06. Januar 2020 / 18:29 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Nach dem Triumph in München ging es auf die Piste 

Grizzlys Wolfsburg: Nach dem Triumph in München ging es auf die Piste 

Jürgen Braun und Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Immer Gas geben: Die Grizzlys Wolfsburg hatten beim Teamevent eine Menge Spaß, das galt auch für Manager Charly Fliegauf (r.).
Immer Gas geben: Die Grizzlys Wolfsburg hatten beim Teamevent eine Menge Spaß, das galt auch für Manager Charly Fliegauf (r.). © BrauerPhotos / G.Nitschke
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Das könnte ein Meilenstein auf dem Weg in die Play-Offs gewesen sein. Durch ein unerwartetes 5:4 n. P. bei Vizemeister und Spitzenreiter RB München festigte Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg am Sonntag Platz neun. Manager Charly Fliegauf war darüber extrem glücklich. Und die Profis gingen auf die Piste...

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Fabio Pfohl hat die Nase vorn

Auf die Piste heißt: Sie genossen auf Einladung von Hauptsponsor VW am Montag nach dem Spiel ein Fahrevent in Faistenau auf schneebedeckten Höhen in der Nähe von Salzburg. Es war Spaß mit Mehrwert, denn auf dem präparierten Grund ging es um Fahrsicherheit im Winter - im Slalomparcours, beim Driften und Bremsen. Die Zeiten wurden immer besser, was für den Lerneffekt spricht. Die Nase vorn hatte am Ende Fabio Pfohl, der Siegtorschütze von München, vor Brent Aubin und Co-Trainer Petteri Väkiparta. Womit sich Chris Casto, ein Fan starker Sportwagen, ein paar Sticheleien anhören musste. Der Verteidiger hatte trotzdem Spaß: "Für mich war das eine Supersache. Und fürs Team auch." So beurteilte es auch Nationalspieler Gerrit Fauser, der meinte: "Das war ein toller Tag, diese Veranstaltung hat uns noch mehr zusammengeschweißt."

Grizzlys Wolfsburg Teamevent

Zehnter müssen die Wolfsburger mindestens werden, um wieder in die Play-Offs einzuziehen. Die hatten die Grizzlys im Vorjahr verpasst, nachdem sie zehnmal in Folge (Liga-Rekord) in der Endrunde dabei gewesen waren. "Viele Teams haben noch nicht in München gewonnen. Es war schon ein wenig überraschend, vor allem mit dieser Mannschaft!" Was Fliegauf damit meint: Seit Wochen fehlen etliche wichtige Spieler. Nach Lucas Lessio, Alexander Johansson, Sebastian Furchner und Armin Wurm war mit Mathis Olimb ein weiterer Akteur verletzt, der obendrein als Top-Center eingeplant ist. Immerhin: Nach ersten Untersuchungen könnte er mit seiner Oberkörperverletzung glimpflich davongekommen sein. Fliegauf: "Ich bin vorsichtig optimistisch."

Teamevent der Grizzyls Wolfsburg

So lief das Team-Event der Grizzlys Wolfsburg. Zur Galerie
So lief das Team-Event der Grizzlys Wolfsburg. ©

Hoffnung bei Mathis Olimb

So besteht Hoffnung, dass Olimb vielleicht am Freitag (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen Ingolstadt wieder dabei sein kann. Torjäger Lessio und Johansson, der mit Lessios Ankunft regelrecht aufgeblüht war, könnten eventuell zurückkehren. Den Wolfsburgern könnte es helfen, denn solche Energieleistungen wie in München sind mit dem kleinen Kader nicht stetig drin. Das hatte sich etwa gegen Augsburg gezeigt, als die Grizzlys müde wirkten, einige Akteure fast unsichtbar waren. In München war das zwei Tage später wieder ganz anders. Fliegauf: "Man konnte schon vor dem Spiel spüren, dass jeder bereit ist. Und dann war auch an der Bande fühlbar, dass die Mannschaft wollte, jederzeit an sich geglaubt hat, auch nach dem 0:2 und dem späten 3:4 nicht aufsteckte. Das war eines unserer besten Spiele der Saison. Jeder ist für den anderen gelaufen."

Grizzlys Wolfsburg Fahrtraining

Fliegauf: "Der fast perfekte Spieltag"

"Das war der fast perfekte Spieltag für uns", freute sich der Manager. Denn Wolfsburg baute dank der Niederlagen von Augsburg und Nürnberg den Vorsprung auf die beiden einzigen verbliebenen Verfolger aus, Ein Team aus diesem Trio wird die Play-Offs verpassen. "Wir sind jetzt in der Saisonphase, in der immer weniger gutzumachen ist, weil es immer weniger Spiele werden", war nicht nur Fliegauf extrem glücklich über die zwei Zähler beim Titelaspiranten. Fürs Selbstbewusstsein war es doppelt gut, denn es war zugleich das erste Mal, dass die Wolfsburger gegen ein Team aus den Top Drei punkteten.

"Es war wichtig für den Kopf, sich zu belohnen. Wir sind dabeigeblieben, nicht auseinandergefallen. München ist eine absolute Topmannschaft, hat selten gepatzt. Es ist schön, wenn man dann dort Punkte holen kann", sagte Fauser, der Wolfsburg kurz vor Schluss der regulären Spielzeit das 4:4 beschert hatte. "Die Jungs haben es erzwungen", lobte der Manager. Fauser schmeckten sein spätes Tor und der Sieg doppelt süß, denn, wie immer bei Spielen in Bayern waren seine Eltern vor Ort.

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Nach hinten ein klein wenig Luft, weiter hoch auf eine bessere Platzierung könnte es für die Grizzlys auch noch gehen. Der kommende Gegner hat nur sechs Punkte Vorsprung und liegt als Sechster auf dem letzten Rang, der direkt ins Play-Off-Viertelfinale führt. Fliegauf: "Im Grunde ist jetzt jedes Spiel ein Schlüsselspiel."