03. Oktober 2020 / 09:12 Uhr

Eishockey-Rekordspieler Furchner: "Zuversichtlich, dass wir am 18. Dezember loslegen!"

Eishockey-Rekordspieler Furchner: "Zuversichtlich, dass wir am 18. Dezember loslegen!"

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wann darf wieder gejubelt werden? Vor dem Start der neuen Eishockey-Saison stehen Fragezeichen - auch bei den Grizzlys Wolfsburg (r. Kapitän Sebastian Furchner),
Draf noch mal gejubelt werden. Die DEL-Saison wird frühestens im Dezember beginnen, Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner war von der Nachricht enttäuscht, hat aber neue Zuversicht. © Tim Schulze
Anzeige

Der Start in die DEL-Saison 2020/21 ist am Donnerstag zum  zweiten Mal verschoben worden. Neuer Starttermin des Eishockey-Oberhauses soll der 18. Dezember sein. Trotz der Corona-Problematik ist Sebastian Furchner, DEL-Urgestein und Kapitän der Grizzlys Wolfsburg, nun optimistisch er als zuvor.

Anzeige

Erneute Verschiebung - die Eishockey-Saison soll nicht im November, sondern frühestens Mitte Dezember beginnen. Die DEL begründete das mit der weiter unsicheren finanziellen Situation, nachdem es die erhofften Zusagen aus der Politik nicht gab. Die derzeit geltende Regelung von maximal 20 Prozent zugelassener Zuschauer der eigentlichen Hallen-Kapazitäten reicht dem Großteil der Klubs nicht aus, um einen wirtschaftlichen Spielbetrieb zu gewährleisten.

Die Nachricht war ein Rückschlag für Fans und Spieler, sie schmeckte auch den Profis der Grizzlys Wolfsburg nicht. Ihr Kapitän Sebastian Furchner, mit 1030 Spielen im Oberhaus der Rekordspieler unter den Aktiven, meinte: "Das war leider das befürchtete Ergebnis. Aber auch das erwartete." Er hatte den Stillstand beobachtet, es geahnt: "Was sollte da noch Großartiges passieren? Ich hatte zwar bis zum Schluss gehofft, aber eine Überraschung war es dann nicht mehr." Ansonsten versuchen die Profis, das Beste aus der Situation zu machen, etwa Zugang Max Görtz.

Furchner allerdings zog Hoffnung aus der Stellungnahme der DEL. Aus seiner Sicht weist sie nun konkreter in Richtung eines Starts. "Ich bin zuversichtlich, dass wir am 18. Dezember loslegen", sagt Furchner. Aber er fordert auch: "An jedem Standort muss man sich jetzt sofort hinsetzen und alles ausrechnen und ausloten. Da darf man jetzt keine Zeit mehr verstreichen lassen."

Die neuerliche Verschiebung des Starts heißt bei den meisten Klubs, dass sie noch nicht das Training aufnehmen, weiterhin Spieler im Wartestand in Übersee haben oder ihre Akteure in Kurzarbeit lassen oder sie wieder in Kurzarbeit setzen. Somit wird noch einmal Geld eingespart. Zugleich könnte wohl immer noch eine komplette Saison (eventuell aber ohne Play-Offs) ausgetragen werden. Noch später zu beginnen hätte wenig Sinn - fehlende Spieleinnahmen einer Mini-Saison würden gespartes Geld fressen.

Es sieht so aus, als ob die Klubs alle Hebel in Bewegung setzen, auch mit kleineren Kulissen über die Runden zu kommen. Sollte das Corona-Pandemie-Geschehen die Klubs allerdings zu Geisterspielen verurteilen, scheint ein Start der Liga sehr unwahrscheinlich. Mitte November wollen die Klubs ihr weiteres Vorgehen befinden.

Kritik gab es derweil von der neu gegründeten Spielergewerkschaft.

Furchner-Ehrung in Wolfsburg

Die Furchner-Ehrung in Wolfsburg Zur Galerie
Die Furchner-Ehrung in Wolfsburg © Boris Baschin / Jürgen Braun

Grizzlys Wolfsburg entscheiden nächste Woche über Kurzarbeit

Die Grizzlys sind seit einem Monat im Training, damit fitter als etliche Konkurrenten. Bis Mitte der Woche haben sie nach einem intensiven Trainingsblock frei. Ob sie wieder in Kurzarbeit müssen, wie bereits im August, "entscheiden wir nächste Woche", so Fliegauf, "wenn wir geprüft haben, was die erneute Verschiebung wirtschaftlich für uns bedeutet". Fliegauf betonte zur Sitzung: "Unser Ziel ist es mit allen Teams einen 52-Spiele-Saison zu machen, die Verschiebung war eine Entscheidung für die Gemeinschaft. Wir sitzen alle in einem Boot."

Ob das so bleibt ist fraglich. Dass die DEL mit allen 14 Teams startet, ist der Wunsch und der Plan, sicher ist es nicht. Wolfsburgs Coach Pat Cortina ist zuversichtlich, was das Spielen angeht: "Ich glaube, das klappt. Da bin ich positiv. Aber ob es am Ende 14 Teams sein werden...?" Cortina wurde von Manager Fliegauf, der bei der Telefonkonferenz der DEL dabei war, nach deren Ende informiert, genauso wie die Mannschaft, die er im Teamchat informierte.

Es gibt einige Klubs, darunter Wolfsburgs, die schon unter den aktuellen Bedingungen spielen könnten. Auch Corona wäre - Stand jetzt - unproblematisch, wenn man den Inzidenz-Wert (Corona-Infektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) betracht. Mit einem Wert um 2 binnen sieben Tagen war Wolfsburg weit weg von der Warnschwelle. In Berlin, Köln und München lag dieser Wert zwischenzeitlich oberhalb der Warnschwelle von 35, die zu Geisterspielen zwingen würde.

Es ist eine knifflige Lage, auch vor dem Hintergrund, dass im engen Spielplan mal Corona-Verlegungen nötig werden sollten. An diesem Wochenende steigt in Dresden ein Turnier steigen, unter anderem mit den Eisbären Berlin, die mussten nach einem positiven Corona-Fall im Team passen. Wolfsburg wurde als Nachrücker gefragt, weil die Spieler allerdings schon länger geplant frei hatten, "haben wir abgesagt", so Fliegauf.