21. April 2021 / 14:48 Uhr

Grizzlys Wolfsburg unter Druck: Das müssen sie jetzt besser machen!

Grizzlys Wolfsburg unter Druck: Das müssen sie jetzt besser machen!

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
(L-R) Maxime Fortunus von den Fischtown Pinguins, Sebastian Furchner von den Grizzlys Wolfsburg, Alex Friesen und Dominik Uher  von den Fischtown Pinguins während des Spiels zwischen den Fischtown Pinguins Bremerhaven gegen die Grizzlys Wolfsburg am 20.04.2021 in Bremerhaven, Deutschland. (Foto von Mathias Renner/City-Press GmbH)
Zuversicht ist da: Manager Charly Fliegauf weiß aber auch, dass die Grizzlys am Donnerstag (19.30 Uhr) gegen Bremerhaven stärker sein müssen als am Dienstag. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Sieg oder Sommerpause. So einfach ist die Rechnung schon im zweiten Spiel des Play-Off-Viertelfinales im Eishockey-Oberhaus. Wegen Corona wird es die kürzeste Endrunde aller Zeiten. Die Grizzlys Wolfsburg sind am Donnerstag (19.30 Uhr) in Siegzwang. Manager Charly Fliegauf bleibt Optimist.

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"So grausam kann Eishockey sein!" So brachte Manager Charly Fliegauf den Play-Off-Start der Grizzlys Wolfsburg am Dienstagabend in Bremerhaven (4:2 für die Gastgeber) auf den Punkt. Zwei Szenen binnen einer Minute veränderten die 60 Minuten Kampf im Nordduell zwischen Gastgeber Fischtown Pinguins Bremerhaven und dem Tabellendritten der Nordgruppe völlig: Garrett Festerling fuhr in Wolfsburger Unterzahl einen Konter - scheiterte. Auf der anderen Seite traf der Nordzweite zwei Sekunden vor Ablauf dieser Überzahl zum 2:2. "Machen wir vorher das 3:1, gewinnen wir wahrscheinlich", glaubt Fliegauf.

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Seine Zuversicht allerdings bleibt ungebrochen. "Wir gewinnen am Donnerstag, weil wir 60 Minuten so spielen wie in Bremerhaven im ersten Drittel." Er fügte hinzu: "Aber nur dann haben wir auch eine Chance."

Was die Grizzlys besser machen müssen

Konsequenz und Entschlossenheit: Im ersten Drittel hatten die Wolfsburger am Dienstag meist die Kontrolle, spielten schnell hinten raus, überbrückten die neutrale Zone stark. Allerdings: Auch hier gab es schon die eine oder andere Situation, in der zu lange überlegt wurde und Bremerhaven so in Wolfsburgs Zone bleiben und Druck aufbauen konnte. Beim Ausgleich zum 1:1 etwa wollte auch Dustin Strahlmeier einmal etwas zu viel, leitete die Scheibe als Fehlpass weiter, als er sie besser anders geklärt hätte. Wolfsburg kam nicht raus, fing sich den Ausgleich. Wichtig wird sein, diese unforced errors noch weiter zu minimieren. Im zweiten Drittel kam Bremerhaven nach schwachem ersten Durchgang besser in Tritt. Dass da dann mehr Fehler passierten, war verständlich. Doch die Grizzlys hatten Glück, gingen im Powerplay in Führung. Perfekt eigentlich, denn im dritten Abschnitt war Wolfsburg wieder präsent, hatte sogar die besseren Chancen, bis die Pinguins das Spiel kippten. Im Angriff überzeugte vor allem die Formation um Mathis Olimb. Die Reihe mit Matti Järvinen, Sebastian Furchner und Max Görtz zeigte einige Male ihre Klasse, erspielte sich aber wenig Zwingendes. Da geht mehr.



Wachsamkeit: Es gab Phasen, vor allem im zweiten Drittel, wo Bremerhaven recht viel Platz in Wolfsburgs Slot hatte. Beim vorentscheidenden 2:3 kritisiert Fliegauf: "Da hätte der Schläger des Spielers vor dem Tor kontrolliert werden sollen."

DEL-Play-Offs - Spiel 1: Fischtown Pinguins Bremerhaven - Grizzlys Wolfsburg.

DEL-Play-Offs - Spiel 1: Fischtown Pinguins Bremerhaven - Grizzlys Wolfsburg. Zur Galerie
DEL-Play-Offs - Spiel 1: Fischtown Pinguins Bremerhaven - Grizzlys Wolfsburg. © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH

Bullys: Die Anspiel-Bilanz sprach gegen Wolfsburg. "Da waren wir nicht optimal", meinte Fliegauf. Und er meinte damit nicht Phil Hungerecker, der mangels echtem Center diese Rolle in der vierten Formation übernahm, mehr Anspiele gewann als verlor. Järvinen sah mit 12:18 nicht gut aus. Jedoch: "Die entscheidenden Anspiele muss man gewinnen", so Fliegauf. Und das sei etwa vor dem 2:4 nicht gelungen. So kamen die Grizzlys mit sechstem Feldspieler eine Minute vor Schluss gar nicht mehr zu einer Chance, Bremerhaven vielleicht noch einmal einzuschnüren und den Ausgleich zu erzwingen. Man fing sich gleich das 2:4.

Abschluss und Chancenverwertung: Von den dicken Chancen her ging Bremerhavens Sieg in Ordnung, Die Gastgeber hatten noch zweimal Pfostenpech. Die Pinguins können eine Menge Wucht bringen, die Grizzlys, die in den Vorwochen regelmäßig mehr als zwei Tore schossen, schafften das jetzt zweimal in Folge nicht. Zwei Tore könnten gegen Bremerhaven zu wenig sein. Die klaren Chancen müssen rein.

Am Mittwochmittag traf sich die Mannschaft zu Regeneration, Massage, freiwilligem Training und Analyse, nachdem sie in der Nacht um 2.30 Uhr zurückgekehrt war. „Jetzt heißt es do or die, jetzt sind wir unter Druck“, sagt Fliegauf. „Volle Kraft voraus.“

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