29. November 2020 / 16:31 Uhr

Grün-Weiß in Bestform: SC DHfK Leipzig gewinnt Ostderby gegen SC Magdeburg

Grün-Weiß in Bestform: SC DHfK Leipzig gewinnt Ostderby gegen SC Magdeburg

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Sieg im Ostderby: Der SC DHfK gewinnt gegen den SC Magdeburg. © Christian Modla
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Der SC DHfK gewinnt das Ost-Derby gegen SC Magdeburg: Mit 33:29 setzen sich die Leipziger im „wichtigsten Spiel der Saison“ durch.

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Leipzig. Die Ränge der Arena Leipzig hätten gebebt, denn dieses Ostderby hatte alles – nur keine Fans. So starken Handball hatte der SC DHfK Leipzig seit seiner Corona-Zwangspause nicht mehr auf die Platte gebracht. Mit einem klaren Matchplan, hellwachem Keeper und sicheren Abschlüssen aus dem Rückraum und von Kreisläufer Maciej Gebala setzten sich die Grün-Weißen mit 33:29 (16:14) gegen den SC Magdeburg durch.

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Ein dicker Verband um den Oberschenkel erinnerte noch an den heftigen Sturz vom Donnerstag, dennoch stand Lukas Binder bei diesem wichtigen Spiel mit auf der Platte. Beim SCM waren ebenfalls mehrere Einsätze fraglich, doch auch Magnus Gullerud, Michael Damgaard und Torhüter Jannick Green wollten sich für diese Partie nicht länger schonen. Die Schmerzen im Bein oder das Zwicken in der Schulter wurden gegen den Rivalen ignoriert – zu viel stand auf dem Spiel.

DURCHKLICKEN: Der Leipziger Sieg gegen Favorit SC Magdeburg

Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Ost-Schlager-Spiel gegen den SC Magdeburg mit 33:29. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Ost-Schlager-Spiel gegen den SC Magdeburg mit 33:29. © Christian Modla

Gleich zu Beginn zeigten die Hausherren eine Qualität, die sie zuletzt gegen Lemgo und Balingen haben missen lassen. Mit punktgenauen Pässen setzte der Rückraum seinen Kreisläufer Maciej Gebala in Szene und kam so zu den ersten eigenen Treffern. Durch einen Strafwurf für Omar Magnusson und zwei starken Aktionen von Damgaard blieb das Team von Coach Bennet Wiegert jedoch in Führung. Die Wende leitete DHfK-Keeper Joel Birlehm ein. Durch sein starkes Zusammenspiel mit der Defensive verhinderte der 23-Jährige in den ersten 30 Minuten mehr als jeden zweiten Angriff auf das Leipziger Tor. „Es hat sich bewahrheitet, dass das Team mit weniger Fehlern und dem besserem Torhüter gewinnt“, analysierte später der SCM-Coach.

Partie droht zu kippen - Leipzig startet Lauf

Aber nicht nur Gebala und Birlehm waren am Sonntag in Bestform, denn auch Gregor Remke drehte gegen den SCM auf. Zuletzt hatte der Rückraumspieler nur selten eigene Treffer verzeichnen können, doch mit neuem Mut und enormer Sprungkraft knallte er Torhüter Green insgesamt fünf Bälle ins Netz. „Wir haben als Mannschaft sehr gut performt und waren von Minute eins an da. Das gibt dann auch jedem Einzelspieler noch einen Schub“, lobte der 22-Jährige. In Kombination mit gewohnt gutem Tempospiel hatte die Haber-Sieben noch vor der 15. Minute eine Drei-Tore-Führung herausgespielt.


Beim 12:11-Zwischenstand drohte die Partie jedoch zu Gunsten der Elbestädter zu kippen. Mit einem starken Konter über Magnus Gullerud hatten die Gäste den Anschlusstreffer erzielt und in Folge verhinderte Green einen Siebenmeter von Lucas Krzikalla. Mit einer offensiven 6:0-Abwehr ließen die Leipziger allerdings kaum noch etwas zu und sicherten sich mit einem 3:0-Lauf erneut die Führung. In die Kabine bekamen sie den 15:11-Zwischenstand jedoch nicht und musste sich mit einem 16:14 zufrieden geben.

Erster Sieg seit vier Jahren

Kaum technische Fehler, harte aber saubere Abwehrarbeit und schöne Abschlüsse aus zahlreichen Positionen machten das Ostderby zum Hingucker. Die Hausherren hielten in einem harten Fight eine knappe Zwei-Tore-Führung durch die gesamte zweite Hälfte aufrecht. Durch schöne Einzelaktionen, wie Niclas Pieczkowskis Sprung in den Kreis inklusive Nachwurftreffer nach eigenem Abpraller, hatte der DHfK immer wieder die Chance, die Führung auszubauen. Doch unter anderem sechs erfolgreiche Siebenmeter von Magnusson brachten die Gäste jedes Mal wieder heran.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): Das war heute hoch emotional für mich. Ein Derby ist immer natürlich immer besonders, erst recht wenn wir gewinnen können. Wir hatten einen klaren Plan und eine gute Deckung, haben Passwege verhindert und stark verteidigt. Unser Tempospiel haben wir im Vergleich zu den vergangenen Spielen verbessert. Außerdem hatte ich heute genügend Jungs, die mutig genug waren, den Ball aus dem Rückraum auf das Tor zu werfen.Ein schöner Abschluss für eine harte Woche. Im schwersten Spiel der dreien, das geschafft zu haben, ist etwas ganz besonderes. Jeder der das Spiel gesehen hat, weiß, es hätte 8000 Zuschauer verdient gehabt. Zur Galerie
André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): "Das war heute hoch emotional für mich. Ein Derby ist immer natürlich immer besonders, erst recht wenn wir gewinnen können. Wir hatten einen klaren Plan und eine gute Deckung, haben Passwege verhindert und stark verteidigt. Unser Tempospiel haben wir im Vergleich zu den vergangenen Spielen verbessert. Außerdem hatte ich heute genügend Jungs, die mutig genug waren, den Ball aus dem Rückraum auf das Tor zu werfen.Ein schöner Abschluss für eine harte Woche. Im schwersten Spiel der dreien, das geschafft zu haben, ist etwas ganz besonderes. Jeder der das Spiel gesehen hat, weiß, es hätte 8000 Zuschauer verdient gehabt." ©

Mit einer 30:27-Führung, allerdings in Unterzahl, ging es für die Grün-Weißen in die Schlussphase. Doch auch mit einem Spieler zu wenig, blieben die Sachsen im Angriff gefährlich. Statt einer Niederlage in letzter Sekunde gab es in diesem Derby einen verdienten Sieg für die Leipziger – den ersten gegen Magdeburg seit über vier Jahren. „Ein schöner Abschluss für eine harte Woche. Im schwersten der drei Spiele, das geschafft zu haben, ist etwas ganz besonderes. Jeder der das Spiel gesehen hat, weiß, es hätte 8000 Zuschauer verdient gehabt“, lobt DHfK-Coach Haber.

Mehr zum SC DHfK

SC DHfK: Pieczkowski 6, M. Gebala 5, Remke 5, Binder 4, Ph. Weber 4, Krzikalla 3/3, Mamic 3, Wiesmach 3.

SCM: Magnusson 10/6, Gullerud 4, Pettersson 4, Bezjak 3, G. T. Kristjansson 3, Mertens 2, O´Sullivan 2, Damgaard 1. Strafminuten: 6/2. Siebenmeter: 3/4: 6/6.