11. November 2021 / 13:00 Uhr

Das größte Spiel der Vereinsgeschichte: Panitzsch/Borsdorf fiebert Pokal-Kracher entgegen

Das größte Spiel der Vereinsgeschichte: Panitzsch/Borsdorf fiebert Pokal-Kracher entgegen

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Vorfreude bei PaBo: Kann der Pokalschreck wieder für eine Überraschung sorgen?
Vorfreude bei PaBo: Kann der Pokalschreck wieder für eine Überraschung sorgen? © Christian Modla
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Am 17. November greift der SV Panitzsch/Borsdorf wieder in den Sachsenpokal ein. Bisher hat die Mannschaft schon drei Landesklassisten aus dem Rennen geworfen. Doch am Buß- Und Bettag ist ein ganz anderes Kaliber zu Gast. Denn dann empfängt die Wedemann-Truppe höchstwahrscheinlich den Chemnitzer FC, sofern der sich am Wochenende beim SV Liebertwolkwitz keine Blöße gibt. 

Panitzsch. Beim Leipziger Stadtliga-Spitzenreiter SV Panitzsch/Borsdorf macht man offenbar seit einiger Zeit vieles richtig. Die Fußballer der Trainer Thomas Wedemann und Karoline Aulrich sind noch ungeschlagen. Pokalspiele mitgezählt ist Wedemanns Truppe sogar schon 17 Spiele in Folge unbezwungen. Nun fiebert der Leipziger Stadtpokalsieger der nächsten großen Pokalaufgabe entgegen. Nachdem sie bereits drei Landesklassisten aus dem Sachsenpokal geworfen hat, geht es am 17. November, dem Buß- und Bettag, wahrscheinlich gegen Regionalligist Chemnitzer FC, sofern der sich vier Tage zuvor beim Landesklasse-Team des SV Liebertwolkwitz wie erwartet durchsetzt.

Obwohl auf dem Panitzscher Sportplatz noch etwas „Sturmholz“ zu beräumen war, kann und darf „Pabo“ auf dem eigenen Gelände spielen. „Die Polizei und der Verband haben unserer Absicht zugestimmt“, freut sich Wedemann. Am Panitzscher „Waldkater“ wird sogar eine zweireihige Tribüne mit 120 Sitzen aus der RB-Arena errichtet. Später soll noch eine Überdachung folgen. Etwa 10.000 Euro kostet die von Sponsoren finanzierte erste Baustufe. Ein Kunstrasen-Kleinfeld ist in Planung. Schritt für Schritt verbessern sich die Bedingungen. Nicht zuletzt durch den Borsdorfer Sportplatz, den die Nachbarn vor 20 Jahren in die Fusion beider Vereine eingebracht haben. Auch dort soll sich Gravierendes tun, vor allem das Sozialgebäude soll neu entstehen.

„Der Zusammenschluss war auf jeden Fall sinnvoll“, befindet Wedemann, auch wenn er selbst „erst“ die fünfte Saison in Panitzsch tätig ist. Er schaffte sofort den Aufstieg aus der Stadtklasse in die -liga und setzt nun mit dem SVP möglicherweise zum nächsten Sprung an. Den Höhenflug erklärt er sich so: „Meine Jungs sind alle fit aus der Corona-Zwangspause gekommen. Und sie wollen dreimal pro Woche trainieren, sie sind ehrgeizig. Es sind meist mindestens 15 Mann da. Mitunter geht es da ganz schön zur Sache. Außerdem haben wir den Kader sinnvoll verjüngt und verstärkt.“ Zum Beispiel mit Marcel Wagner vom 1. FC Lok, dem Grimmaer Luis Walter und Torwart Leonard Saewe aus Taucha.

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PaBo wird sich nicht verstecken

Apropos Taucha: Der SVP kooperiert mit der SGT 99, bei den A-Junioren bildet man mit dem Nachbarn eine Spielgemeinschaft. „Das macht Sinn, da werden die Spieler besser ausgebildet. Das funktioniert jetzt das zweite Spieljahr und soll so fortgeführt werden“, wünscht sich der Coach, der auch aus dem eigenen Nachwuchs Spieler wie Tim Fröhlich und Julian Stelzner in sein Team eingebaut hat.

Nun wartet mit dem CFC also der nächste Pokalbrocken, und zwar ein richtiger, nachdem sich die drei nur eine Klasse über „PaBo“ spielenden Teams im Pokal als „zu leicht“ erwiesen haben. Letzteres würde das Trainergespann der Panitzscher freilich so nie formulieren, dafür nehmen sie ihre Aufgaben viel zu ernst. Erst recht vor der vielleicht größten Partie der Vereinsgeschichte. Wobei man relativieren muss: Zwar waren die Chemnitzer als FC Karl-Marx-Stadt 1967 sogar einmal DDR-Meister und danach auch meist eine passable Größe in der DDR-Oberliga sowie später als Chemnitzer FC zeitweise in der 2. Bundesliga präsent, doch auch die Panitzscher mischten schon deutlich höher als derzeit mit. Von 1996 bis 2000 kickten sie in der Bezirksliga, damals immerhin die fünfthöchste Spielklasse. Verstecken wird sich das kecke Team vom Leipziger Stadtrand also selbst vor dem klaren Favoriten sicherlich nicht, zumal es eine stattliche dreistellige Zuschauerschar hinter sich haben wird.