22. November 2020 / 17:56 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Sportlich Luft nach oben, Corona-Maßnahmen greifen gut

Grizzlys Wolfsburg: Sportlich Luft nach oben, Corona-Maßnahmen greifen gut

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jordan Boucher von den Grizzlys Wolfsburg und Mike Moore von den Fischtown Pinguins während des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven am 20.11.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Florian Pohl/City-Press GmbH)
Autsch: Jordan Boucher mit einer Bruchlandung. Wolfsburg verlor auch gegen Bremerhaven. Manager Charly Fliegauf bleibt aber gelassen. © City-Press GmbH / Grizzlys Wolfsburg
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Leichter Kantersieg gegen einen unvollständigen Gegner, danach zwei Niederlagen - nach der Hinrunde im Magentasport-Cup sind die Eishockey-Profis der Grizzlys Wolfsburg nicht auf Kurs Halbfinale - dennoch ist Manager Charly Fliegauf ganz gelassen. Positiv, und das ist wichtig, ist das Corona-Zwischenfazit.

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7:0 gegen eine überforderte Düsseldorfer EG, 1:3 in Krefeld, 2:3 gegen Bremerhaven - das als Magentasport-Cup firmierende Vorbereitungsturnier von acht DEL-Klubs lief für die Grizzlys Wolfsburg nicht besonders. Dass die Mannschaft von Trainer Pat Cortina schon länger als fast alle Konkurrenten im Oberhaus im Training ist, war nicht zu erkennen. Manager Charly Fliegauf macht das allerdings keine Bauchschmerzen: "Es ist die Vorbereitung. Das werden wir nicht überbewerten." Allerdings: "Wir haben die Chance, sportlich im Cup etwas zu erreichen." Sprich: Man möchte auch gewinnen.

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Was ihn optimistisch stimmt: "Gegen Bremerhaven waren wir ja nicht schlechter, es war ja nicht so, dass die das gut herausgespielt haben. Allen drei Toren gingen Fehler voraus, die wir so nicht machen sollten." Dass das Abwehr-Pärchen Ryan Button/Phillip Bruggisser defensiv vielleicht nicht die Optimalbesetzung ist, wird niemandem verborgen geblieben sein. Und dass ineffiziente Schönspielerei vorn gern mal übertrieben und der Puck öfter zu lange geführt wird, auch nicht. Fliegauf mit Blick auf das Krefeld-Spiel und die Partie gegen Bremerhaven: "Die Konsequenz in allen Bereichen hat gefehlt, offensiv hätte es mehr Zug zum Tor gebraucht." Doch das seien alles Dinge, die man justieren könne.

Zumal sich positiv abgezeichnet habe, dass das spielerische Potenzial da sei, dass Maximilian Adam nach verkorkster Vorsaison jetzt spürbar sicherer wirkt, dass Valentin Busch einen Sprung gemacht hat und dass sich Spät-Verpflichtung Julian Melchiori binnen nicht einmal zwei Wochen sehr gut eingewöhnt hat. Knapp eine Woche (mit zwei freien Tagen) haben die Grizzlys Zeit, sich zu sammeln, um am Samstag im Spiel bei der DEG den Kampf um einen Halbfinalplatz (Platz eins und zwei der Gruppe) wieder aufzunehmen.

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Neben dem sportlichen Wettkampf ist es für alle Klubs auch ein Kampf gegen Corona. In dieser Hinsicht fällt Fliegaufs Zwischenbilanz sehr positiv aus: "Sowohl daheim als auch auswärts hat alles gut funktioniert." Gewöhnungsbedürftig sei die Anreise mit Maske, zudem war die Autobahn auf der Tour nach Krefeld ziemlich voll gewesen, sodass es nur eine kurze Pause gab. Eigentlich hatte man mehr einlegen wollen. Da hat man nun Erfahrungswerte. Und über die tauschen sich die Klubs, sportliche Konkurrenten, aber beim Ziel, eine DEL-Saison hinzubekommen, in einem Boot, natürlich aus. So hat sich Augsburgs Sportlicher Leiter Duane Moeser beim ehemaligen Klubkollegen Fliegauf gemeldet, um sich Tipps zu holen. Fliegauf: "Wir haben ja immer gesagt, dass die Klubs, die schon Erfahrungen sammeln konnten, bereitstehen, diese weiterzugeben."

Ein Verbesserungs-Schritt, den die Wolfsburger testen: Verstärkte Nutzung digitaler Technik, um Statistiken und Spielbericht zu füllen und zu vollenden. Fliegauf: "Da wird es noch Gespräche mit der DEL-Führung geben. Mit den entsprechenden Tools statt per Boten Papier herum zu befördern, könnte man auf diese Art Papier sparen, vor allem aber im Kampf gegen Corona Kontakte reduzieren." Denn wenn die Pandemie mal den Spielbetrieb lahmlegt, der am 17. Dezember beginnen soll, wird es ganz schwer, die Saison nach Plan zu Ende zu bringen.