18. März 2021 / 19:00 Uhr

Grizzlys Wolfsburg verschärfen Anti-Corona-Strategie

Grizzlys Wolfsburg verschärfen Anti-Corona-Strategie

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
DEL; Eishockey; Gruppe Nord; Grizzlys Wolfsburg - DŸsseldorf, DEG, 10.02.2021;
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Das Virus im Blick: Manager Charly Fliegauf. Die Grizzlys Wolfsburg verschärfen zur entscheidenden Saisonphase die Teststrategie. © Boris Baschin, Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH, dpa
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Brisante Mischung: Das Corona-Virus ist aggressiver geworden, die Eishockey-Saison geht in die entscheidende Phase. Konsequenz bei DEL-Klub Grizzlys Wolfsburg: Die Anti-Corona-Strategie wird verschärft. Und es gibt Personelles.

Noch 14 Spiele bis zum Start der Play-Offs. 14 Spiele in 28 Tagen! Zugleich ist das Corona-Virus aggressiver geworden, während die Eishockey-Saison in die entscheidende Phase geht. Konsequenz bei DEL-Klub Grizzlys Wolfsburg: Die Anti-Corona-Strategie wird verschärft. Manager Charly Fliegauf: "Wir beobachten die Entwicklung sehr genau, sehen steigende Fallzahlen, auch den Ausfall von Partien in der 2. Fußball-Bundesliga. Deshalb haben wir die Test-Strategie verändert."

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Statt wie bisher auf einen PCR-Test und zwei Antigen-Tests pro Woche, setzen die Grizzlys jetzt auf zwei PCR-Tests. Die sind feiner und genauer - "es könnte uns helfen, einen Corona-positiven Spieler noch zu isolieren, bevor es mehrere erwischt", so Fliegauf.

Zugleich, so Wolfsburgs Manager, "haben wir erneut an die Mannschaft appelliert, wachsam zu sein, auf sich zu achten". Denn: "Eine Ansteckung kann passieren, aber man sollte sich in die Augen schauen können und die Frage: ,Habe ich alles richtig gemacht?' mit ,Ja' beantworten können."

Die Wolfsburger sind sensibel im Umgang mit der Pandemie: Ihr erster positiver Fall war gleich ein schwieriger. Janik Möser musste lange warten aufs Comeback, weil er - wahrscheinlich als Infektionsfolge - eine Herzmuskelentzündung entwickelt hatte. Außerdem hatte es noch Jan Nijenhuis (im Rahmen der Junioren-WM) sowie Valentin Busch und Armin Wurm erwischt. In Absprache mit dem Gesundheitsamt wurde nach der positiven Testung von Wurm als zweitem Fall binnen weniger Tage das Team in Quarantäne geschickt und die Partie in Köln verlegt.

Ausfälle im Team (die Grizzlys haben mit Ryan Button und Fabio Pfohl schon zwei Langzeit-Verletzte) sind jetzt nur noch schwer verkraftbar, Team-Quarantäne kann die Play-Off-Teilnahme kosten. Oder, wenn man sie erreicht, das Aus in den Spielen um die Meisterschaft bringen. Fliegauf erklärt: "Der enge Spielplan lässt keinen Raum mehr für Verlegungen." In der Verzahnungsrunde mit dem Süden - die Grizzlys starten da am Montag in Mannheim.

Solange eine Mannschaft neun Feldspieler und einen Torwart aufbieten kann, muss sie spielen. Das Ergebnis bei starker Unterbesetzung lässt sich leicht voraussagen. Ist das Antreten nicht möglich, entfällt die Partie in der Verzahnungsrunde. Haben am Ende nicht alle Teams in den weiter getrennten Gruppen-Tabellen die gleiche Spielzahl, zählt die Quotienten-Tabelle.


Vor diesem Hintergrund war Wolfsburgs 3:1-Erfolg am Mittwoch in Köln megawichtig. Statt einen Punkt hinter Köln auf Platz fünf, was bei einer Niederlage passiert wäre, liegen die Grizzlys jetzt fünf Punkte vor den Haien, die hinter Iserlohn weiter den ersten Nicht-Play-Off-Platz belegen. "Wir haben jetzt eine solide Ausgangsposition, jeder weitere Sieg hilft, denn was kommt, kann man nicht kalkulieren", so Fliegauf. Am 20. April ist der Start der Play-Offs terminiert. Auch hier ist der Rhythmus eng. Fliegauf: "Kann man nicht antreten, wird das Spiel als verloren gewertet." Die Eishockey-Saison 20/21 - sie ist für die Grizzlys ein Kampf gegen 13 Teams und einen unsichtbaren Gegner.

Themen Cortina und Button

Verlängert haben die Grizzlys am Donnerstag den Vertrag mit Keeper Chet Pickard. Zwei weitere Personalien rücken nun in den Fokus: Absolut verlässlich agierte auch Ryan Button, der sich am Freitag einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte, der das Saisonaus bedeuten dürfte. Im Norden hatten nur Verteidiger der Eisbären Berlin eine bessere Plus-Minus-Bilanz, Button hatte neun Punkte gescort, eine Powerplayformation gelenkt, gezeigt, warum ihn Manager Charly Fliegauf 2019 aus München geholt hatte. Button würde gerne bleiben, Fliegauf würde den Deutsch-Kanadier der nächste Woche 30 wird, gern halten.

Es dürfte höchstens noch um letzte finanzielle Details gehen, Button war aufgrund seiner (erwiesenen) Fähigkeiten als Schlüsselspieler geholt worden, ist mit seinem deutschen Pass dementsprechend ein eher teurer Spieler.

Auch mit Coach Pat Cortina ist Fliegauf im Austausch. Hier geht es wahrscheinlich nicht so sehr ums Finanzielle. Fliegauf: „Es gibt noch keine Entscheidung, es gibt noch Dinge zu klären.“

Dabei könnte es sich auch um grundsätzliche Dinge (Ausrichtung des Teams und die finanziellen Möglichkeiten dafür) handeln. „In dieser speziellen Saison „verschiebt sich das übliche Zeitfenster nach hinten“, sagt er und deutet an, dass man gerne noch Spiele gegen die Südteams sehen möchte.