03. Januar 2022 / 17:56 Uhr

Grizzlys nach Mega-Lauf selbstbewusst: "Sind eine Top-Mannschaft!"

Grizzlys nach Mega-Lauf selbstbewusst: "Sind eine Top-Mannschaft!"

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Julian Melchiori, Jordan Murray und Spencer Machacek (v.l.) von den Grizzlys Wolfsburg beim Torjubel zum 1:0 während des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen Red Bull München am 02.01.2021 in Wolfsburg, Deutschland. 
"Respekt!" Manager Charly Fliegauf ist beeindruckt von der Entwicklung und vom Lauf der Grizzlys Wolfsburg und sagt selbstbewusst: "Wir sind eine Top-Mannschaft!" © City-Press GmbH (2)
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In kurzer Folge zehn von zwölf möglichen Punkten aus den Partien gegen die vier Konkurrenten in den Top Five und das ohne den Topscorer. Die Grizzlys Wolfsburg haben einen Mega-Lauf im Eishockey-Oberhaus. Manager Charly Fliegauf selbstbewusst: "Wir sind eine Top-Mannschaft!"

Das war bei diesem Programm nicht unbedingt zu erwarten gewesen, doch mit zehn von zwölf möglichen Punkten gegen alle Konkurrenten aus den Top Fünf haben sich die Grizzlys Wolfsburg seit dem 21. Dezember vollends in der Spitzengruppe des Eishockey-Oberhauses festgebissen, sind auf bestem Kurs, das Hauptrunden-Minimalziel Platz sechs (direkte Play-Off-Quali) zu erreichen. Doch inzwischen stehen auch die Chancen gut, unter den Top Vier zu landen, was Heimrecht in der ersten Play-Off-Runde bedeutet. Die ärgsten Verfolger im Kampf um Position vier liegen vier (München) und sechs (Ingolstadt) Punkte zurück. Bis zu den Play-Offs sind es für Wolfsburg noch 21 Spiele, doch Trends verfestigen sich. Und da sieht bei den Grizzlys einiges gut aus. Das Heimrecht in den Play-Offs etwa: nicht uninteressant. Zehn der vergangenen elf Heimspiele gewann das Team von Trainer Mike Stewart. Die Grizzlys haben einige Spezialitäten entwickelt.

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Schwer zu schlagen: Wolfsburg verliert nicht gern: 23 der 35 Partien wurden gewonnen, da kann nicht einmal Spitzenreiter Berlin (21 Siege bei zwei ausgetragenen Spielen weniger) mithalten, sondern nur der Dritte aus Mannheim, (23 Siege bei einem Spiel weniger). Die Grizzlys geben ungern alles nach 60 Minuten ab. Es gab nur acht glatte Niederlagen. Da ist nur Berlin (7) besser.

Overtime-Stärke: Dass Wolfsburg schwer zu schlagen ist, zeigt sich dann auch in Overtime. 5:1 Siege nach Verlängerung lautet die Bilanz, nur Mannheim (4:0) kann da mithalten. Manager Charly Fliegauf: "Wir haben auch für diese Situation die Skills, gute Spieler. Julian Melchiori, Ryan Button, Jordan Murray, Janik Möser als bewegliche Verteidiger mit Übersicht etwa." Dazu gesellen sich dann in Overtime jeweils Angreifer mit Wucht, Scheibensicherheit, Auge und Abschluss wie Trevor Mingoia, Chris DeSousa, Darren Archibald oder zuletzt Fabio Pfohl. Letzterer hatte beim 5:3 in Ingolstadt aufgezündet. "Er ist jetzt wieder in der Form, in der wir ihn sehen wollen", lobte Fliegauf. Pfohl hatte eine schwierige Saison, war schon zweimal ausgebremst gewesen, hat erst 20 Spiele absolviert.

Im Penaltyschießen, meist als Glücksspiel bezeichnet, ist die Grizzlys-Bilanz mit drei Zusatzpunkten (bei drei abgegeben Zusatzpunkten) ausgeglichen, Mannheim ist hier mit drei Erfolgen und keiner Niederlage top, Berlin (1/2) und Ingolstadt (0/2) sind nicht so toll. Und München ist glücklos. In Wolfsburg setzte es am Sonntag beim 4:3 n. P. der Grizzlys die fünfte Niederlage im fünften Penaltyschießen der Saison.

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Wolfsburgs jüngste Erfolge waren eine Ansage an die Konkurrenz! Auch, weil sie ohne Topscorer und Top-Torjäger Chris DeSousa errungen wurden. Obendrein gelangen den Grizzlys dabei zweimal in Folge in regulärer Zeit drei Treffer, was in vielen Spielen der jüngeren Vergangenheit eher problematisch gewesen war. Fliegauf: "Es ist gut, dass die Mannschaft gesehen hat, dass sie es auch ohne ihn kann." Das nimmt etwas Druck vom Topscorer, zugleich macht es die Grizzlys schwerer ausrechenbar. Die ansteigende Formkurve von Pfohl, aber auch die nun zunehmend wieder spürbare Präsenz von Bully-Experte und Mittestürmer-Fels Tyler Gaudet (rund 105 Kilo auf 1,90 Metern Größe) nach überstandenem Knöchelbruch gibt den Grizzlys Tiefe.

Wolfsburg steht, das wurde jetzt deutlich, nicht von ungefähr auf Platz zwei. Selbst Fliegauf, der der Mannschaft, die er mit zusammengestellt hat, dementsprechend natürlich viel zutraut, war beeindruckt, sagte nach dem Sieg gegen München: "Respekt!" Der Schlüssel aus seiner Sicht: "Wir haben gut gespielt als Mannschaft, in die sich alle einfügen, ob beide Torhüter, ob die jungen Spieler. Jeder trägt seinen Teil bei. Ich sehe die Entwicklung der Mannschaft sehr positiv. Wir sind eine Top-Mannschaft!"