05. Januar 2022 / 15:44 Uhr

Grizzlys-Trainingsauftakt mit Booster-Ausfällen, DeSousa überrascht Coach Stewart

Grizzlys-Trainingsauftakt mit Booster-Ausfällen, DeSousa überrascht Coach Stewart

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wollte unbedingt aufs Trainings-Eis: Der angeschlagene Topscorer Chris DeSousa (r.) legte Pucks für Schussübungen auf.
Wollte unbedingt aufs Trainings-Eis: Der angeschlagene Topscorer Chris DeSousa (r.) legte Pucks für Schussübungen auf. © Jürgen Braun
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Etliche Ausfälle hatte Eishockey-Vizemeister Grizzlys Wolfsburg beim Trainingsauftakt in die Woche. Dafür gab es aber bei einigen einen guten Grund. Und: Sie werden am Wochenende spielen können. Nicht aber Topscorer Chris DeSousa. Doch der überraschte den Trainer des Tabellenzweiten dennoch.

Wenn sie am Wochenende so spielen, wie sie zum Auftakt der Vorbereitungstage trainiert haben, dann sollten die Grizzlys Wolfsburg in den Partien gegen die Krefeld Pinguine am Freitag (19.30 Uhr) und bei den Augsburger Panthern am Sonntag (14 Uhr) gute Chancen haben, Platz zwei zu verteidigen. Nach der Einheit am Mittwoch, die zwei freien Tagen folgte, richtete Coach Mike Stewart ganz leise Worte an sein Team. Eindringlich, aber gelöst. Denn was er gesehen hatte, hatte ihm gefallen. Trotz oder gerade weil viele Akteure gefehlt hatten. Konzentriert, hart und fokussiert hatten Stewarts Schützlinge gut 90 Minuten auf dem Eis geackert. Der Coach zufrieden: "Das ist unsere Einstellung. Die Jungs waren nicht viele, aber sie haben hart trainiert, mussten viel laufen."

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Neben Jonas Enlund (Kieferbruch) und Sebastian Furchner (noch angeschlagen) pausierten die Verteidiger Armin Wurm und Janik Möser sowie Angreifer Fabio Pfohl. Diese drei hatten ihre Corona-Booster-Impfung erhalten, dann ist erst einmal Schonung angesagt. Das Trio sollte am Wochenende dabei sein können. Der zuletzt angeschlagen fehlende Björn Krupp übte voll mit.

Noch nicht aber Topscorer Chris DeSousa. "Bei ihm wird es noch etwas länger dauern, aber es geht voran", so Stewart, der am Mittwoch nicht schlecht staunte über den Center. Dass der Kanadier für Eishockey brennt, am liebsten immer mittendrin ist, weiß jeder im Team und jeder Fan, der ihm schon zugeschaut hat. Am Mittwoch jagte er dann ein paar Schüsse vor dem Teamtraining auf die Torhüter, was immer der eine oder andere Spieler, der Torwarttrainer oder ein Assistenzcoach übernimmt.


Danach absolvierte DeSousa seine Extraschicht im Fitnessraum der Grizzlys, während die anderen auf dem Eis arbeiteten. "Und dann stand er plötzlich da im Trainingsanzug und auf Schlittschuhen und fragte, ob er dabei sein könne, ein paar Scheiben schieben", sagte Stewart. "Okay, habe ich gesagt, passt." Scheiben schieben heißt für die einzelnen Übungseinheiten Pucks in Position bringen oder auch mal das eine oder andere Zuspiel machen. Stewart: "Das war das erste Mal, dass ich sowas erlebt habe." Bei einigen Einheiten fieberte der Center, den eine Zerrung im Kniebereich plagt, spürbar mit, was einiges über den Teamgeist der Grizzlys aussagt.

Dem Finnen Enlund drückt derweil besonders Ryan Button die Daumen. Weil er sehr genau weiß, wie unangenehm ein Kieferbruch ist. Button war der Letzte, der bei den Grizzlys einen Kieferbruch erlitten hatte, nun hatte es gegen Mannheim Enlund nach einem Schuss von Teamkollege Button erwischt: "Ich hatte noch gehofft, dass er am Helm getroffen worden ist. Als er dann zu Boden ging, dachte ich ,Mist'." Buttons Schuss war abgefälscht gewesen, so hatte es Enlund erwischt. Das ist Pech. Zum Glück allerdings verliert ein Puck dadurch etwas an Fahrt, Button: "Ich hoffe, dass das bei Jonas jetzt gut und schnell heilt."

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Vor der Übungseinheit hatten bei den Grizzlys am Vorabend und am Trainingstag Corona-Tests angestanden. Wie immer. Die Iserlohn Roosters haben 25 Aktive und Stabmitglieder in Quarantäne und haben Spiele abgesagt. Die Champions-League-Partie am Dienstag in Tampere ist ausgefallen, weil Münchens Team (*am Sonntag zuvor noch Gast in Wolfsburg*) wegen einiger Corona-Fälle in Quarantäne musste. Waren die Grizzlys deshalb etwas nervöser als sonst nach den Tests? Stewart: "Nein, ich war nicht nervös." Dass es keine positiven Tests gab, dürfte dennoch alle erleichtert haben, weil die Zahl der Betroffenen nicht nur im Eishockey steigt. Auch Fußball-Bundesliga-Nachbar VfL Wolfsburg meldet Fall um Fall. Für die Partie gegen Krefeld am Freitag (19.30 Uhr) haben wie zuletzt nur 500 Zuschauende Zutritt - Dauerkartenbesitzer.