24. Juli 2020 / 19:10 Uhr

Gruppenphase bringt Derby-Schwemme – und Equord ist schon wieder weiter

Gruppenphase bringt Derby-Schwemme – und Equord ist schon wieder weiter

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Auf Wiedersehen! Arminia Vechelde und Teutonia Groß Lafferde (blauer Dress) treffen sich im Bezirkspokal und in den Punktspielen mehrfach.
Auf Wiedersehen! Arminia Vechelde und Teutonia Groß Lafferde (blauer Dress) treffen sich im Bezirkspokal und in den Punktspielen mehrfach. © ISABELL MASSEL
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Punktspielstart erst Anfang Oktober, im September Bezirkspokal satt: So hat es der Fußball-Bezirksverband beschlossen. Im Pokal gibt es eine Gruppenphase mit benachbarten Mannschaften. Erst danach steigen die Kreispokalsieger – und damit Herta Equord –in den Wettbewerb ein.

Die Erfolgsserie von Herta Equords Trainer Stephan Klemke geht weiter: Ohne bisher ein einziges Spiel mit seiner Kreisliga-Mannschaft bestritten zu haben, hat der in der Winterpause verpflichtete Coach (durch den Corona-Saisonabbruch) den Abstieg verhindert, ist (durch Los) bis ins Kreispokalfinale gekommen und steht jetzt bereits im Sechszehntelfinale des Bezirkspokals.

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Grund: Der Bezirksverband hat sich für den Fußball-Bezirkspokal einen ungewöhnlichen Modus ausgedacht. Und die elf Kreispokalvertreter steigen erst nach einer Gruppenphase in den Pokal ein. Herta hatte zwar das Kreispokalfinale per Los gegen Arminia Vöhrum verloren, aber die Arminia ist als Kreismeister ohnehin im Bezirkspokal, und so durften die Equorder „aufrücken“.

Eine witzige Geschichte. Das neue Bezirkspokal-Verfahren für diese Saison finden die meisten Trainer der Peiner Vereine allerdings nicht so witzig, allenfalls „interessant“. Die sechs Pokal-Gruppenspieltage sollen im September über die Bühne gebracht werden, die Punktspiele starten am 3./4. Oktober.

„Ich hätte lieber mehr Punktspiele gehabt und auf den Pokal verzichtet“, stellt Arminia Vöhrums Trainer Nils Könnecker fest. „Ich habe vorher nie von solchen Überlegungen gehört, und momentan erschließt sich mir der Sinn nicht“, sagte er, kurz nachdem er die Nachricht des Bezirksverbands über die Gruppen-Lösung im Pokal gelesen hatte. Der Spielausschuss-Vorsitzende Jörg Zellmer hatte das Verfahren damit begründet, dass durch die Zusammenstellung der Gruppen nach lokalen Gesichtspunkten höhere Zuschauerzahlen erreicht werden.

„Dann spiele ich ja gefühlt achtmal gegen Groß Lafferde und Vöhrum“, flachst Arminia Vecheldes Trainer Christian Gleich. Tatsächlich wird es mindestens vier Aufeinandertreffen geben: Hin- und Rückspiel im Bezirkspokal, Hin- und Rückspiel in der Bezirksliga. Das fünfte Aufeinandertreffen könnte im Härkepokal angepfiffen werden. „Die Bezirkspokal-Gruppenspiele sind letztlich Pflichtfreundschaftsspiele, die keiner braucht“, kritisiert Gleich. „Für mich steht schon fest, dass ich da viel rotieren lasse.“

Ähnlich sieht es Thomas Mainka, Trainer des TSV Wendezelle. „Derbys sind ja gut und schön. Aber ich treffe ja schon in den Punktspielen und im Härkepokal auf diese Gegner. Und zeitlich haben wir jetzt keinen Puffer mehr, wenn es nochmal ein Corona-Problem geben sollte.“ Der Bezirkspokal ist für ihn „total unattraktiv“, weil es sportlich keinen Anreiz gibt. Es sei aussichtslos, den DFB-Pokal zu erreichen.


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Bünyamin Tosun vom VfB Peine kann dem neuen Modus einiges Positives abgewinnen – allem voran die Derbys, denn auf die müssen die Peiner in der Bezirksliga verzichten. Als einziges Peiner Team war der Kreismeister von 2019 in die A-Staffel eingruppiert worden. „Wir haben in der Liga zwar keine Derbys, somit aber als Vorbereitung auf die Punktspiele“, sagt der Trainer. Er wolle viel rotieren lassen, damit alle Spieler ein wenig Derbyluft schnuppern können. Den Modus des Bezirkspokals hält Tosun für „interessant“, er macht aber kein Geheimnis daraus, sich auf einen Punktspielstart Anfang September eingestellt zu haben. Nach dem aktuellen Plan, könnte der VfB hinten raus Probleme mit den Terminen kriegen. Der letzte Spieltag ist Ende November: „Das ist in Peine immer schwierig, wenn das Wetter schlecht ist. In der Hinsicht ist die Entscheidung nicht sehr clever gelöst worden.“

Lengedes Trainer Dennis Kleinschmidt ist froh, dass überhaupt wieder gespielt wird. „Diese Saison ist eben anders.“ Nach der Entscheidung des Bezirksverbandes, die Staffel aufzusplitten, seien mehr Pokalspiele okay. „Aber ich hätte sie lieber aufgesplittet, also nach einem oder zwei Pokalspielen die ersten Punktspiele gehabt.“ Er müsse sich zusammen mit seinem Trainerkollegen Kai Olzem nun überlegen, die Saisonvorbereitung zu verändern, denn die ist auf den Punktspielstart ausgerichtet.

Neue Gedanken über die Vorbereitung macht sich jetzt auch Jerome Kuhlmann, Trainer des SV Viktoria Woltwiesche. „Bisher war sie darauf ausgerichtet, dass Anfang September alle fit sind. Jetzt muss man die Spannung einen Monat länger hochhalten. Sowas gelingt nur Jürgen Klopp“, flachst er.

So funktioniert der Bezirkspokal

Die Mannschaften: Es nehmen 86 erste Mannschaften aus dem Bezirk Braunschweig teil, die entweder in der Landes- oder der Bezirksliga spielen. Hinzu kommen die elf Vertreter aus dem Kreispokal, die vielerorts nur ausgelost wurden.

Das System: Statt der üblichen K.o.-Runden, startet der Bezirkspokal 20/21 mit einer Gruppenphase. Nach regionalen Gesichtspunkten hat der Bezirk 22 Gruppen mit je vier Teams eingeteilt. Im Hin- und Rückspiel ermitteln alle Gruppen einen Sieger, der in das Sechzehntel-Finale einzieht. Lediglich die Gruppen 17 und 21 – ohne Peiner Beteiligung – umfassen nur drei Mannschaften. Beide Sieger ermitteln einen Teilnehmer an der Runde der letzten 32. Hier sollen übrigens auch erst die Kreis-Vertreter einsteigen. Grund dafür seien die Ansetzungen auf Kreisebene, die vielerorts schon in den September gelegt wurden. Diese Teams erhalten zudem Heimrecht gegen einen zugeteilten regionalen Gegner. Ab dem Achtelfinale werden die Runden innerhalb zweier Regionen ausgelost, ab dem Viertelfinale können Teams aus den unterschiedlichsten Ecken des Bezirksgebietes aufeinander treffen.

Der Zeitplan: Alle Gruppenspiele finden im September statt, wodurch mindestens zweimal an einem Mittwoch gespielt werden muss. Am Wochenende 3./4. Oktober soll der erste Spieltag in der Landes- und Bezirksliga gespielt werden, am 28./29. November der neunte und damit letzte für das Jahr 2020. Die Rückrunde findet zwischen dem 13./14. März und dem 15./16. Mai statt. Am Ostermontag wird im Pokal das Sechzehntel-, an Christi Himmelfahrt das Achtel- und am Pfingstmontag das Viertelfinale gespielt. Das Halbfinale ist für den 20. Juni angesetzt, nur sechs Tage später soll das Endspiel steigen.

Der Reserve-Pokal: Die einzigen sechs Reserve-Teams, die im Bezirk aktiv sind, spielen untereinander einen Pokal aus. In zwei Dreier-Gruppen wird jeweils ein Sieger ermittelt, die dann am Ostermontag 2021 um den Pokal spielen werden.

Die Gruppeneinteilung

Gruppe 1: TSG Bad Harzburg, Goslarer SC 08, VfL/TSKV Oker, SV Rammelsberg.

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Gruppe 2: SC Gitter, SV Union Salzgitter, SV Fortuna Lebenstedt, VfL Salder.

Gruppe 3: SV Innerstetal, TSV Münchehof, FC RW Rhüden, SV Emekspor Langelsheim.

Gruppe 4: KSV Vahdet Salzgitter, SV Borussia Salzgitter, FC Germania Bleckenstedt, MTV Lichtenberg.

Gruppe 5: SV Lengede, SV Viktoria Woltwiesche, TSV Üfingen, SV Fümmelse.

Gruppe 6: SV Arminia Vechelde, TSV Arminia Vöhrum, SV Teutonia Groß Lafferde, VfB Peine.

Gruppe 7: TSV Germania Lamme, Lehndorfer TSV, TSV Wendezelle, TSV Hillerse.

Gruppe 8: BV Germania Wolfenbüttel, MTV Schandelah-Gardessen, MTV Salzdahlum, TSV Sickte.

Gruppe 9: SG Roklum-Winnigstedt, FSV Schöningen, FC Heeseberg, TSV Schöppenstedt.

Gruppe 10: TSC Vahdet Braunschweig, SV Kralenriede, FC Wenden, MTV Hondelage.

Gruppe 11: BSC Acosta, SC Rot-Weiß Volkmarode, SV Lauingen-Bornum, FC Türk Gücü Helmstedt.

Gruppe 12: SSV Kästorf, MTV Gamsen, SV Gifhorn, TuS Neudorf-Platendorf.

Gruppe 13: MTV Isenbüttel, SV Grün-Weiß Calberlah, FSV Adenbüttel/Rethen, TSV Vordorf.

Gruppe 14: SV Reislingen-Neuhaus, TSV Hehlingen, SV Barnstorf, TSG Mörse.

Gruppe 15: VfL Wahrenholz, FC Brome, VfR Wilsche-Neubokel, VfL Germania Ummern.

Gruppe 16: SSV Vorsfelde, 1. FC Wolfsburg, VfB Fallersleben, WSV Wendschott.

Gruppe 17: 1. SC Göttingen 05, Sparta Göttingen, FC Grone.

Gruppe 18: SC Hainberg, Bovender SV, SC Weende Göttingen, SG Lenglern.

Gruppe 19: TSV Landolfshausen/Seulingen, SV Blau-Weiß Bilshausen, SG Bergdörfer, SV Germania Breitenberg.

Gruppe 20: SSV Nörten-Hardenberg, SG Dassel-Sievershausen, FC Sülbeck-Immensen, SG Rehbachtal.

Gruppe 21: FC Gleichen, TSV Groß Schneen, SG Werratal.

Gruppe 22: VfR Dostluk Osterode, TuSpo Petershütte, SV Rotenberg, SG Denkershausen.

Gruppe I: FC Eintracht Northeim II, MTV Wolfenbüttel II, Eintracht Braunschweig II.

Gruppe II: FT Braunschweig II, BSC Acosta II, Lupo Martini Wolfsburg II.

Von Matthias Press und Lukas Everling