09. September 2020 / 07:30 Uhr

Große Erwartungen: Rückraumriese Meyer-Siebert bei DHfK Leipzig vor dem Durchbruch

Große Erwartungen: Rückraumriese Meyer-Siebert bei DHfK Leipzig vor dem Durchbruch

Christian Dittmar
Leipziger Volkszeitung
Julius Meyer-Siebert (Mitte) will beim SC DHfK den nächsten Schritt gehen.
Julius Meyer-Siebert (Mitte) will beim SC DHfK den nächsten Schritt gehen. © Christian Modla
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Die richtige Größe für einen respektablen Rückraum-Shooter bringt Julius Meyer-Siebert auf jeden Fall mit. Seit diesem Sommer gehört er fest zum Profi-Kader des SC DHfK Leipzig. In den ersten Testspielen mit den Grün-Weißen zeigte das 20-jährige Nachwuchstalent bereits, wozu er im Stande ist.

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Leipzig. Sein persönliches Highlight beim Trainingslager in Bad Blankenburg seien die Grillabende mit der ganzen Mannschaft gewesen, erzählt Julius Meyer-Siebert. Auch wenn er als einer der Jüngsten im Team für das Grillen verantwortlich war und erst am Ende selbst zum Essen kam. Der 20-Jährige scheint vor seiner zweiten Spielzeit im Bundesliga-Kader des SC DHfK angekommen zu sein im Kreis der Etablierten. In der Vorsaison pendelte er noch zwischen dem U23-Team, in dem er zum Leistungsträger avancierte und der Erstliga-Mannschaft, wo er meist auf der Bank saß. Daneben musste der sprichwörtliche Riese noch sein Abitur machen - in Corona-Zeiten eine zusätzliche Herausforderung.

Meyer-Siebert bringt Gardemaß mit

Das Handballspielen lernte Meyer-Siebert bei seinem Heimatverein HASPO Bayreuth. Sein Drang nach sportlicher Aktivität war bereits im frühesten Kindesalter ausgeprägt. Mit drei Jahren wuselte der Blondschopf schon durch die örtliche Turngruppe, die damals vom Sport-Zivi Philipp Müller – heutiger Sportkoordinator beim SC DHfK Leipzig – geleitet wurde. Eher zufällig bewarb sich Julius Meyer-Siebert dann im Alter von 16 Jahren für ein Sichtungstraining bei der Leipziger Handball Akademie. „Da waren wir schnell von ihm angetan und haben sofort Potential gesehen. Für seine enorme Körpergröße verfügte er schon über eine sehr saubere Technik, das sieht man bei so großen Spielern sehr selten“, erinnert sich Nachwuchskoordinator Matthias Albrecht. Fortan sollte Leipzig für Meyer-Siebert zur neuen Heimat werden.

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Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Testspiel gegen den EHV Aue vor 249 Zuschauern mit 33:27. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Testspiel gegen den EHV Aue vor 249 Zuschauern mit 33:27. © Christian Modla

Nach dem Abitur kann er nun den Fokus vollkommen auf Handball legen und hat nach eigenen Angaben auch ein paar Kilo Muskelmasse zugelegt. Allein von der Größe brachte der Rückraummann mit 2,06 Metern schon Gardemaß mit. "Julius ist noch ein junger Spieler, der aber viel Potenzial hat", sagt sein Coach André Haber über ihn. Nun müsse Meyer-Siebert den nächsten Schritt gehen.

Parallelen zu Luca Witzke

„Ich möchte jede Einheit nutzen, um mich weiterzuentwickeln und mir Einsatzzeiten zu erarbeiten“, sagt der Hüne selbst. Eine erste Möglichkeit bot sich ihm schon in den Testspielen gegen Aue und Kielce. Denn Luca Witzke, sonst Stammspieler im Rückraum, hatte sich zuvor im Training am Knie verletzt und fällt wochenlang aus. Beim 33:27 gegen den Zweitligisten aus dem Erzgebirge kam Meyer-Siebert denn auch gleich auf eine Menge Spielzeit und avancierte mit vier Treffern zum drittbesten DHfK-Torschützen. Gegen das polnische Spitzenteam taten sich die Leipziger insgesamt schwerer und auch der Jungspund konnte weniger Akzente setzen.

Dennoch könnte durch die lange Witzkesche Verletzungspause nun die Zeit von Meyer-Siebert anbrechen. Passenderweise war sein Rückraum-Konkurrent fast genauso alt wie Meyer-Siebert aktuell, als er aus Essen in die Messestadt wechselte. Nur gut ein halbes Jahr später war Witzke absoluter Leistungsträger und trug das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Gegen eine solche Entwicklung hätte Julius Meyer-Siebert wohl auch nichts einzuwenden.