19. Januar 2021 / 19:46 Uhr

Grizzlys Wolfsburg brauchen jetzt Siege, Cortina spürt Druck

Grizzlys Wolfsburg brauchen jetzt Siege, Cortina spürt Druck

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Cortina Cos
Alle Blicke richten sich nach vorn: Die Grizzlys brauchen und wollen unbedingt einen Sieg am Mittwoch in Krefeld. © Boris Baschin
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Die einen können überhaupt nicht punkten, die anderen haben ewig keinen glatten Sieg mehr gelandet und hinken hinter Platz vier her. Die Grizzlys Wolfsburg gastieren am Mittwoch (20.30 Uhr) im Eishockey-Oberhaus bei den punktlosen Krefeld Pinguinen. Ein Sieg ist eigentlich Pflicht, dann käme auch wieder etwas Ruhe in die Trainerdiskussion.

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Es spricht keiner aus – die Frage schwebt aber unausgesprochen in der Luft: Was macht Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg, wenn  jetzt nicht langsam Punkte kommen? Es spricht keiner aus, aber es spricht viel dafür, dass die Wolfsburger aus den kommenden beiden Partien mindestens drei Punkte brauchen, sonst könnte es auf der Trainer-Position eine Veränderung geben. Heute (20.30 Uhr) warten die Krefeld Pinguine auf die Grizzlys. 

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Manager Charly Fliegauf hatte den Trainerstab um Chefcoach Pat Cortina erst unter Druck gesetzt, sich dann zuletzt wieder demonstrativ hinter den Coach gestellt. Auch der Aufsichtsrat sprach das Vertrauen aus. Aber jeder weiß: Wenn im Sport die Vertrauensfrage aufkommt, ist es brenzlig. AR-Chef Klaus Mohrs formulierte zudem klar die Ergebnisse seien „schlecht“, und die „müssen am Ende her, sonst wird es irgendwann schwierig“. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, der Weg zu Minimalziel Platz vier ist schon steinig geworden. 

Ein Sieg heute in Krefeld eigentlich Pflicht – egal wie die Leistung aussieht. Die ist uninteressant angesichts der Tatsache, dass den Grizzlys nur ein glatter Sieg in nunmehr acht Partien gelang. Gegen Krefeld. Zum Saisonstart. Vorrangig muss ein Ergebnis her. Ist die Leistung top, aber es gibt dennoch keinen Dreier – dann dürfte die Partie gegen Bremerhaven am Sonntag die entscheidende Wegmarke sein: Dann muss zumindest ein Sieg her, um die Trendwende zu bestätigen, die die Verantwortlichen in den beiden vergangenen Spielen ausgemacht zu haben glauben. Da verloren die Grizzlys jeweils 1:2 in Overtime und lobten die defensive Stabilität. Die war zweifelsfrei besser als zuvor gewesen, allerdings hatten die Grizzlys zuvor fünfmal besser getroffen. Mit einem erzielten Tor lassen sich nur die wenigsten Eishockey-Spiele gewinnen.

Nach dem Bremerhaven-Spiel sind für Wolfsburg wieder fünf Tage Pause, sollten die Ergebnisse zuvor nicht gepasst haben, ist mit einer Reaktion zu rechnen. Auch die Spieler hat der Manager jüngst in die Pflicht genommen. 

Cortina spürt Druck, betont aber: „Das ist eher der innere Druck, ich will, dass wir das Spiel in Krefeld gewinnen – und ich denke, wir werden das schaffen.“

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Möser vielleicht dabei, Festerling vielleicht raus

Es könnte dabei ein Überraschungs-Comeback geben: Janik Möser, so der Trainer, sei „cleared to play“, könnte eingesetzt werden. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Garrett Festerling. Dass es in den Reihen Veränderungen gibt, schließt Cortina zudem auch nicht aus. Denn die Knackpunkte sind ihm natürlich nicht verborgen geblieben: „Wir müssen unsere Defensive weiter so gut halten, wie zuletzt, aber einen besseren Job Richtung Tor machen.“ Es müsse in Tor-Nähe mehr passieren, und es müssen mehr Schüsse aus wirklich gefährlichen Zonen kommen. Das zuletzt unterirdische Powerplay mache ihm weniger Sorgen, weil er glaube, dass das wieder besser funktionieren werde, wenn das Team auch bei Fünf gegen Fünf wieder mehr Gefährlichkeit entwickele.

Die Grizzlys waren zuletzt gegen Iserlohn und Düsseldorf nicht schlechter als die Gegner, doch die schleppten jeweils zwei Punkte ab. Gleich gut ist nicht genug. Wolfsburg braucht Ergebnisse. Die unfassbar blass gestarteten Pinguine, bei denen zuletzt Ex-Grizzly Lucas Lessio wenig Eiszeit bekam (schlechte Plus-Minus-Bilanz), sind vielleicht genau der richtige Gegner. Oder aber genau der falsche, doch daran mag bei den Grizzlys keiner denken.