14. Februar 2021 / 21:49 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Vierter Sieg am Stück, Furchner hängt Saison an

Grizzlys Wolfsburg: Vierter Sieg am Stück, Furchner hängt Saison an

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Torjubel von Sebastian Furchner.
Dreifach erfreulich: Sebastian Furchner traf zum 1:0, er wird wohl bei den Grizzlys verlängern - und gewann mit ihnen 3:2 in Krefeld. © Mathias M. Lehmann
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Sie sind da, die Grizzlys Wolfsburg! Der Eishockey-Erstligist landete am Sonntag den vierten Sieg in Folge, eroberte damit in der DEL erstmals seit dem 3. Januar wieder den ersehnten Play-Off-Platz. Das 3:2 nach Verlängerung bei Schlusslicht Krefeld Pinguine war aber eine schwere Geburt. Und: Rekordspieler und Kapitän Sebastian Furchner hängt wohl noch eine Saison an.

Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg landete am Sonntag den vierten Sieg in Folge, eroberte damit in der DEL erstmals seit dem 3. Januar wieder den ersehnten Play-Off-Platz. Das 3:2 (0:0, 2:1, 0:1) bei den abgeschlagenen Krefeld Pinguinen fiel nicht leicht. Kapitän Sebastian Furchner, der wohl noch eine Saison anhängt, Max Görtz und Spencer Machacek trafen. Die Grizzlys sind nun in den Play-Off-Rängen, haben sogar Kontakt zu Platz drei und zwei.

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Personal

Bei den Gastgebern fehlte der erfahrene Verteidiger Alex Trivellato - er wechselte in 2. schwedische Liga zu Västeras IK. Im Vergleich zur Partie gegen Düsseldorf gab es bei den Grizzlys nur eine Änderung: Es fehlte Angreifer Jan Nijenhuis (krank), dafür gab Flügelstürmer Gerrit Fauser sein Comeback nach Unterkörperverletzung. Erfreulich: Die beiden Corona-Fälle Valentin Busch und Armin Wurm gelten als gesund. Wurm durfte am Samstag seine Einzelzimmer-Quarantäne verlassen, steht nun vor medizinischen Tests, die das weitere Vorgehen im Return-to-play-Programm bestimmen. Er wird in der beginnenden Woche noch nicht zur Verfügung stehen. Busch war früher erkrankt, er darf ab Montag wieder aufs Eis - theoretisch könnte er am Donnerstag gegen Iserlohn zur Verfügung stehen.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Krefeld mit neun Niederlagen in neun Heimspielen, die Grizzlys zuletzt dreimal in Serie erfolgreich - im ersten Abschnitt begegneten sich die Teams aber auf Augenhöhe. Beide hatten Top-Chancen. Doch sowohl Marvin Cüpper (gegen Pekka Jormakka und Fabio Pfohl) als auch Strahlmeier (gegen Constantin Braun und Arthur Tianulin) waren auf dem Posten. Wolfsburg ließ den Gastgebern lange zu viel Spielraum, wurde dann aber stärker, hatte allerdings auch Glück, dass Julian Melchiori bei Grizzlys-Überzahl den letzten Pass bei einem Krefeld-Konter im Hechtsprung unterband.

Wolfsburg wurde im zweiten Drittel bissiger, verdiente sich die Führung, die Görtz gut vorbereitete und Furchner zu seinem dritten Saisontreffer im 1041. DEL-Spiel verwertete. Aber: Das abgeschlagene Schlusslicht hatte einen guten Tag, blieb dran, zumal die Wolfsburger immer wieder kleine Unaufmerksamkeiten einstreuten. Zum Glück hielt Strahlmeier oder die Gastgeber verzogen. Der Ausgleich war eher unglücklich, Strahlmeier hatte den Puck am Pfosten nicht, Nikita Shatsky roch den Braten, kurvte ums Tor - 1:1. Positiv fürs Team von Coach Pat Cortina: Das Powerplay klickt weiter - Görtz traf zur neuerlichen Führung.

Krefeld spielte weitaus stärker als bei einigen derben Pleiten zuvor, allerdings waren die Grizzlys nicht so kompakt wie bei ihren jüngsten Siegen, wirkten auch im Schlussdrittel wieder passiv und zu oft zu zögerlich. Krefeld, individuell längst nicht so gut besetzt, fühlte sich eingeladen. Brett Olson glich aus. Immerhin: In der Verlängerung traf Machacek zum vierten Erfolg in Serie.

So sieht es bei Furchner aus

Sein alter Langzeitvertrag war vor der aktuellen Saison ausgelaufen, während der Vorsaison noch einigte sich Außenstürmer Furchner mit Manager Charly Fliegauf auf eine weitere Spielzeit. Festgelegt worden war bereits vor Jahren, dass Furchner so lange spielen kann, wie er will - und dann ins Management des Klubs einsteigt, wenn er seine aktive Karriere beendet. Doch nach Letzterem sieht es nicht aus. Denn: Er befinde sich in Gesprächen mit seinem Verein, sagte er dem SPORTBUZZER vor der Partie. Zwar wollte er nichts über die Richtung verraten, jedoch: Bei Gesprächen zu diesem Zeitpunkt kann es nur über die Fortführung der aktiven Karriere gehen. Über die Details in Sachen Management könnte man auch nach der Spielzeit reden.


Furchner spielt seit 2008 für die Grizzlys, ist ihr Rekord-Spieler, Rekord-Torschütze und -Scorer, zudem drittbester DEL-Torschütze aller Zeiten und könnte noch in dieser Saison, spätestens aber 2021/22 von Platz vier auf auf Platz zwei der ewigen DEL-Rekord-Spieler-Liste springen. In den vergangenen Partien hatte der 38-Jährige wieder gezeigt, dass er es immer noch drauf hat. Der gebürtige Allgäuer ist im Powerplay immer noch ein Schlüsselspieler und in der Kabine ein absoluter Leader. Fliegauf bestätigte bei Magentasport vor dem Spiel in Krefeld Gespräche in Richtung Einbindung des Musterprofis, ohne aber auf dessen Zukunft als Spieler in der Grizzlys-Organisation einzugehen.

Furchner wurde nach dem Spiel konkreter. "Wir sind in Gesprächen. Es ist ja klar, dass man so nicht unbedingt seine Karriere beenden muss", meinte er mit Blick auf die leeren Stadien. "Ich spiele fast 20 Jahre und wenn ich die Gelegenheit habe, vor den Fans der Liga noch mal zu spielen und dieses Eishockey-Feeling von allen Beteiligten zu haben, dann werden wir uns schon irgendwie einigen."

Statistik

Krefeld: Cüpper - Bappert, Bindulis; Mass, C. Braun; Sacher, Gläßl; - Karsums, Olson, L. Braun; Lessio, Postel, Niederberger; Tianulin, Blank, Schymainski; Shatsky, Petrakov, Buncis; Volek.

Grizzlys: Strahlmeier - Melchiori, Likens; Button, Bruggisser; Möser, Raabe - Görtz, Järvinen, Furchner; Machacek, Festerling, Adam; Jormakka, Olimb, Rech; Fauser, Pfohl, Hungerecker.

Schiedsrichter: Schadewaldt/Schukies. - Strafminuten: Krefeld 4/Wolfsburg 4.

Tore: 0:1 (25:39) Furchner (Görtz/Järvinen), 1:1 (33:11) Shatsky (Lessio/Sacher), 1:2 (34:56) Görtz (Järvinen/Button - 5:4), 2:2 (53:50) Olson (L. Braun/Karsums), 2:3 (62:02) Machacek.