08. September 2020 / 17:11 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Heim-Test als Generalprobe - mit Fans!

Grizzlys Wolfsburg: Heim-Test als Generalprobe - mit Fans!

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg, SPORT, bb Eishockey, Grizzlys Wolfsburg - Bremerhaven; Fliegauf; Montage
Vor dem Saisonstart Generaprobe in eigener Halle: Das plant Manager Charly Fliegauf und spricht sich für Aussetzung des Abstiegs aus. © Boris Baschin
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Ob es eine DEL-Saison geben wird, ist weiter offen, geplant allerdings werden muss und wird unbeirrt. Die Grizzlys Wolfsburg haben sich jetzt festgelegt: Sie werden ein Testspiel daheim austragen, die Generalprobe zugleich. Sie planen dabei mit Fans. Und: Einen Absteiger wird es wohl nicht geben.

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Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg hofft wie alle DEL-Klubs darauf, dass die Saison wie vorgesehen am 13. November losgehen kann. Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf wird nicht müde zu betonen: "Wir brauchen möglichst schnell eine Ansage der Politik zur Zulassung von Fans." Noch ist es so, dass in einigen Bundesländern Zuschauer nicht zugelassen wären, Wolfsburg könnte vor 500 spielen, in einigen anderen Bundesländern ginge mehr. Die Liga hätte gern eine einheitliche Lösung - und eine Zahl, mit der sich wirtschaftlich arbeiten lässt.

Bis Ende Oktober soll eine Arbeitsgruppe der Politik eine bundeseinheitliche Lösung spätestens fertig haben. Die DEL wird diese Lösung eher Ende September brauchen. Ob eine oder mehrere Mannschaften vielleicht einige Geisterspiele verkraften könnten, ist offen, aber nicht ausgeschlossen. Es könnte derlei Denkmodelle schon geben, doch greifen würden sie letztlich auch nur, wenn ab einem bestimmten Zeitpunkt die wirtschaftlich tragbare Alternative feststünde.

In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob es eine DEL-Spielzeit 20/21 geben wird. "Keine Saison, das ist die allerletzte Option", sagt Wolfsburgs Manager. Zumal danach der eine oder andere Klub von der Landkarte verschwunden wäre, sofern - und das ist nicht zu erwarten - weitere Staatshilfe kämen, die dann obendrein massiv ausfallen müssten.

Schon jetzt müssen alle DEL-Vertreter mit teils herben Einbußen kalkulieren, Staatshilfe allerdings wird es geben. Man käme vielleicht über die Runden. Mit Geisterspielen über einen längeren Zeitraum wohl kaum. Wirtschaftlich ist es für alle knifflig, deshalb reifen inzwischen Überlegungen Auf- und Abstieg auszusetzen. Es gibt einen gültigen Vertrag zwischen DEL und DEL 2, nach dem es nach der kommenden Saison einen Ab- und einen Aufsteiger geben sollte. Die DEL denkt darüber nach, auf einen Absteiger zu verzichten. Denn Abstieg könnte in sportlicher Not zu finanziellem Wettrüsten führen - das sich eigentlich keiner leisten kann.

Fliegauf: "In Anbetracht der wirtschaftlichen Situation wäre ein Aussetzen des Abstiegs absolut sinnvoll." Im Gegenzug könnte man dennoch einen Aufsteiger zulassen. Kassel und Frankfurt sind die Kandidaten. Fliegauf geht sogar noch weiter: "Vielleicht sollte man das sogar auf zwei Jahre ausdehnen, es wäre nicht das Problemen, mit 15 oder 16 Teams zu spielen." Er erklärt: "Für einen DEL-Klub ist der Abstieg wirtschaftlich enorm schwierig." Und das nicht nur nach der kommenden Saison. "Die bringt erst einmal die Rechnung", so Fliegauf und meint damit: Auch in die Spielzeit 21/22 würde finanziell herausfordernd. Ob Auf- und Abstieg neu geregelt werden, darüber dürften die Leitungen beider Ligen reden.

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Der Liga-Start ist wacklig, die Vorbereitungen müssen laufen. Dazu zählt auch ein Turnier, das vor der Saison in Düsseldorf stattfinden soll. Wie Fliegauf allerdings schon ankündigte, wird es weitere Tests geben. Bis zu fünf zusätzliche, "damit wir auf sieben bis neun Spiele inklusive der im Turnier kommen", so der Manager. Im Wesentlichen werde man die auswärts bestreiten, aber: "Wir planen das letzte Freundschaftsspiel vor dem Saisonbeginn als Heimspiel." Es wäre damit zugleich auch ein Probelauf in Sachen Zuschauer in der Eis-Arena unter Corona-Bedingungen.

Auch nett für die Fans: Die Grizzlys haben die Zusammenarbeit mit der Audi BKK verlängert. Weitere zwei Jahre steht die Kasse den Grizzlys und der Nachwuchsabteilung zur Seite, sponsert damit auch weiterhin das Puck-Kind, das zum Start jeder Partie eine Hartgummischeibe aufs Eis bringt. Eine Aktion, die immer gut ankam und auch schon für Highlights sorgte, etwa wenn der Nachwuchs mal kurz abbiegt, um noch einen Akteur auf der Bank, manchmal sogar auf der des Gegners, abzuklatschen. Unvergessen auch die Show von Nachwuchsspieler Gustl Philippi.