieder alles geben in Straubing. Wir brauchen die Punkte."

Der Hauptrunden-Endspurt bleibt spannend, Wolfsburg kämpft mit Iserlohn und der Düsseldorfer EG um die Plätze drei und vier. Die Trainerfrage wurde nicht zuletzt deshalb bei den Grizzlys hintenangestellt. Manager Charly Fliegauf bestätigte am Dienstag vor den Magenta-Kameras noch einmal: "Wir haben das vorschoben auf den Zeitpunkt, wenn die Saison vorbei ist. Es ist jetzt müßig darüber zu sprechen, auch Pat hat sicher eine Meinung zu der ganzen Geschichte, deshalb haben wir das vertagt. Ich glaube nicht, dass wir der einzige Klub sind, wo die Trainerfrage noch nicht geklärt ist."

Cortina sagte zum Spiel: "Wir waren vielleicht ein bisschen nervös. Im zweiten Drittel haben wir mehr Energie aufs Eis gebracht, mit mehr Kampfgeist gespielt und einen Weg gefunden, das Ergebnis zu ändern."

Statistik

Grizzlys: Strahlmeier – Likens, Melchiori; Bittner, Möser; Bruggisser, Wurm – Görtz, Järvinen, Furchner; Fauser, Festerling, Jormakka; Machacek, Olimb, Rech; Adam, Raabe, Hungerecker.

München: Reich - Boyle, Aulie; Prow, Abeltshauser; Redmond, Maione; MacWilliam - Mauer, Roy, Seidenberg; Peterka, Kastner, Ehliz; Parkes, Schütz, Bourque; Lindner, Eckl.

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Schiedsrichter: Hunnius/Rohatsch. Zuschauer: keine. Strafminuten: Grizzlys 6 / München 12.

Tore: 0:1 (19:29) MacWilliam (Parkes/Bourque), 1:1 (31:19) Bruggisser (Wurm/Hungerecker), 2:1 (33:23) Görtz (Bruggisser - 4:3), 3:1 (43:37) Festerling, 4:1 (54:54) Rech (Olimb/Machacek), 5:1 (59:11) Rech (Olimb - 5:6/ENG).

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