14. September 2021 / 17:46 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Gaudet vor Comeback, mehr Werbung für mehr Fans

Grizzlys Wolfsburg: Gaudet vor Comeback, mehr Werbung für mehr Fans

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sport, Eishockey, DEL, Grizzlys Wolfsburg-Krefeld Pinguine, Saison 2021/22, Eis Arena, 12.09.2021,
Vier Punkte, aber noch viele leere Plätze: Gegen Letzteres wollen die Grizzlys Wolfsburg nun mit mehr Werbung angehen. © Boris Baschin
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Videostudium und Hoffnungsschimmer fürs ausgedünnte Aufgebot - so lief der erste Trainingstag nach dem Auftaktwochenende für den deutschen Eishockey-Vizemeister Grizzlys Wolfsburg.

Videostudium und Hoffnungsschimmer fürs ausgedünnte Aufgebot - so lief der erste Trainingstag nach dem Auftaktwochenende für den deutschen Eishockey-Vizemeister Grizzlys Wolfsburg. Vier Punkte, ein prima Start, wenn es so weiterginge, könnte man am Ende weit vorne stehen, meinte Manager Charly Fliegauf, der sich allerdings über die ausbaufähige Kulisse beim ersten Pflichtheimspiel seit März 2020 enttäuscht äußerte. So richtig verwundern konnte die Kulisse von rund 1100 Fans allerdings nicht, denn schon das erste Heimspiel mit Fans seit 2020 vor einigen Wochen (ein Test gegen die Eisbären Berlin) war eher enttäuschend besucht gewesen.

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Mit Auftritten wie zum Auftakt könnten die Grizzlys aber schnell wieder neue Fans in die Eis-Arena locken. Denn nach zwei Jahren zögerlichem, oft chancenarmem Eishockey sorgen die Grizzlys unter Coach Mike Stewart für mehr Spektakel, spielen sich binnen 20 Minuten schon mal mehr Gelegenheiten raus als unter Coach Pat Cortina in einem ganzen Spiel. Abstimmungsprobleme und Defensiv-Fehler allerdings eingeschlossen. Das ist normal in der Anfangsphase einer Saison mit einem auf einem halben Dutzend Import-Positionen veränderten Team und neuem System.

Eishockey - DEL: Grizzlys Wolfsburg - Krefeld Pinguine.

Eishockey - DEL: Grizzlys Wolfsburg - Krefeld Pinguine. Zur Galerie
Eishockey - DEL: Grizzlys Wolfsburg - Krefeld Pinguine. © Boris Baschin

Und so stand am ersten Trainingstag der Woche Videostudium für die speziellen Situationen auf dem Programm. Sowohl in Köln bei der 1:2-Niederlage nach Verlängerung als auch beim 6:3-Heimsieg gegen Krefeld hatten die Grizzlys den Gegner (wie auch schon in manchem Testspiel) einige Mal zu Überzahl-Kontern eingeladen. Gegen Krefeld war das so beim 0:1 und bei Krefelds drittem Tor. Jeweils Verteidiger hatten da plötzlich hinten gefehlt. Es gab sogar noch eine weitere Situation, "die hat Dominik Bittner stark abgeräumt", so Stewart. Die Abstimmungsprobleme wurden im Meeting aufgearbeitet.

Positiv bemerkenswert auf der anderen Seite: In Unterzahl standen die Grizzlys bislang perfekt, ließen noch keinen Gegentreffer zu und schossen schon ein Unterzahltor. Bei insgesamt allerdings sehr vielen Strafzeiten, was die Quote positiv aufwertet, auf Dauer aber nicht gut ist. Stewart: "Wir spielen aggressiv, deshalb werden wir Strafen nehmen, damit kann ich leben. Aber es gibt auch Stockfouls, die dürfen wir uns nicht erlauben."

Unter dem Strich aber bleiben vier Punkte für die Tabelle, unterhaltsames Eishockey - und das zudem, auch das darf bei der Betrachtung der Abstimmungsprobleme einfließen, mit ausgedünntem Kader. Ohne drei der vier eingeplanten Mittelstürmer und mit nur zehn reinen Stürmern sowie Allrounder Janik Möser vorn, konnte sich der Auftritt erst recht sehen lassen.

Tyler Gaudet vor Comeback

Gibt es nicht wieder kurzfristige Hiobsbotschaften, entspannt sich die Lage zum Wochenende vielleicht ein wenig. Tyler Gaudet übte am Dienstag wieder mit, der als letzter Akteur vor dem Start verpflichtete Mittelstürmer sollte am Wochenende wieder bereit stehen. Ob es für die beiden anderen Stamm-Center Fabio Pfohl und Garrett Festerling reichen wird, ist offen und nicht so wahrscheinlich. Valentin Busch wird mit seiner Gehirnerschütterung noch pausieren.


Luis Schinko ist nach seiner Schulter-OP inzwischen wieder in Wolfsburg und konnte hier mit dem Reha-Training beginnen, nachdem er im Anschluss an die OP erst einmal gar nichts machen konnte.

Wenig Fans - Grizzlys machen mehr Werbung

Die schwache Kulisse beim Pflichtspiel-Heimauftakt war bei den Grizzlys hinter den Kulissen natürlich ein Thema. Organisationschef Yannick Imler: "Wir sind mitten in der vierten Corona-Welle, als einziger Standort können wir nur 2G anbieten, das hat sicher mit dazu beigetragen. Wir sind aber zuversichtlich, dass mit einem eingespielten und sicheren Hygienekonzept sowie mit den aktuell ansprechenden Leistungen der Mannschaft auch die Zuschauerzahlen wieder steigen werden." Das Team hat sportlich vorgelegt, der Klub legt flankierende Maßnahmen nach. In den Tageszeitungen gibt es ab Mittwoch Anzeigen für das Spiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Düsseldorfer EG - und, so Imler, "an Top-Spots in der Stadt City-Lights-Werbung" - letzteres sind beleuchtete Werbetafeln vor allem an belebten Straßen.