20. Dezember 2019 / 19:46 Uhr

Grüne Weihnacht: Lok Engelsdorf und Roter Stern treiben Kunstrasenplätze voran

Grüne Weihnacht: Lok Engelsdorf und Roter Stern treiben Kunstrasenplätze voran

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Große Freude bei Lok Engelsdorf: Die Förderung eines neuen Kunstrasenplatzes wurde bewilligt.
Große Freude bei Lok Engelsdorf: Die Förderung eines neuen Kunstrasenplatzes wurde bewilligt. © Christian Modla
Anzeige

Eine große Weihnachtsbescherung für die beiden Clubs gab es bereits vier Tage früher. 

Anzeige

Leipzig. „Der Weihnachtsmann kommt in Engelsdorf vier Tage eher“, frohlockten die Fußballer von Lok Engelsdorf in einer Pressemeldung dieser Woche. Grund ist der Fördermittelbescheid für das Vorhaben, einen Großfeld-Kunstrasen zu bauen. Die Bescheidübergabe ging am Freitag auf dem Sportplatz an der Hans-Weigel-Straße im Beisein vieler Mitglieder über die Bühne.

Anzeige

„Nach anderthalb Jahren Vorbereitung haben wir es geschafft. Die Investition von rund 750 000 Euro wurde bewilligt“, freute sich Lok-Präsident Lutz Lehmann. Mindestens ebenso groß ist die zeitgleiche Freude bei Roter Stern Leipzig, wo das Investitionsvolumen insgesamt gar 1,7 Millionen Euro beträgt. An der Teichstraße sollen im ersten Bauabschnitt für gut eine Million Euro ein Groß- als auch ein Kleinfeld mit Kunstrasen entstehen. „Damit ist unser bislang größtes Bauprojekt in trockenen Tüchern und wir freuen uns auf die Realisierung bis hoffentlich Ende nächsten Jahres“, sagt Sterne-Vorstand Adam Bednarsky. Genau so viel wie die Gesamtsumme von 1,7 Millionen habe man bislang auf dem Sportplatz Goethesteig investiert, aber eben über zehn Jahre gestreckt.

Bednarsky hat mit anderen im Stadtrat für eine auch von Lehmann oft vorgetragene Forderung gekämpft, den Eigenanteil der Vereine von 20 auf 10 Prozent zu senken. Sonst sei die Belastung für die gemeinnützigen Vereine zu groß. Ab 2020 soll die neue Regelung für Investitionen über 200 000 Euro nun gelten. „Den Beschluss dazu könnte der Stadtrat im Frühjahr fassen“, hofft Sportbürgermeister Heiko Rosenthal und ergänzte: „Ich freue mich, dass wir mit rund 222 000 Euro den städtischen Beitrag leisten können, die Sportinfrastruktur ist uns wichtig.“ Vom Land kommen weitere gut 370 000 Euro, der stattliche Rest von 150 000 Euro ist Loks Eigenanteil. Die Engelsdorfer profitieren noch nicht von dem auf 90 Prozent steigenden Förderanteil, ebenso wie Roter Stern bestenfalls im zweiten Abschnitt der stattlichen Investition die Zehn-Prozent-Regel für den Eigenanteil genießen wird.

Mehr zum Fußball in Leipzig

Während bei Roter Stern teilweise Vorstandsmitglieder für ein Bankdarlehen bürgen, haben die Engelsdorfer das Geldsammeln für den Eigenanteil mit einer Radfahrt um den Markkleeberger See begonnen, die von Lutz Lehmann sowie Namensvetter und Rad-Olympiasieger Jens angeführt wurde und als Startgeld 880 Euro einbrachte.

Weiteres Geld kam über Spenden oder wird auch über Eigenleistungen eingebracht. Dafür bedankte sich der Lok-Chef bei allen Mitgliedern und Helfern, die auf einer Ehrentafel am Sportplatzeingang gewürdigt werden. Dennoch glaubte Lutz Lehmann zwischenzeitlich, dass es fast nicht zu stemmen sei und argumentierte für einen höheren Förderanteil: „Wir bauen auf Gelände der Stadt, dementsprechend kommt der Wertzuwachs auch Leipzig zugute.“ Nun hoffe man auf die baldige Baugenehmigung. „Bislang haben wir nur den Eingangsstempel auf dem Antrag erhalten. Trotzdem möchten wir im April mit dem Bau beginnen und möglichst im Herbst fertig sein.“

Das Thema Kunstrasen steht auch beim ATV 1845 ganz oben auf der Agenda. Anlässlich der Hockey-EM 2004 hatten die Stötteritzer einen Kunstrasen eingeweiht, der in die Jahre gekommen und kaum noch unfallfrei zu gebrauchen ist. Für das neue künstliche Grün gibt es bereits Zusagen der öffentlichen Hand – in den nächsten Wochen soll der Eigenanteil von stolzen 60 000 Euro beisammen sein. Noch fehlen 20 Prozent. ATV gründete die Initiative „Leipziger Sportvereine gewinnen zusammen“. Laut Ronny Anders von der Hockey-Abteilungsleitung genügte je ein Anruf bei RB, Lok, Chemie und den DHfK-Handballern. „Alle waren von der Idee angetan und versprachen Unterstützung.“ Die Clubs stellten je ein Trikot mit den Unterschriften aller Spieler zur Verfügung. Diese werden bis 30. Dezember versteigert. Die aktuellen Angebote sind unter www.atv1845auktion.de ersichtlich und dürfen gern überboten werden.

Frank Müller, Frank Schober