18. Januar 2021 / 18:46 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Manager Charly Fliegauf erklärt, warum er hinter Cortina steht

Grizzlys Wolfsburg: Manager Charly Fliegauf erklärt, warum er hinter Cortina steht

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Charly Fliegauf
Stellt sich hinter Pat Cortina: Manager Charly Fliegauf.
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Am Mittwoch gastieren die Grizzlys Wolfsburg (nur fünf Punkte aus den vergangenen sechs Spielen) im Eishockey-Oberhaus bei den punktlosen Krefeld Pinguinen. Nach zwei weiteren Spielen ohne Sieg bezieht Manager Charly Fliegauf im SPORTBUZZER-Interview Stellung zur Situation beim Tabellensechsten, zur Personallage und begründet, warum er in der Trainerfrage ruhig bleibt.

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Am Mittwoch (20.30 Uhr) gastieren die Grizzlys Wolfsburg in der DEL bei den bislang nicht konkurrenzfähigen Krefeld Pinguinen. Bei Wolfsburg wird Gerrit Fauser mit einer Unterkörperverletzung fehlen. "Eine Woche könnte es dauern", sagt Manager Charly Fliegauf, der in der vergangenen Woche den Trainerstab unter Druck gesetzt hatte, nach zwei weiteren sieglosen Spielen und dabei nur zwei von sechs möglichen Punkten nun Stellung im SPORTBUZZER-Interview bezieht.

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Herr Fliegauf, auf der Facebook-Präsenz der Grizzlys und in anderen Gruppen in den sozialen Medien ist Chefcoach Pat Cortina die Hauptzielscheibe der Kritik, wie stehen Sie dazu?
Einerseits nachvollziehbar, aber nicht in diesem Maße, und das ärgert mich auch. Denn wenn es nicht läuft, ist es mir einfach zu billig zu sagen, der Trainer ist Schuld. Wir gemeinsam, Trainer, Manager und Spieler tragen die Verantwortung. Uns allen schmeckt das Gebotene auch nicht. Aber wenn dann noch zu lesen ist: 'Ich wünsche der Mannschaft, dass sie verliert, damit der Trainer fliegt', dann sage ich: ,Ein sogenannter Fan, der der Mannschaft eine Niederlage wünscht, damit das passiert, ist für mich absolut kein Grizzlys-Fan'.

Sie haben den Trainern das Vertrauen ausgesprochen...
...weil ich sehe, dass sie akribisch ihre Arbeit machen. Die Mannschaft ist intakt und auch das Verhältnis untereinander sehr gut. Klar ist, auch mir haben viele Leistungen der Mannschaft nicht gefallen. Und unsere Punktzahl gefällt mir auch nicht. Es gilt, herauszuarbeiten, woran das liegt, dass die Mannschaft nicht konstant das bringt, was sie bringen kann.

Das ist doch die Aufgabe der Trainer, oder nicht?
Ja, aber eben nicht nur, da sind auch jeder einzelne Spieler, die Leader, der Mannschaftsrat gefordert, gemeinsam mit dem Trainer die Wege zu finden. Da schließe ich auch mich selbst mit ein. Wir alle haben auch Erwartungen an die Mannschaft. Ganz klar: Es ist eine schwierige Situation, aber es ist auch nicht die Welt untergegangen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, das sage ich ganz offen, wir hätten angesichts der vielen Overtime-Spiele auch ein paar Punkte mehr haben können. Aber wäre es dann gut gewesen - nein? Die jüngsten beiden Spiele waren verbessert, da wir defensiv wieder besser gespielt haben, wenig zuließen, auch wenn die Ergebnisse gefehlt haben.

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Gegen Krefeld sind die Grizzlys eigentlich im Sieg-Zwang, oder?
Krefeld sollten wir mit Respekt begegnen, denn bei jeder Mannschaft, die eine lange Niederlagen-Serie hat, geht so eine Serie irgendwann zu Ende. Aber es liegt an uns. Wenn wir auf das Eis bringen, zu was wir in der Lage sind, sind wir die bessere Mannschaft. Wir können und wollen erfolgreicher und besser spielen als zuletzt - egal, mit welchem Trainer.

Es gab Überlegungen, sich eventuell noch zu verstärken, wie sieht es da aus?
Janik Möser ist wieder auf dem Eis, bei Dominik Bittner wird es nicht so lange dauern, wie wir auch ins Kalkül ziehen mussten. Deshalb werden wir die Gesamtsituation immer sehr kurzfristig neu bewerten. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass wir versuchen werden, uns noch zu verstärken. Aber ich kann noch nicht sagen, wann oder in welchem Bereich. Es muss passen. Am Ausfall der beiden Verteidiger hängen unsere vergangenen Auftritte nicht. Ein Zugang könnte den Konkurrenzkampf unter den Import-Spielern erhöhen.

Geld dafür wäre da?
Im Etat gäbe es dafür noch Mittel.