12. Januar 2022 / 18:27 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Erste Profis zurück im Training, Spiel am Sonntag wackelt

Grizzlys Wolfsburg: Erste Profis zurück im Training, Spiel am Sonntag wackelt

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zumindest in Teilen schon wieder im Training: Die Profis der Grizzlys Wolfsburg.
Zumindest in Teilen schon wieder im Training: Die Profis der Grizzlys Wolfsburg. © Britta Schulze
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Die Grizzlys Wolfsburg halten sich weiterhin mit Informationen zurück, wie nach mehreren Corona-Fällen der Stand im Team ist. Immerhin: Nun sind einige Profis zurück im Training, das Spiel am Sonntag in Bremerhaven könnte aber dennoch verlegt werden.

Noch immer hat Corona die Grizzlys Wolfsburg fest im Griff. Am letzten Donnerstag ging es für den Eishockey-Vizemeister in Quarantäne, die Spiele am vergangenen Wochenende gegen Krefeld und in Augsburg wurden abgesagt - ebenso wie das anstehende Duell am Freitagabend gegen die Iserlohn Roosters. Das allerdings, weil die Pandemie auch die Sauerländer hart erwischt hat und das gesamte Team in Quarantäne ist. Doch auch wenn die Begegnung am Sonntag (16.30 Uhr) in Bremerhaven wackelt, gibt es dennoch positive Nachrichten für die Grizzlys.

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Denn: Trevor Mingoia ist Papa geworden! Das gab der Grizzlys-Stürmer via Instagram bekannt. Die kleine Millie Elise hat am Dienstag das Licht der Welt erblickt. "Mutter und Kind geht es großartig", schrieb Mingoia dazu. Und: Seit Dienstagabend sind wieder ein paar Wolfsburger Profis im Training, unter anderem Goalie Dustin Strahlmeier. Auch Kapitän Sebastian Furchner und Garrett Festerling sind dabei.

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Am Mittwoch hatten sogar noch weitere Grizzlys die Möglichkeit, sich freitesten zu lassen. Doch der Klub hält sich mit Informationen bedeckt. Um wen es dabei geht, wie groß der Kader letztendlich schon ist und ob es sich bereits um ein spielfähiges Team handelt (zehn Feldspieler und ein Torhüter reichen laut DEL-Regularien) - dazu gibt es keine Infos vonseiten des Klubs. Manager Charly Fliegauf sagte dem NDR nur so viel: "Wir befinden uns im Wartestand. Wir machen im Zwei-Tages-Rhythmus PCR-Tests, und wir hoffen, dass wir die Mannschaft möglichst schnell spielfähig bekommen."


Würde es wirklich mal zu einem Duell zweier ungleicher Kader kommen, sei "von fairem Wettbewerb schwer zu sprechen, wenn eine Mannschaft mit zehn Feldspielern und einem Torwart antritt gegen eine Mannschaft, die vollen Bestand hat", so Fliegauf. Aber: Auch er weiß natürlich um die Regularien, die sich die Liga selbst auferlegt hat. Angesichts der Corona-Situation in der Liga sprach sich der Manager außerdem dafür aus, den Abstieg noch mal auszusetzen. Würde sich dann Frankfurt (als einziges Team aufstiegsfähig) sportlich für die DEL qualifizieren, sei eine Saison mit 16 Teams aus Wolfsburger Sicht "absolut kein Problem".

Wann die Grizzlys wieder spielen können, ist offen. Ebenso, ob das Spiel am Sonntag in Bremerhaven überhaupt stattfinden kann. Es gibt Gespräche, auch dieses Duell zu verlegen. Ein volles Line-Up werden die Wolfsburger aller Voraussicht nach ohnehin nicht zusammenbekommen, da die positiven Corona-Fälle im Team (wie viele es genau sind, dazu schweigt der Klub) ein Return-to-Play-Programm durchlaufen müssen, bis sie wieder aufs Eis dürfen. Fest steht hingegen: Nun sind auch die Trainingseinheiten der Grizzlys nicht mehr öffentlich. Grund dafür seien die Abstands- und Hygiene-Regeln, heißt es vonseiten des Klubs.

Auch ohne das Bremerhaven-Spiel belaufen sich die Partien, die die Grizzlys Corona-bedingt nachzuholen haben, schon jetzt auf drei. Hinzu kommt das Duell in Straubing, das wegen der Booster-Impfungen verlegt wurde. Macht in Summe vier. In der gesamten DEL sind es weit über 30 Begegnungen, die noch ausgetragen werden müssen. Die Corona-Sorgen sind groß.

Die DEL hat daher unlängst reagiert, gab am Mittwoch bekannt, dass nun auch in der gesamten Olympia-Pause (29. Januar bis 22. Februar) Nachholspiele ausgetragen werden dürfen, wenn sich zwei Teams auf einen Termin verständigen. Das könnte auch bei den Grizzlys noch ein Thema werden. „Die Aktualität fordert es von uns, dass wir weiterhin flexibel bleiben und dementsprechend ist es sinnvoll, dass die Klubs nun diese Optionen haben", sagt Liga-Geschäftsführer Gernot Tripcke. "Wir sind sicher, dass wir dadurch einzelne Spiele nachholen können, die aufgrund von Corona zuletzt ausfallen mussten.“

"Ich könnte guten Gewissens niemanden nach China schicken"

Zudem unterstrich die Liga, dass sie weiterhin die Absicht habe, sich an die vertraglich festgelegten Abstellungspflichten für die Spiele in Peking halten zu wollen. Es gibt auch Diskussionen, ob das Eishockey-Turnier angesichts der Corona-Sorgen in den Ligen (die NHL hat ihren Spielern bereits eine Teilnahme verwehrt) nicht lieber abgesagt werden sollte. Die DEL betonte in einer Mitteilung: "Die Nationalspieler werden vereinbarungsgemäß an den DEB abgestellt, die ausländischen Nationalspieler werden von den Klubs der DEL nach Maßgabe der IIHF Transfer Regulations abgestellt." Bei den Grizzlys sind Strahlmeier und Verteidiger Dominik Bittner heiße Kandidaten auf ein Peking-Ticket mit dem DEB-Team.

"Ich könnte guten Gewissens niemanden nach China schicken", sagte Grizzlys-Manager Charly Fliegauf beim NDR deutlich. "Das fängt bei der politischen Lage an und geht weiter bei der Corona-Situation im Land. Da sind viele Dinge offen." Fliegauf verstehe die Spieler, die sagen, das sei ihnen zu heiß - habe aber auch Verständnis für diejenigen, die sagen, das sei eine einmalige Gelegenheit.