05. Januar 2021 / 17:21 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Youngster Valentin Busch auf Höhenflug

Grizzlys Wolfsburg: Youngster Valentin Busch auf Höhenflug

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Valentin Busch von den Grizzlys Wolfsburg und Alex Trivellato von den Krefeld Pinguinen wŠhrend des Spiels zwischen die Grizzlys Wolfsburg gegen die Krefeld Pinguine am 20.12.2020 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Im entscheidenden Jahr: Valentin Busch von den Grizzlys Wolfsburg (l.) machte zuletzt viel Freude. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Ein Dreier wäre mal wieder schön. Den nächsten Anlauf startet Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg am Mittwoch (18.30 Uhr) in Bremerhaven. Die Wolfsburger wollen es wissen - allen voran Youngster Valentin Busch, dem der Corona-Sommer nicht geschadet hat.

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Zwei Punkte in Düsseldorf, zuvor einer gegen Köln, zwei Spiele vorher zwei Zähler gegen Berlin - die Grizzlys Wolfsburg punkten konstant, allerdings: Seit dem Saisonauftakt im Eishockey-Oberhaus gelang ihnen kein glatter Sieg mehr. Leistungsmäßig aber haben sich die Wolfsburger stabilisiert, sind einige Akteure aus einem Leistungsloch herausgeklettert. Oder sind sogar in einem Hoch. Wie Valentin Busch.

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"Die Sommer-Vorbereitung ist wichtig, ich habe viel an der Physis gemacht", so Busch. In der heimischen Garage und in einem Fitness-Zentrum in Erding, wo er herstammt. "Da ist es natürlich schön, wenn auf dem Eis etwas gelingt", freut er sich. Ihm gelang zuletzt einiges. Ein Tor und eine Vorlage in Düsseldorf, zuvor schon ein Tor gegen die Kölner Haie. Mit insgesamt fünf Punkten belegt der U23-Akteur Platz drei der Wolfsburger Scorer-Liste. "Er bestätigt bislang seine Entwicklung", freut sich Manager Charly Fliegauf. Für den Youngster ist sein letztes U23-Jahr ein entscheidendes. Ist er danach gut genug für die DEL? "Das ist natürlich das Ziel", sagt Busch.

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In Düsseldorf spielte er an der Seite des routinierten Garrett Festerling, der mit einem Tor und drei Vorlagen überragend scorte und ein starkes Spiel ablieferte. Doch Busch einfach nur als Profiteur zu sehen, wäre viel zu einfach. Denn zum einen hatte der Youngster in der Vorsaison zum Ende hin schon immer stärker gespielt, seinem ersten DEL-Tor drei weitere folgen lassen. Und er hatte schon alle möglichen Nebenspieler. Festerling: "Ich schätze, es war vielleicht das fünfte Mal, dass wir gemeinsam in einer Reihe gespielt haben." Dem erfahrenen Center gefiel's. "Es macht Spaß mit Buschi. Er hat hart gearbeitet, will lernen und es ist schön, seine Fortschritte zu sehen." Direkt vor den dann wegen Corona abgesagten Play-Offs war Busch richtig in Fahrt, wurde ausgebremst, aber machte offenbar das Beste daraus.

Was zeichnet den zwölf Jahre jüngeren Flügelstürmer aus. Der Mittelstürmer sagt: "Er ist aufgeschlossen, setzt die Dinge gut um." Busch gibt das Kompliment zurück: "Festi und Spencer Machacek helfen mir viel, erklären mir oft, was ich hätte besser machen können." Möglicherweise geht das Trio in Bremerhaven wieder in einer Formation auf Torejagd. Machacek, der in Düsseldorf früh wegen eines Cuts im Oberschenkel raus musste, hat am Dienstag trainiert, es dürfte reichen, um zu spielen.


Doch Busch spielt dort, wo Coach Pat Cortina ihn hinbeordert. "Ich bekomme Vertrauen und versuche es zurückzugeben", sagt der Angreifer. Er ist physisch stärker geworden, hatte zuletzt regelmäßig Torchancen, die er teils selbst herausgearbeitet hatte. Geht es so weiter, kann aus seinem Traum vom DEL-Stammspieler etwas werden.

Doch es braucht Geduld. Alexander Karachun von der Düsseldorfer EG war U23-Spieler bei den Grizzlys, packte den Sprung nicht ganz. Die Grizzlys wollten ihn als Ü23-Spieler nicht, kein anderer DEL-Klub griff zu. Vergangene Saison scorte er dann mächtig für Kassel, die Düsseldorfer EG holte ihn, dort hat er inzwischen drei Tore in vier Partien erzielt, traf auch am Sonntag gegen Wolfsburg. Die Umleitung 2. Liga möchte sich Busch allerdings ersparen. Einfaches Rezept: so weitermachen wie zuletzt.

Festerling zuversichtlich

So weitermachen wie zuletzt könnte für die Grizzlys derweil an der Nordsee zu wenig sein. Sie wollen nicht nur in der DEL mal wieder einen Dreier, es fehlt ihnen im neuen Spieljahr überhaupt noch ein Erfolgserlebnis gegen die Fischtown Pinguins. Im Magentasport-Cup gab es jeweils Niederlagen gegen die vor allem im Powerplay überragenden Bremerhavener. Festerling ist zuversichtlich: "Wir haben einen Weg gefunden, zu unserer Stärke gefunden, in der defensiven Zone müssen wir aber noch besser werden." Die Grizzlys hatten im Cup fünf Niederlagen aneinandergereiht. In der DEL-Saison gelangen ihnen aber bislang drei Siege in fünf Spielen, nur einmal gab es gar keinen Punkt.