05. Oktober 2020 / 19:52 Uhr

Grizzlys Wolfsburg gehen wieder in Kurzarbeit

Grizzlys Wolfsburg gehen wieder in Kurzarbeit

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das könnte eng werden: In der Kabine der Grizzlys Wolfsburg sind die 1,5 Meter Mindestabstand nicht einzuhalten - das sorgt auch bei Manager Charly Fliegauf für zusätzliche Arbeit in nächster Zeit.
Muss seine Spieler wieder in Kurzarbeit schicken: Grizzlys-Manager Charly Fliegauf. © Boris Baschin
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Die Saison beginnt wohl erst im Dezember, bei Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg steht seit Montag fest: Das Team geht wieder in Kurzarbeit.

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Wieder Kurzarbeit wie schon im August, das kommt nicht überraschend. Genauso wenig überraschend wie am Donnerstag die Entscheidung des Eishockey-Oberhauses DEL, den Saisonstart erneut zu verschieben. Grund: Mit nur 20 Prozent zugelassener Zuschauer-Kapazität können die Klubs nicht wirtschaftlich sein. Nun wollen sie weiter sparen, könnten aber ab Dezember immer noch eine komprimierte Saison spielen. Die Zweifel wachsen, ob es weitergeht.

Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf bleibt aber zuversichtlich, sagt: "Wir werden im Dezember 2020 spielen, davon bin ich überzeugt." Als fraglich gilt aber auch, ob alle 14 Teams starten werden.

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Die Entscheidung für Kurzarbeit trafen die Grizzlys am Montag, Fliegauf hatte zuvor Aufsichtsratschef und Oberbürgermeister Klaus Mohrs informiert und sich mit weiteren Führungskräften des Klubs ausgetauscht. Das Eishockey-Team hat im Moment noch frei, am Mittwoch wird es geschlossen informiert, wobei die Mannschaft die Basisinfos schon hat. Jedoch, so Fliegauf, "will ich die Mannschaft über unseren Kurs, über das, was wir vorhaben, informieren und natürlich auch Fragen beantworten." Der Manager erläutert das Ziel der Wolfsburger so: "Wir haben im Moment ein sehr fittes Team, das wollen wir nicht verspielen." In dieser Hinsicht möchte er die Profis emotionalisieren.

Dass sie sich auch in Kurzarbeit nicht hängen lassen, davon geht er aus. Als Profis sorgen sie auch in ihrer Freizeit für ihre Fitness. Aber: in Kurzarbeit sind sie dazu eben nicht verpflichtet. Zugleich basteln die Verantwortlichen noch an den Möglichkeiten, die man den Spielern für deren freiwilliges Engagement geben kann - sprich, wann sie, wenn sie wollen, aufs Eis könnten, wann der Kraftraum geöffnet ist. "Auch die Trainer haben sicher Ideen, die sie den Spielern mit auf den Weg geben würden", sagt Fliegauf.

Alle Klubs werden versuchen zu sparen. Die Wolfsburger nicht auf Kosten ihres Personals. Kapitän Sebastian Furchner hatte spekuliert, dass irgendwann vielleicht der eine oder andere Akteur in Länder abspringen könnte, wo gespielt wird. Fliegauf: "Wir erfüllen unsere Verträge, haben nicht vor, Spieler abzugeben." Und: "Anfragen in dieser Hinsicht liegen mir auch nicht vor." Anrufe von Beratern allerdings habe es gegeben. Die informierten sich bei ihm über die Lage in der Liga und über das, was Wolfsburg plant - "und das fanden sie positiv".