10. Januar 2020 / 21:51 Uhr

Grusel-Grizzlys: Wolfsburg verliert daheim 1:7 gegen Ingolstadt

Grusel-Grizzlys: Wolfsburg verliert daheim 1:7 gegen Ingolstadt

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gleich rappelt's! Ingolstadts Matthew Bailey (r.) konnte Grizzlys-Goalie Felix Brückmann aus nächster Nähe überwinden.
Gleich rappelt's! Ingolstadts Matthew Bailey (r.) konnte Grizzlys-Goalie Felix Brückmann aus nächster Nähe überwinden. © City-Press / Grizzlys Wolfsburg
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Halloween 2020 ist noch lange hin. Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg verlegte es aber schon mal weit vor in den Januar. Im zweiten Heimspiel des neuen Jahres gab es eine Grusel-Vorstellung und eine 1:7-Klatsche gegen den ERC Ingolstadt.

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Nach gut 30 Minuten war beim 1:7 (0:2, 1:4, 0:1) schon alles gelaufen vor 2750 Fans. Marius Möchel schoss das Ehrentor.Am Ende war es die höchste DEL-Heimklatsche neben einem 0:6 gegen München.

Könne man noch einmal so eine Leistung wie in München beim 5:4 nach Penaltys bringen? "Sind wir so weit?", hatte Grizzlys-Coach Pat Cortina unter der Woche als Frage in den Raum gestellt. Die Frage, ob sein Team nun Konstanz beweisen könne. Zwar hatte Wolfsburg seit Anfang Dezember schon konstant und gut gepunktet. Aber es war zuletzt auch immer wieder stetig auf und ab gegangen. Zwei starke Leistungen oder zwei Siege in Folge waren die Ausnahme. Und: In eigener Halle sind nur zwei Mannschaften schlechter. Die Grizzlys beantworteten Cortinas Frage klar und deutlich NEGATIV.

Das war ein Debakel, eine der schlimmsten Heimvorstellungen aller Zeiten. Den Gegner hätte man auf Augenhöhe sehen können, stattdessen stand es nach indiskutablen 33 Minuten 0:6! Wolfsburg könnte den Einzug in die erste Play-Off-Runde schaffen, wie ein Team für die Top Sechs (direkte Qualifikation fürs Viertelfinale) sehen die Grizzlys nicht aus. Der Sechste, den man hätte unter Druck setzen können, zeigte noch deutlicher als vor einer Woche Augsburg, als es noch zu schmeichelhaften zwei Punkten gereicht hatte, die Grenzen auf. Und am Sonntag (19 Uhr) ist Meister Mannheim Gastgeber für Wolfsburg.

Grizzlys Wolfsburg - ERC Ingolstadt

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Grizzlys Wolfsburg - ERC Ingolstadt © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH

Mathis Olimb war nach einem Spiel Verletzungspause bei Wolfsburg wieder an Bord, Jan Nijenhuis war von der U20-WM zurück und durfte auch gleich wieder spielen. Maximilian Adam, zuletzt Not-Stürmer, war wieder in der Abwehr aufgeboten, Eric Valentin, der vierte U23-Akteur verstärkte Kooperationspartner und Spitzenreiter Kassel im Zweitligaspiel gegen Bayreuth. Mit Lucas Lessio, Sebastian Furchner und Alexander Johansson fehlten drei Leistungsträger für die Offensive weiterhin. Vielleicht zollen die Wolfsburger dem wochenlangen Fehlen solcher Spieler langsam Tribut. Als Erklärung allein reicht das aber nicht.

Grizzlys ähnlich mau wie gegen Augsburg

Die Partie gestaltete sich erst einmal wie eine Kopie des vorangegangenen Heimspiels: Die Gastgeber spielten schwach, konnten sich gegen Ingolstadts Forecheck nur schwer behaupten, hinzu kamen Lässigkeiten. Etwa bei Toto Rech, der blind nach dem Puck schlug, den Gegenspieler traf und eine Strafe kassierte. Ex-Grizzly Kris Foucault nutzte das. Beim 0:2 waren Olimb, Spencer Machacek und Chris Casto bei der Arbeit am und hinter dem eigenen Tor nicht auf der Höhe, Matt Bailey kurvte vor Brückmann und vollstreckte.

Immerhin: Die Grizzlys kamen dann langsam in die Gänge, überbrückten ab der zehnten Minute die neutrale Zone öfter schneller, spielten mit, blieben aber harmlos. Coach Pat Cortina hatte zu dem Zeitpunkt schon ein wenig umgebaut, Machacek war zu Olimb und Valentin Busch gerückt, Nijenhuis dafür zu Garrett Festerling und Brent Aubin.

Eishockey: Grizzlys Wolfsburg - ERC Ingolstadt

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Eishockey: Grizzlys Wolfsburg - ERC Ingolstadt © Boris Baschin

Die Niedersachsen wirkten im zweiten Drittel kurz ein wenig erholt, dann gönnten sich Festerling, Casto und Bergman vor dem eigenen Tor ein Schläfchen. Matt Bailey hatte bei Brett Olsons cleverem Zuspiel keine Mühe, Elsner traf dann noch haargenau ins Eck, nach unnötigen Strafen fiel das 0:5. Dann das 0:6. Zu den vielen enttäuschenden Heimergebnissen in dieser Saison gesellte sich auch noch eine furchtbare Vorstellung. Ingolstadt ließ dann ein wenig locker, die Gastgeber suchten und fanden noch das Ehrentor.

Fauser: "Wir haben zu wenig getan!"

Im Schlussdrittel ging Chet Pickard für Brückmann in Wolfsburgs Kasten, und das Spiel tröpfelte dem Ende entgegen. Das 1:7 fiel auch noch. Dann war Schluss und es gab laute Buh-Rufe und Pfiffe. Grizzlys-Kapitän Gerrit Fauser: "Ingolstadt war von der ersten Sekunde an besser. Wenn man gefühlt jeden Zweikampf verliert, kann man nicht gewinnen. Wir haben zu wenig getan."

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Grizzlys: Brückmann (ab 41. Pickard) - Casto, Bittner; Jones, Button; Likens, Bergman; Adam - Aubin, Festerling, Machacek; Busch, Olimb, Nijenhuis; Rech, Pfohl, Fauser; Latta, Möchel, Höhenleitner.

Ingolstadt: Reimer - Jobke, Edwards; Koistinen, Wagner; Sullivan, Friesen - Wohlgemuth, Höfflin, Elsner; Foucault, Findlay, Simpson; Bailey, Olson, D’Amigo; Mashinter, Olver, Detsch.

Zuschauer: 2750. - Schiedsrichter: Aleksi Rantala / Stephan Bauer. - Strafminuten: Grizzlys 10 / Ingolstadt 12.

Tore: 0:1 (2:32) Foucault (Edwards – 5:4), 0:2 (5:00) Bailey (D’Amigo), 0:3 (23:58) Bailey (Olson/D'Amigo), 0:4 (27:23) Elsner (Höfflin/Wohlgemuth), 0:5 (32:38) Edwards (Foucault - 5:4), 0:6 (34:44) Findlay, 1:6 (35:49) Möchel (Button), 1:7 (59:51) Elsner (Höfflin/Bailey).