31. August 2020 / 19:47 Uhr

Grizzlys Wolfsburg legen los: Corona-Einweisung durch den Teamarzt

Grizzlys Wolfsburg legen los: Corona-Einweisung durch den Teamarzt

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das könnte eng werden: In der Kabine der Grizzlys Wolfsburg sind die 1,5 Meter Mindestabstand nicht einzuhalten - das sorgt auch bei Manager Charly Fliegauf für zusätzliche Arbeit in nächster Zeit.
Es geht wieder los: Die Grizzlys haben den regulären Betrieb aufgenommen, Manager Charly Fliegauf ist weiter optimistisch für einen Saisonstart im November. © Boris Baschin / Grizzlys Wolfsburg
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Die Eishockey-Saison in der DEL hängt wegen der Corona-Pandemie mehr denn je in der Schwebe. Die Grizzlys Wolfsburg lässt die Hängepartie kalt. Am Montag gab es wesentliche Instruktionen, die echte Vorbereitung beginnt jetzt. 

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Am Dienstag beginnt für die Grizzlys Wolfsburg in der DEL der reguläre Betrieb. Ob die Saison wie geplant am 13. November losgeht, ist offen. Vonseiten der Bundesregierung hieß es vergangene Woche: Großveranstaltungen ohne Kontaktverfolgung fallen bis Jahresende weg. Allerdings sollen bundesweit gültige Richtlinien für bundesweite Ligen erarbeitet werden. Inwieweit Sportveranstaltungen mit größeren Kulissen zugelassen werden, das erörtert jetzt eine Task Force auf politischer Ebene.

Gernot Tripcke, Geschäftsführer der DEL, hatte nach dem Beschluss der Ministerkonferenz in der Vorwoche erklärt: "Bei der angekündigten, zu bildenden Arbeitsgruppe für Sportveranstaltungen – die wir sehr begrüßen – würden wir deshalb gerne aktiv dabei sein und unseren Beitrag leisten. Unser oberstes Ziel ist, dass wir spielen! Dafür tun wir alles, was nötig ist. Man kann eine Profi-Liga nicht einfach aus- und dann wieder anknipsen. Wir werden und können nicht ohne Zuschauer beziehungsweise ohne finanzielle Hilfen in den Spielbetrieb gehen. Und hierfür brauchen wir sechs bis acht Wochen Vorlauf."

Grizzlys-Manager Charly Fliegauf: "Ich bin weiter optimistisch, dass wir wie geplant starten." Allerdings weiß auch er: Die Zeit drängt, die Klubs müssen wissen, was geht. Um den 20. September herum gibt es ein Treffen der Gesellschafter der Klubs, die beraten dann, ob auf Basis der dann vorliegenden Informationen ein Start überhaupt und ein Spielbetrieb möglich ist. Nämlich: ob genug Zuschauer zugelassen werden, um wirtschaftlich zu überleben. Wichtiger Punkt dabei: Alle Klubs müssen überleben können, ansonsten stellt sich sofort ein Domino-Effekt ein.

Das Eishockey hofft, wie andere Profi-Hallensportarten auch, die Politik mit Hygiene-Konzepten überzeugen zu können. Für den Trainingsbetrieb fand das der Grizzlys (inklusive der Umbauten in der Kabine) Anklang beim Gesundheitsamt. Sie können trainieren. Was alles zu bedenken ist, darüber klärte am Dienstag Dr. Axel Gänsslen, Mediziner am Klinikum, Teamarzt der Grizzlys und ihr Hygiene-Beauftragter in Personalunion, auf. "Eine informative Präsentation, ohne Panik zu machen", so Fliegauf, der auch aufmerksam lauschte.

Alle Spieler, die schon unter Vertrag stehen sind inzwischen in Wolfsburg, Gänsslen wies sie auf viele Feinheiten hin. Dadurch, dass viele Profis in Wolfsburg wohnen oder schon länger wieder da sind, konnten sie sich schon an die neuen Gegebenheiten in der Kabine gewöhnen. Fliegauf: "Dieser Softstart ist sicher gut, um das, was wichtig ist, zu implementieren." Die Abläufe sollen sich festigen. Der Manager erklärt: "Unsere Mannschaft ist das höchste Gut, wir müssen sie schützen und die Spieler müssen sich selbst schützen. Da haben die Spieler Pflichten, aber wir als Klub auch Fürsorgepflichten."

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Und so entwickelte sich am Dienstag im VIP-Raum, wo man sich mit Maske und Abstand zur Präsentation versammelt hatte, "ein Frage- und Antwort-Spiel", so der Manager. Eine wesentliche Änderung: Oft kamen die Spieler, die vielfach nah beieinander wohnen, in Fahrgemeinschaften zum Training. "Das", so Fliegauf über ein Detail des Corona-Konzeptes, "geht nicht mehr."

Regulärer Betrieb für die Profis bedeutet in dieser Woche: medizinische Überprüfungen, Leistungs- und Krafttests. Am Samstag steht dann das erste offizielle Eis-Training auf dem Plan. Einen Rahmenplan für die Vorbereitung haben die Grizzlys zwar, "aber", so Fliegauf, "konkrete Pläne machen wir nur von Woche zu Woche".