14. Februar 2020 / 21:50 Uhr

Grizzlys on fire! Schon wieder ein Sieg gegen ein Top-Team

Grizzlys on fire! Schon wieder ein Sieg gegen ein Top-Team

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
(L-R) Chris Casto, Anthony Rech, Brent Aubin und Dominik Bittner von den Grizzlys Wolfsburg feiern das Tor zum 2:0 wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Straubing Tigers am 14.02.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Und wieder wird gejubelt: Hier bejubeln die Wolfsburger das 2:0 beim späteren 4:1 gegen top-Team Straubing. © City-Press / Grizzlys Wolfsburg
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Die Grizzlys Wolfsburg sind on fire! Im Eishockey-Oberhaus bezwangen sie am Freitag die Straubing Tigers mit 4:1 (3:0, 0:1, 1:0), punkteten zum sechsten Mal in Folge, liegen nun klar auf Play-Off-Kurs. Ein Verteidiger schnürte dabei einen Doppelpack. 

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4:1-Sieg gegen die Straubing Tigers - die Grizzlys Wolfsburg bleiben in Top-Form. Vor 2850 Zuschauern traf Dominik Bittner am Freitagabend für Wolfsburg doppelt, Fabio Pfohl und Toto Rech schossen die beiden anderen Tore. Dezimierte Grizzlys bezwangen damit erneut ein (top-besetztes) Top-Team, erneut war der Gegner vielleicht wieder das spielstärkere Team, aber zum dritten Mal in Folge fand Wolfsburg in einem Heimspiel die Lösung, zu siegen. Das kann kein Zufall sein.

Furchner und Fauser fehlten krank auch noch

Personell hatten sich die Grizzlys den Neustart nach der Länderspielpause anders vorgestellt. Eigentlich, so hatte man vor zwei Wochen kalkuliert, könnten alle Mann an Bord sein. Stattdessen fehlten gestern gleich fünf Stammspieler. Wie erwartet Lucas Lessio (Leiste), Marius Möchel (Oberkörper) und Armin Wurm (Hand), dazu meldeten sich wegen grippaler Infekte aber kurzfristig noch die Angreifer Sebastian Furchner und Gerrit Fauser ab. Coach Pat Cortina baute gezwungenermaßen deshalb gleich alle vier Angriffsformationen um, dazu standen drei U23-Akteure im Aufgebot, die im Sturm allesamt Eiszeit bekamen. Dennoch blieb ein Platz auf dem Spielberichtsbogen frei. Ein zusätzlicher Ausländer soll noch kommen, war noch nicht da. Manager Charly Fliegauf am Freitag: "Einen Tag Zeit haben wir noch." Das Transferfenster schließt am Samstag um Mitternacht.

Einfache Mittel, drei Treffer

Nach München und Mannheim kam nun mit Straubing das dritte Team in Serie aus dem Spitzentrio in die Eis-Arena. Und es entwickelte sich praktisch das gleiche Spiel wie zweimal zuvor: Der Gast war stark, hatte mehr vom Spiel, streckenweise weitaus mehr Schüsse. Aber die Grizzlys blieben stabil, hatten mit Felix Brückmann einen starken Torwart und versuchten mit Kontern und langen Diagonalpässen gefährlich zu werden. Gefährlich wurden sie aber anders: weil sie zum schlichtesten, aber manchmal effektivsten aller Mittel griffen - schießen, Scheibe zum Tor, irgendwie. Und so stand es auf einmal, die Gäste wussten kaum, wie ihnen geschah, gegen den letzten Angstgegner dieser Saison 3:0. Nur gegen die Niederbayern hatten die Niedersachsen in dieser Spielzeit zuvor noch nicht gewonnen.

Grizzlys Wolfsburg gegen Straubing am 14. Februar 2020

Szenen vom Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen die Straubing Tigers am 14. Februar 2020 Zur Galerie
Szenen vom Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen die Straubing Tigers am 14. Februar 2020 © City-Press / Grizzlys Wolfsburg
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So kam's: Pfohl hatte Ex-Grizzly Sebastian Vogl im Tigers-Kasten mit einem Rückhandlupfer genau über die Schulter in den Giebel überrascht, Bittner war im richtigen Moment in den Schuss von Rech gestürmt und hatte Vogl so entscheidend irritiert. Casto schließlich schoss mal so ein Tor, wie es die Grizzlys selbst schon so oft kassiert hatten: Er löffelte die Scheibe von der blauen Linie durch viel Verkehr auf den Kasten. Sie ging durch. Auch an Vogl vorbei, der die Scheibe viel zu spät sah. In Überzahl gab es wenig später noch ein kleines Schussfeuerwerk der Grizzlys. Da hätte es auch einschlagen können, aber allein das 3:0 schmeichelte den Gastgebern schon.

Das zweite Drittel wurde noch heißer: Marcel Brandt scheiterte an Brückmann, auf der anderen Seite im Gegenzug Festerling an Vogl. Die Grizzlys bekamen ein Powerplay, spielten es selbstbewusst, Festerling hatte die dickste Chance, fand erneut in Vogl seinen Meister. Mit Ablauf der Strafe patzten die Grizzlys, Mitchell Heard fand den völlig freien TJ Mulock - nur 3:1. Festerling, Heard auf freien Mulock. Straubing marschierte, Jeremy Williams traf den Pfosten, ehe die Grizzlys auch aus ihrem dritten Powerplay kein Kapital schlagen konnten. Kurz danach hatten Valentin Busch (traf die Scheibe nicht richtig) und Christoph Höhenleitner (bekam die Scheibe am langen Pfosten nicht reingedrückt) das 4:1 auf dem Schläger. Chase Balisy wiederum ballerte dann freistehend die Scheibe über Wolfsburgs Kasten.

Zuschauerin vom Puck getroffen

Straubing steckte nicht auf, Brückmann hielt weiter überragend, klärte unter anderem gegen Williams glänzend. Schlimme Szene auf der Tribüne: Eine Frau wurde auf den Rängen hinter den Spielerbänken von einem abgefälschten Puck getroffen, blutete stark im Gesicht, wurde sofort von den Sanitätern versorgt. Die Grizzlys, zuletzt recht erfolgreich in Überzahl ließen auch eine sechste Gelegenheit dieser Art verstreichen, bekamen dann aber auch gegen Straubings zweite Überzahl keine Probleme. Letztlich raubten sich die Gäste mit Undiszipliniertheit die Chance, vielleicht noch einmal heranzukommen. Sie kassierten drei weitere Strafen, in doppelter Überzahl band Bittner den Sack mit dem 4:1 zu.

Am Sonntag (16.30 Uhr) gastieren die Grizzlys bei den Augsburger Panthern. Bei Furchner und Fauser gibt es, so Manager Charly Fliegauf, eine kleine Chance, dass sie dabei sind. Sie bleiben eventuell am Samstag, wenn das Team abfährt, noch daheim, könnten zum Spiel nachreisen.

Zwei andere Personalien: U23-Verteidiger Maxi Adam wurde jetzt fest an Zweitliga-Kooperationspartner Kassel Huskies abgegeben. Sein Vertrag mit den Grizzlys tritt aber nächste Saison wieder in Kraft: Manager Charly Fliegauf begründete das mit dem Fakt, dass er bei den Grizzlys mit dem in Kürze zu erwartenden Comeback von Armin Wurm weit hinten dran gestanden hätte. Kassel wird die Play-Offs sicher erreichen, kann dort so weiter Spielpraxis sammeln. Als Förderlizenzspieler wie bisher hätte er die für die Play-Offs notwendige Zahl Spiele nicht erreicht. So aber wir der spielberechtigt sein.

Und: Der Kontrakt von Steven Raabe mit den Grizzlys läuft aus. Der Youngster, der bei Oberligist Hannover Indians stark spielt und nebenbei in Kürze sein Abitur macht, soll, so Fliegauf, bleiben: "Wir planen mit ihm bei uns." Raabe habe zuletzt bei der U19-Nationalmannschaft gut gespielt und darüber hinaus habe er von U19-Nationalcoach Tobias Abstreiter auch ein sehr positives Feedback bekommen.

Wolfsburg: Brückmann - Bittner, Casto; Bergman, Jones; Likens, Button - Rech, Pfohl, Aubin; Nijenhuis, Festerling, Johansson; Machacek, Olimb, Busch; Valentin, Latta, Höhenleitner.

Straubing: Vogl - Daschner, Schopper; Brandt, Kohl; Eriksson, Acolatse; Gläßl - Mouillierat, Connolly, Williams; Schütz, Brunnhuber, Loibl; Laganiere, Balisy, Turnbull; Schönberger, Heard, Mulock.

Schiedsrichter: Schukies/Iwert.

Zuschauer: 2850. - Strafminuten: Wolfsburg 6 / Straubing 18

Tore: 1:0 (3:13) Pfohl (Rech/Aubin), 2:0 (11:06) Bittner (Rech/Pfohl), 3:0 (13:0!9 Casto (Valentin(/Latta), 3:1 (25:43) Mulock (Heard), 4:1 (54:37) Bittner (Pfohl).

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