23. Januar 2022 / 17:49 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Spielausfall nach Serienende kommt ungelegen

Grizzlys Wolfsburg: Spielausfall nach Serienende kommt ungelegen

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Jordan Murray von den Grizzlys Wolfsburg und Maximilian Renner von den Bietigheim Steelers im Zweikampf wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Bietigheim Steelers am 19.01.2022 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Da begannen die Probleme schon: Jordan Murray unter Druck beim Sieg gegen Bietigheim. Sowohl der Top-Verteidiger als auch viele andere Leistungsträger bekamen auch in Nürnberg die Kurve nicht. Die Siegesserie endete. © City-Press Gmbh/Grizzlys Wolfsburg
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Trainingswoche statt langer Süd-Tour: Die Grizzlys Wolfsburg müssen am Mittwoch nicht nach Straubing, das Spiel fällt aus. Der Coach des deutschen Eishockey-Vizemeister sieht das aber gar nicht gern.

Das war zu erwarten gewesen und ist seit Sonntagvormittag perfekt: Die Grizzlys Wolfsburg sind am Mittwoch spielfrei, ihre Eishockey-Partie bei den Straubing Tigers fällt aus. Die Tigers hatten in den vergangenen Tagen etliche Corona-Fälle, hatten daraufhin schon ihre beiden Wochenend-Partien absagen müssen. Wolfsburgs Coach Mike Stewart passt der Ausfall gar nicht, denn: "Wir wollen spielen!" Und er glaubt, dass im Herzen alle Teams diesen Wunsch haben, "denn es wäre gut, die Hauptrunde ordentlich zu Ende zu bringen, mit allen Spielen".

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Dass alle Teams alle Partien noch über die Bühne bekommen, wird angesichts inzwischen rund 40 verlegter Partien immer unwahrscheinlicher. Vor dem Hintergrund, dass wohl mindestens eine Mannschaft absteigen muss - das ist nach den Regularien jetzt der Stand -, wäre es aus Sicht des Wolfsburger Trainers fatal, "wenn es ein Team am Ende aufgrund der Quotienten-Regel treffen würde". Auch wenn die Liga sich diese extra für den Fall von nicht nachholbaren Partien gegeben hatte.

Über die Auf- und Abstiegsregelungen soll mit der DEL2 verhandelt werden, die Olympia-Pause wurde schon verkürzt, die DEL-Manager diskutieren auch schon das Modell, den Spielplan aufzuweichen. Teams, die spielfähig sind, könnten, so die Idee, demnach außerhalb des ohnehin immer mehr zerfetzten Planes antreten. Konkret könnte das momentan bedeuten: Bremerhaven, Bietigheim, Iserlohn und Straubing sind in Quarantäne, ihre spielfreien Gegner könnten noch offene Partien untereinander vorziehen, um so für die Nachholtermine Freiräume zu schaffen. Allerdings: Dabei sind Sponsoren, TV-Partner und auch die Hallenbelegungen mögliche Hindernisse. Es ist aber zu erwarten, dass die jüngsten Verlegungen nicht die letzten waren.

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Rein sportlich wäre Stewart die längere Trainingswoche prinzipiell entgegengekommen, "denn wir hatten seit unserer Corona-Pause Anfang Januar keine". So kann er nun alle seine Schützlinge, die unterschiedliche Fitnessstände aufweisen, wieder einigermaßen auf gleichen Stand bringen. Aber eben auch nur für ein Spiel. Am Freitag in Augsburg. Danach hätten die Grizzlys laut aktuellem Plan Spielpause bis zum 11. Februar (Spiel in Iserlohn). Eines konnte der Coach seinen Schützlingen durch den Ausfall aber versprechen: "Jetzt wird die Trainingswoche anstrengender."

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Die unterschiedlichen Fitnessstände, sie könnten mit ein Grund für die abfallende Leistungskurve der Grizzlys gewesen sein, die im ersten Spiel nach der Zwangspause in Bremerhaven gewonnen hatten, gegen Bietigheim beim 5:3 aber schon spürbar Probleme hatten und dann auch in Nürnberg bei der 2:3-Niederlage nicht so richtig bei der Sache waren. "Es hatte sich gegen Bietigheim schon angebahnt", wusste Stewart. "Wir haben nur 30 Minuten Eishockey gespielt." Dann war die Sieben-Spiele-Siegesserie vorbei.

Er meinte die zweite Hälfte der Partie. Da allerdings war diese nach zwischenzeitlichem 0:3-Rückstand schon praktisch verloren. "Wir waren schlampig, das war zu wenig", sagte der Wolfsburger Trainer, nahm auch Torwart Chet Pickard in Schutz, der bei den Gegentreffern nicht optimal ausgesehen hatte, allerdings auch noch gute Saves geliefert hatte. Der Coach: "Die Niederlage war nicht seine Schuld. 30 Minuten lang waren wir nicht wir selbst." Richtig gut war diesmal keiner gewesen. Fand auch der Coach: "Ein paar waren in Ordnung." Mehr nicht.

Die Grizzlys hatten am Samstag und auch am Sonntag frei, starten am Montag in die Trainingswoche. Und hoffen, dass sie von Corona verschont bleiben (genau wie alle anderen noch nicht betroffenen Klubs), um wenigstens die Partie am Freitag noch über die Bühne zu bekommen.