13. Oktober 2021 / 20:38 Uhr

Gruß an Wolter, Waßmuth-Doppelpack: VfL-Frauen schlagen Genf in CL-Gruppenphase mit 5:0

Gruß an Wolter, Waßmuth-Doppelpack: VfL-Frauen schlagen Genf in CL-Gruppenphase mit 5:0

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Besondere Geste: Felicitas Rauch (2. v. r.) und die Kickerinnen des VfL Wolfsburg grüßten beim Jubel über das 1:0 ihre Team-Kollegin Pia-Sophie Wolter, die kürzlich einen Kreuzbandriss erlitten hatte.
Besondere Geste: Felicitas Rauch (2. v. r.) und die Kickerinnen des VfL Wolfsburg grüßten beim Jubel über das 1:0 ihre Team-Kollegin Pia-Sophie Wolter, die kürzlich einen Kreuzbandriss erlitten hatte. © Roland Hermstein
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Nach dem bitteren Last-Minute-Remis beim FC Chelsea haben es die VfL-Frauen am zweiten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase nicht so spannend gemacht: Gegen Servette Genf gab's einen nie gefährdeten 5:0-Sieg. Die Wolfsburgerinnen haben sich dabei auch etwas Besonderes für die verletzte Pia-Sophie Wolter einfallen lassen.

Um 18.42 Uhr ertönte die neue Hymne der Frauenfußball-Champions-League im Wolfsburger AOK-Stadion. Es war der Anfang eines gelungenen Gruppenphasen-Heimauftakts. Am zweiten Spieltag setzte sich die Mannschaft von VfL-Trainer Tommy Stroot unter Flutlicht am Mittwochabend mit 5:0 (3:0) gegen Servette Genf durch. Die Tore vor rund 900 Zuschauern erzielten Svenja Huth, Dominique Janssen, Joelle Smits und Tabea Waßmuth, die erneut als Doppelpackerin glänzte und wie schon beim 3:3 in London als Spielerin des Spiels ausgezeichnet wurde.

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Es war von Anfang an ein Spiel auf ein Tor. Die Wolfsburgerinnen setzten die Gäste aus der Schweiz sofort unter Druck und erarbeiteten sich in der ersten Viertelstunde bereits ein Eckenverhältnis von 5:0. Und auch die Tore ließen nicht lange auf sich warten. Nach rund 18 Minuten zahlte sich das hohe Pressing des VfL erstmals aus: Waßmuth eroberte den Ball im gegnerischen Strafraum, scheiterte aber zunächst an Ines Pereira. Die Torfrau der Genferinnen ließ die Kugel abprallen, Turid Knaak setzte entscheidend nach und legte auf Huth ab - 1:0!

Frauenfußball Champions League: VfL Wolfsburg - Servette Genf.

Frauenfußball Champions League: VfL Wolfsburg - Servette Genf. Zur Galerie
Frauenfußball Champions League: VfL Wolfsburg - Servette Genf. © Roland Hermstein

Nach dem Führungstreffer versammelte sich die Mannschaft zum Feiern und rückte Verteidigerin Feliticas Rauch in den Fokus, die auf einem Shirt unter ihrem Trikot einen Gruß an Mannschafts-Kollegin Pia-Sophie Wolter versteckt hatte und diesen nun den TV-Kameras und Fans im Stadion präsentierte. Wolter hatte sich am vergangenen Wochenende einen Kreuzbandriss zugezogen. Im Liga-Spiel gegen Köln hatte das Team das Gleiche für Ewa Pajor gemacht, die sich einer Knie-OP unterziehen musste.

Waßmuth erneut mit Doppelpack

Die Spielfreude war den Gastgeberinnen anzusehen, die Schweizerinnen hingegen kamen kaum zum Zug und näherten sich nur durch einen Freistoß dem Wolfsburger Gehäuse. In der 28. Minute knallte die überragende Waßmuth nach einer Ecke den Ball zur 2:0-Führung ins Netz, kurz vor der Halbzeit erhöhte die Nationalspielerin nach Zuspiel von Jill Roord sehenswert auf 3:0. Bereits beim Auswärtsspiel gegen Chelsea brillierte die Offensivspielerin mit zwei Treffern.

Im zweiten Durchgang machte die Stroot-Elf genau da weiter, wo sie aufgehört hatte. Nach einer Ecke von der eingewechselten Sofie Svava legte Lena Oberdorf auf Janssen ab, die nur noch den Fuß hinhalten musste - 4:0! Servette gab sich zwar nicht auf, die Wolfsburgerinnen machten es am Ende aber dennoch deutlich. Smits schraubte das Ergebnis mit ihrem ersten Champions-League-Tor noch auf 5:0 und sorgte für den Endstand.

Chancenverwertung als einziger Kritikpunkt

Mit dem nie gefährdeten Sieg gegen Genf stehen nun vier Punkte aus zwei Spielen für den VfL in der CL-Gruppenphase zu Buche. Torfrau Almuth Schult jedenfalls kann damit gut leben. „Bis jetzt bin ich sehr zufrieden. Der Sieg gegen Genf war zu erwarten und auch unser Anspruch. Und wenn einer vor dem Spiel in London gesagt hätte, dass wir einen Punkt holen, hätten wir das angenommen“, so die Keeperin.


Auch Coach Tommy Stroot freut sich über den klaren Sieg gegen Genf. „Ergebnistechnisch bin ich sehr zufrieden, wir waren klar spielbestimmend.“ Doch der Trainer will sich nicht auf Erfolgen ausruhen, nennt auch trotz des Kantersieges Verbesserungspotenzial: „Wir hätten das Spiel auch ohne Probleme 8:0, 9:0 gewinnen können. Aber beim Stand von 5:0 ist das auch menschlich, dass wir Möglichkeiten liegen lassen.“ Allerdings sei die Chancenverwertung „ein Faktor bei der Entwicklung des Teams. Eine Halbchance gegen Chelsea oder gegen Turin kann den Unterschied ausmachen, ob man gewinnt oder verliert.“

Auch Schult sah die Chancenverwertung als einzigen Kritikpunkt. Sie selbst hatte keinen stressigen Abend im Wolfsburger Kasten. „Gegen Chelsea oder Turin hätte ich wahrscheinlich mehr zu tun gehabt. Aber das ist völlig in Ordnung.“ Sie legt lieber den Fokus auf das Positive: „Wenn wenig aufs Tor kommt, heißt das ja auch, dass meine Mannschaft gut gearbeitet hat.“

Statistik

  • VfL: Schult - Hendrich (62. Doorsoun), Wedemeyer, Janssen (62. Cordes), Rauch (46. Svava) - Knaak (76. Blomqvist), Oberdorf, Lattwein, Waßmuth - Huth (46. Smits), Roord.
  • FCCF: Pereira - Soulard (90.+1 Grivaz), Mendes, Spälti, Fleury - Tamplin (72. Sebayang), Hurni, Nakkach, Bourma (72. Gimenez) - Padilla-Bidas, Boho (56. Redondo).
  • Tore: 1:0 (18.) Huth, 2:0 (26.) Waßmuth, 3:0 (43.) Waßmuth, 4:0 (51.) Janssen, 5:0 (68.) Smits.
  • Schiedsrichterin: Nielsen (Dänemark).
  • Zuschauer: 900.