08. Februar 2019 / 11:54 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Das Eishockey-Pokal-Jubiläum naht

Grizzlys Wolfsburg: Das Eishockey-Pokal-Jubiläum naht

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburgs Eishockey-Pokalhelden: Die Grizzlys, damals noch als EHC (Grizzly Adams) Wolfsburg firmierend, waren 2009 der letzte Sieger. Seitdem wird der Wettbewerb nicht mehr ausgespielt.
Ein großes Team: Im Februar 2009 wurden die Grizzlys Wolfsburg deutscher Pokalsieger. Zum Jubiläum hat der Klub einiges vor. © Imago / mHübner
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An der deutschen Meisterschaft schnupperten sie dreimal, wurden dreimal Vizemeister. Deutscher Eishockey-Pokalsieger - diesen Titel holten sich die Grizzlys Wolfsburg aber noch vorher. Sie waren 2009 zugleich der letzte Sieger in diesem Wettbewerb. In Kürze jährt sich der Triumph, übrigens im Derby gegen die Hannover Scorpions, zum zehnten Mal. Da wird gefeiert. Der SPORTBUZZER blickt erst mal zurück.

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Jason Ulmer traf schon nach 72 Sekunden

Es war am Dienstag, 24. Februar, als die Eis-Arena kochte. Ein ausverkauftes Haus wollte das Finale sehen, bereits nach 72 Sekunden lagen die Grizzlys vorn, führten nach 18:03 Minuten mit 3:0 und gewannen am Ende 5:3 gegen das Team von Trainer-Ikone Hans Zach. Jason Ulmer (2), der den torreigen eröffnete, Christoph Höhenleitner und Ken Magowan (2) trafen für die Grizzlys. Die Fans sangen, die Spieler feierten mit ihren Kindern noch lange auf dem Eis und später in der Kabine. Keiner jubelte so schön wie Daniar Dshunussow, der damals junge Torwart.

Impressionen vom Pokal-Triumph der Grizzlys Wolfsburg 2009

Grizzlys-Torwart Daniar Dshunussow feiert den Pokalsieg 2009. Zur Galerie
Grizzlys-Torwart Daniar Dshunussow feiert den Pokalsieg 2009. ©
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LESENSWERT

Ein großes Team, das Vergangenheit und Zukunft verband

Was hatte Manager Charly Fliegauf gemeinsam mit dem leider 2017 verstorbenen Coach Toni Krinner für eine Mannschaft zusammengestellt! Pavel Gross war neu als Co-Trainer gekommen, die Mannschaft nach einem unbefriedigenden ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg total umgekrempelt worden. 2007 war nach der Aufstiegsrelegation wenig Zeit gewesen, nun war Zeitenwende. Ikonen teils ganz alter EHC-Zeiten (die Grizzlys firmierten damals übrigens noch als EHC Grizzlys Adams Wolfsburg) waren noch dabei: Jan Zurek etwa, der Angreifer, der 1999 nach Wolfsburg gekommen war. Oder Kapitän Tim Regan, der 2005 gekommen war. Oder der klassische Defensiv-Verteidiger Sascha Genze, der 2004 zu den Grizzlys gestoßen war. Hinzu kamen Neue, die am Beginn ihrer Karriere standen, wie der Kölner Kai Hospelt. Und gestandene Top-Spieler wie Jan-Axel Alavaara (inzwischen wie Pavel Gross bei den Adlern Mannheim), Arvids Rekis (damals kam er aus Augsburg, heute spielt der Verteidiger dort wieder). Oder Norm Milley, eine Grizzlys-Legende, Justin Papineau, Ken Magowan, Mike Green und Marvin Degon. Schon seit 2007 da - und das entbehrte im Finale auch nicht einer gewissen Pikanterie: Jason Ulmer und Andi Morczinietz, die wie Green zuvor für die Scorpions gespielt hatten.

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"Respekt an die Mannschaft", lobte Coach Krinner nach dem Triumph, der heutige Kapitän Sebastian Furchner sagte: "Wir haben etwas Tolles erreicht - für die Stadt und den Verein." Knapp fünf Jahre, nachdem die Grizzlys mangels geeigneter Halle aus der DEL geflogen waren, hatten sie ein Achtungszeichen gesetzt.

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Der Weg ins Finale war steinig

Der Weg dorthin war beinahe schwieriger gewesen als das Finale. Die erste Runde war ein Turnier: Mit den unterklassigen Teams aus Weißwasser und Dresden sowie den Hamburg Freezers. Die beiden DEL-Klubs mussten gegen beide Außenseiter ran, die Mannschaft mit den meisten Punkten würde das Viertelfinale erreichen. Wolfsburg startete mit einem 6:3 gegen Dresden, Hamburg mit einem 5:0 gegen Weißwasser. Am Tag darauf war Torejagd angesagt. Hamburg gewann 5:2 gegen Dresden, die Grizzlys brauchten einen Sieg mit fünf Toren Unterschied, mühten sich lange gegen Weißwasser, nach zwei Dritteln stand es erst 4:1. Dann wurde es noch ein 8:1. Im Viertelfinale wartete Zweitligist Ravensburg (hatte die Kölner Haie in der Gruppe hinter sich gelassen). Rekis, Vladimir Macholda, Magowan und Papineau (58. Minute) retteten die Grizzlys zu einem 4:3. Das Halbfinale war in Wolfsburg nicht die große Zugnummer. Nur knapp 2400 Fans wollten die Straubing Tigers sehen. Und die führten nach zwei Dritteln noch nit 2:0, doch Degon (2) und Magowan mit seinem Tor in der Verlängerung kippten die Partie noch zu einem 3:2 und machten den Traum vom Finale wahr.

Beim Jubiläum: Retro-Trikot und Ex-Spieler, die noch einmal zurückkehren

Zum Jubiläum haben die Grizzlys einiges vor. Etliche Spieler werden etwa am Jubiläums-Tag 24. Februar in der Eis-Arena erwartet. Da spielen die Grizzlys ein DEL-Spiel gegen Bremerhaven. Ein Retro-Trikot aufgelegt. Noch mit dem alten Logo, einem Bären im zerfetzten Trikot.

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