15. September 2021 / 17:37 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Historie an der Wand - Neue Plätze für alte Nummern

Grizzlys Wolfsburg: Historie an der Wand - Neue Plätze für alte Nummern

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wade Bergmann von den Grizzlys Wolfsburg wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Krefeld Pinguine am 12.09.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Florian Pohl/City-Press GmbH)
Es ist voller geworden an den Wänden der Eis-Arena: Nummer 9 und Nummer 21 wurden jüngst zu Retired Numbers, auch Sebastian Furchners 17 wird irgendwann einen Ehrenplatz bekommen. © City-Press GmbH/Grizzlys Wolfsburg
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Gleich zwei neue Retired Numbers bei den Grizzlys Wolfsburg. Das führte in der Heimat des deutschen Eishockey-Vizemeisters zu ein wenig Trikottausch an den Wänden. Eines aber wird sich nicht ändern: die Nummern der Ikonen bleiben gesperrt.

Kleine optische Umgestaltung im Wohnzimmer der Grizzlys Wolfsburg: Neue Retired Numbers erforderten neue Plätze an der Hallenwand. Mit den Nummern 9 und 21 von Jeff Likens und Christoph Höhenleitner kamen in den beiden vergangenen Spielzeiten zwei neue hinzu, beide Profis des Eishockey-Erstligisten wurden im Rahmen einer kleinen Zeremonie anlässlich des Heimtests gegen die Eisbären Berlin geehrt und gefeiert. Nun wurden auch die Tafeln mit ihren Trikotabbildungen montiert. Klar ist: Die Nummern werden nie mehr vergeben.

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Tradition hat es in Nordamerika und vielen anderen Hallen, dass die Trikots verdienter Spieler, aber auch die Banner für Titelgewinne unter dem Hallendach oder an anderer Stelle in den Arenen frei hängen. In Wolfsburg wurde das nicht erlaubt. Hier werden Blechtafeln gefertigt. Bis vor kurzem zierten die 31, eine Tafel für den deutschen Eishockey-Pokal und die 10 und 14 die Wand neben der Treppe Rechts. Die 31 gehörte Jan Zurek, dem Spieler, der für die Grizzlys von der dritten bis in die erste Liga mitging. Der Gewinn des deutschen Eishockey-Pokals 2009 wurde verewigt, Norm Milleys Nummer 14 folgte dann, bevor auch die 10 des langjährigen Kapitäns Tyler Haskins zur Retired Number, zur zurückgezogenen Nummer, wurde.

Jüngst kamen zwei weitere dazu. Und es wurde umgruppiert. Die drei älteren Tafeln aus der Zeit des alten Logos wanderten an die Wand der Treppe Links, die drei Tafeln mit den Shirts aus der Zeit des neuen Logos hängen nun an der Treppe Rechts. Als sicher gilt: wenn er denn mal aufhört, wird auch Sebastian Furchners Nummer 17 zurückgezogen. "Dafür findet sich dann sicher auch ein gutes Plätzchen - wenn es mal soweit ist", sagt Manager Charly Fliegauf mit einem Schmunzeln.

Es werden also in nicht allzu langer Zeit mal sechs Nummern sein, die die Halle zieren. Eishockeyspieler mögen ihre Trikotnummern, hängen an ihnen. Wie etwa das Beispiel Dustin Strahlmeier zeigt, der für die Grizzlys mit der 1 spielt. Die 34 hätte er gern gehabt, Chet Pickard gab sie nicht her, im Umriss der 1 auf dem Helm des findigen Strahlmeier finden sich viele kleine Nummern 34. Gut möglich, dass der eine oder andere Zugang künftiger Jahre eine Wunschnummer hat. Aber dann muss er eben ausweichen. Fliegauf, der selbst früher als Profi immer versuchte, die 26 zu bekommen, betont: "Zurückgezogene Nummern werden nicht wieder freigegeben. Und selbst wenn es ein paar mehr werden, ist zwischen 1 und 99 noch viel Auswahl." Und manchmal haben die Profis bei aller Liebe zu ihrer Zahl auch eigene Ausweichideen. Luis Schinko etwa spielt wie einst sein Vater gern mit der Nummer 12. In Wolfsburg hat die aber Armin Wurm, Schinko griff zur 63. Mit der verbindet er auch etwas: die Zahl stand auf seinem ersten Profi-Trikot.

Wie sich Nummern ins Gedächtnis prägen können, zeigte dieser Tage eine Diskussion in der Fangruppe der Grizzlys um Wolfsburger Retired Numbers. Jemand mutmaßte, in der Halle hänge eine Tafel für Arpad Györi. Nein. Dieser legendäre Torjäger aus der Zweitliga-Aufstiegszeit ist nicht verewigt. Und auch nicht John Markell, der Superstar des ESC Wolfsburg um 1990. Aber: Beide trugen die 14. Die Milley dann noch bekam. Als Letzter.