02. April 2021 / 16:58 Uhr

Grizzlys-Manager Fliegauf legt sich fest: Cortina auch am Sonntag Trainer

Grizzlys-Manager Fliegauf legt sich fest: Cortina auch am Sonntag Trainer

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Trainer Pat Cortina und Manager Charly Fliegauf während des Spiels der Grizzlys bei den Eisbären
Bleibt, aber muss sich etwas einfallen lassen: Manager Charly Fliegauf (r.) legte sich nach dem 1:2 der Grizzlys Wolfsburg in Nürnberg fest, dass Pat Cortina (l.) auch am Sonntag (17 Uhr) im Heimspiel gegen Nürnberg an der Bande steht. © City-Press / Grizzlys Wolfsburg
Anzeige

Die Niederlage mit 1:2 am Donnerstag in Nürnberg war schmerzhaft, Charly Fliegauf, Manager des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg, dachte lange drüber nach, sagte an Karfreitagnachmittag: "Wir sind zum Gewinnen verdammt, damit müssen wir umgehen können!" Und: "Pat Cortina wird auch am Sonntag unser Trainer sein!"

Anzeige

Das Saisonziel, das Erreichen der Play-Offs, haben die Grizzlys Wolfsburg im Eishockey-Oberhaus weiterhin in der eigenen Hand. Aber es droht ihnen zu entgleiten. Das 1:2 am Donnerstag in Nürnberg war die achte Niederlage binnen zehn Spielen. Wolfsburg trifft nicht mehr. Sieben Tore in den vergangenen sechs Partien - mickrig. Manager Charly Fliegauf: "Wenn du nur ein Tor pro Spiel schießt, kannst du nicht viel gewinnen." Am Sonntag (17 Uhr) gastiert Nürnberg in Wolfsburg.

Anzeige

Die Fan-Kritik an Coach Pat Cortina in den sozialen Medien war in den vergangenen Wochen wieder lauter geworden, schwoll am Donnerstagabend weiter an. Das unattraktive System, gepaart mit schlechten Ergebnissen, kann niemandem Freude machen.

In einem 3on3-Overtime-Podcast - powered by Sportbuzzer - tauschten Podcast-macher Sven Grosche und Sportbuzzer-Redakteur Jürgen Braun direkt nach dem Spiel ihre Gedanken aus

Cortina will das System nicht ändern. Fliegauf sagt: "Ich schreibe dem Trainer nicht vor, wie er spielen lassen soll." Zumal er genau wie der Coach das Team in der Pflicht sieht. "Es war in Nürnberg klar angesagt, dass wir von Beginn an aktiver sein wollen und dann waren wir es nicht." Was ihn ärgerte: "Nach dem 1:2 machen wir ohne Torwart richtig Druck, da frage ich mich doch, warum nicht vorher. Mir hat da in unserem Spiel einfach was gefehlt."

Dass sich gestandene Akteure dann auch noch kurz vor Schluss defensiv ganz schlecht anstellten, passte da nur noch ins Bild: Beim 1:2 waren Phillip Bruggisser, Julian Melchiori, Gerrit Fauser und Toto Rech mit am Werk - allesamt erfahrene Akteure. Solche Aussetzer, das macht er wie der Coach nicht am System fest.

Eher schon an fehlendem Biss und an der gruseligen Chancen-Verwertung. "Mit unserer Effizienz ist es schwierig", so der Manager. Er hatte sich auf der Rückfahrt aus Nürnberg viele Gedanken gemacht, sich auch an Karfreitag noch mit Führungsspielern und dem Trainer ausgetauscht. Und legt sich fest: "Pat Cortina wird auch am Sonntag unser Trainer sein." Er fügt aber hinzu: "Unsere Trainer müssen sich etwas einfallen lassen, das Heimspiel gegen Nürnberg ist ein Must-win-Spiel."

Was könnte man denn kurzfristig ändern, wenn man nicht am System schrauben will und wo doch Chancen da sind? Fliegauf: "Die Sturmreihen spielen schon eine Weile fast unverändert, da könnte man etwas machen, um einen neuen Reiz zu setzen." Mit Garrett Festerling (Unterkörperverletzung) wird vielleicht ein erfahrener Center wieder fit, das würde die Möglichkeiten erweitern. Letztlich aber egal. Es werden Punkte gebraucht. "Wir sind unter Zugzwang, unter Druck, müssen uns dem stellen", sagt Fliegauf. "Denn wir haben es in den letzten Spielen verpasst, uns eine bessere Position zu erarbeiten. Das tut uns jetzt weh."