31. Januar 2020 / 21:45 Uhr

Grizzlys-Wahnsinn! Wolfsburg schlägt auch Top-Team Mannheim, Yzerman schaut zu

Grizzlys-Wahnsinn! Wolfsburg schlägt auch Top-Team Mannheim, Yzerman schaut zu

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der nächste Sieg: Chris Casto und die Grizzlys gewannen gegen Mannheim.
Der nächste Sieg: Chris Casto und die Grizzlys gewannen gegen Mannheim.
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Der nächste Sieg gegen einen der Großen der DEL: Die Grizzlys Wolfsburg gewannen am Freitagabend gegen die Adler Mannheim mit 4:2, Toto Rech erzielte das wichtige 3:2, Fabio Pfohl band den Sack Sekunden vor Schluss zu.

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Das ist eine Ansage im Kampf um einen Play-Off-Platz: Wolfsburgs Eishockey-Erstligist schlug mit den Adlern Mannheim am Freitag den zweiten Titelaspiranten binnen fünf Tagen, es war zugleich der vierte Sieg in Serie - die längste Erfolgsserie der Saison. Mannheim war vor 3300 Zuschauern in Führung gegangen, dann hatten Brent Aubin und Fabio Pfohl die Partie gedreht, ehe die Adler noch einmal ausglichen und Rech den Wahnsinn komplett machte.

Die Grizzlys spielten mit fast dem gleichen Aufgebot wie gegen München. Und es entwickelte sich ein ganz ähnliches Spiel. Wolfsburg sah sich beinahe erwartungsgemäß immer wieder unter Druck, versuchte spürbar, Fehler zu vermeiden und bei jeder Gelegenheit schnell umzuschalten. Das unterbanden die Gäste meist. Für sie hatte Ben Smith unter den Augen von NHL-Legende Steve Yzerman (Detroit Red Wings), die erste Chance, scheiterte an Felix Brückmann, was später auch noch Borna Rendulic passierte.

Die Grizzlys holten bei ihren Kontern zwei Überzahlspiele heraus, anders aber als gegen den Ersten München schlugen sie gegen den Zweiten kein Kapital draus. Insgesamt kamen die Grizzlys kaum ins Spiel, konnten die Scheibe kaum vorn halten, verloren sie öfter früh im Aufbau gegen die aggressiv forecheckenden Adler. Grizzlys-Center Fabio Pfohl meinte zur ersten Pause bei Magentasport: "Sie sind zu leicht bei uns ins Drittel gekommen."

Steve Yzerman (r.) in der Wolfsburger Eis-Arena.
Steve Yzerman (r.) in der Wolfsburger Eis-Arena. © Boris Baschin
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Das Spiel war hart, ohne unfair zu sein, die Checks waren auf beiden Seiten heftig, das Spiel war schnell - und chancenarm. Mannheim hatte auch im zweiten Abschnitt etwas mehr von der Partie, konnte die Niedersachsen aber weiterhin kaum ernsthaft in Not bringen. Die Grizzlys wurden etwas gefährlicher, Gerrit Fauser verpasste in Überzahl eine Hereingabe. Die Adler bissen sich in ihrer ersten Überzahl an den Gastgebern die Zähne aus, drehten dann aber kurz mächtig auf. Und die Scouts auf der Tribüne konnten sich ein Ausrufezeichen setze: Stützle verwandelte im Slot per Direktschuss zum 1:0 der Gäste. Vorausgegangen war ein Puckverlust von Spencer Machacek in der eigenen Zone.

Das Team von Trainer Pat Cortina blieb aber völlig unbeeindruckt. Direkt danach prüfte Chris Casto Adler-Keeper Dennis Endras, der Abpraller tropfte an die Latte. Wenig später war es dann soweit, einer der vielen Wolfsburger Konterversuche gelang - über Busch und Olimb wanderte die Scheibe zu Aubin - 1:1. Sein elftes Saisontor. Kurz vor der zweiten Sirene schoss der Rechtsaußen dann noch haarscharf vorbei.

Grizzlys gegen Adler - Die Bilder des Spiels

Brent Aubin von den Grizzlys Wolfsburg feiert das Tor zum 1:1 während des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Adler Mannheim am 31.01.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH) Zur Galerie
Brent Aubin von den Grizzlys Wolfsburg feiert das Tor zum 1:1 während des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Adler Mannheim am 31.01.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH) ©

Im Schlussdrittel hatte Stützle noch einen Auftritt: Garrett Festerling musste ihn auf Kosten einer Strafzeit legen, sonst hätte es wohl eingeschlagen. Zum Ende der Mannheimer Überzahl schoss Stützle, doch der zukünftige Adler-Keeper Brückmann parierte. Auf der anderen Seite hatte dann ein Spieler Showtime, der mal im NHL-Visier gestanden hatte: Pfohl. Wolfsburgs Center leitete selbst ein, dann ging es Tic-Tac-Toe über Fauser und Rech wieder zu Pfohl, der im Slot die Scheibe reintippte – 2:1. Es roch wieder nach Sensation, doch ein Steilpass fand Rendulic, der nutzte den Alleingang – 2:2. . Doch erneut war Wolfsburg nicht geschockt. Sondern schockte durch Rech den nächsten Titelaspiranten. Mannheim drückte dann noch in Überzahl, die Grizzlys hielten stand und trafen noch durch Pfohl ins leere Tor.

Das Ergebnis schmeckte dem langjährigen Wolfsburger Coach Pavel Gross gar nicht: Zehn Mal in Folge hatten seine Adler immer gepunktet, nun endete die Serie, Wolfsburg holte seine ersten Saison-Zähler gegen die Adler. Gross sauer mit Blick auf seine physisch starken Angreifer: „Unsere Stürmer müssen sich durchsetzen. Aber Wolfsburg hat auch gut verteidigt.“ Grizzlys-Coach Pat Cortina konnte mit Vergnügen sehen, dass sein Team offenbar die vielbeschworene Konstanz endlich hat. Erneut war es eine solide, konzentrierte Leistung. Cortina: „Wir waren mental stark, haben auf unsere Chancen gewartet und gegen eine der besten Mannschaften der Liga Kampfgeist gezeigt.“

Am Sonntag (16.30 Uhr) gastieren die Grizzlys bei der Düsseldorfer EG, das nächste Heimspiel steigt nach der Länderspielpause am Freitag, 13. Februar (19.30 Uhr), gegen Straubing.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Wolfsburg: Brückmann - Bergman, Jones; Casto, Bittner; Höhenleitner, Likens - Machacek, Festerling, Johansson; Fauser, Pfohl, Rech; Aubin, Olimb, Busch; Furchner; Möchel, Latta; Valentin.

Mannheim: Endras - Lampl, Lehtivuori; Larkin, Katic; Reul, Akdag; Krupp - Huhtala, Snith, Stützle; Rendilic, Järvinen, Valenti; Plachta, Desjardins, Wol; Hungerecker, Raedeke, Möser.

Schiedsrichter: Piechaczek/Bauer.

Zuschauer: 3300. - Strafminuten: Wolfsburg 6 / Mannheim 8.

Tore: 0:1 (32:31) Stützle (Huhtala/Smith), 1:1 (34:32) Aubin (Olimb/Busch), 2:1 (46:53) Pfohl (Rech/Fauser), 2:2 (52:51) Rendulic (Järvinen/Lampl), 3:2 (55:14) Rech (Pfohl), 4:2 (59:57) Pfohl (4:6/ENG).