16. März 2019 / 08:37 Uhr

GSVE Delitzsch gegen die L.E. Volleys: Im Derby ruht die Freundschaft

GSVE Delitzsch gegen die L.E. Volleys: Im Derby ruht die Freundschaft

Christian Dittmar
Die Freunde Julius Karoos und Julius Fritsche treffen am Samstag im Derby zwischen dem GSVE Delitzsch und den L.E. Volleys aufeinander. 
Die Freunde Julius Karoos und Julius Fritsche treffen am Samstag im Derby zwischen dem GSVE Delitzsch und den L.E. Volleys aufeinander.  © Alexander Prautzsch/Alexander Bley
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Der Delitzscher Julius Karoos trifft im Heimspiel gegen Leipzig auf seinen Kumpel Julius Fritsche und weiß: „Da muss die Freundschaft kurz ruhen“

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Leipzig. „Wir kennen uns schon seit dem Babyschwimmen“, erzählt Julius Karoos über Julius Fritsche. Die beiden Namensvetter als alte Freunde zu bezeichnen ist fast noch untertrieben, denn über ihre befreundeten Mütter hatten sie quasi schon vor der Geburt Kontakt zueinander. Und so war es auch Fritsche, der Karoos zum Volleyball brachte, indem er ihn im Kindesalter mal zum Training beim damaligen VC Leipzig mitnahm. „Dann ist er leider in der Jugend nach Delitzsch gewechselt“, sagt Karoos mit nicht ganz ernst gemeinter Empörung in der Stimme. „Für mich war das keine Option!“

Beide Juliusse sind auf Erfolgskurs, Karoos auf der Libero-Position, Fritsche eher als Außenangreifer – und treffen am Samstag im Derby aufeinander. Ab 20 Uhr kracht es in der Delitzscher Artur-Becker-Schachtel, wenn der heimische GSVE gegen die Volleys von der Pleiße antritt. Und mittendrin die zwei guten Freunde, beide 22 Jahre alt. „Da muss die Freundschaft kurz ruhen“, sagt Karoos. „Aber ich werde Julius wahrscheinlich eh nicht viel sehen.“ Zum Glück trennt beide ein Netz und die unterschiedliche Position voneinander.

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Zur normalen Rivalität zwischen den beiden Vereinen, die im vergangenen Sommer aus der 2. Bundesliga abgestiegen sind, kommt hinzu, dass sie nun miteinander um die Rückkehr ins Unterhaus ringen. Vier Partien sind noch zu absolvieren in der 3. Liga, in der Tabelle hat Spitzenreiter Delitzsch sechs Punkte Vorsprung auf den Dritten aus Leipzig. Dazwischen liegt der VC Dresden, der aber bereits angekündigt hat, auf einen möglichen Aufstieg verzichten zu wollen. Um sicher zu gehen, müssten die Volleys die Gymnasialen im direkten Duell angreifen und dann auf ein, zwei Ausrutscher des GSVE hoffen. Ansonsten bestünde noch die Möglichkeit, über Platz zwei und eine folgende Relegation gegen den Zweiten aus der Südstaffel die 3. Liga zu verlassen.

„Es wäre super, wenn wir die tolle Saison mit dem Aufstieg veredeln könnten“, sagt Julius Karoos. Auch für ihn, der in der vergangenen Spielzeit zum Stammakteur wurde, läuft es aktuell blendend. „Julius hat sich zu einem absoluten Stabilitätsanker entwickelt“, sagt sein Coach Christoph Rascher. Gerade in der Annahme und im Abwehrbereich habe sich der Libero weiterentwickelt. Inzwischen hat er auch innerhalb der Mannschaft eine Führungsrolle übernommen. Karoos selbst lobt vor allem die verbesserte Stimmung im Team – und auch in die Brüderhalle kämen wieder mehr Fans, die eine tolle Atmosphäre verbreiteten.

Auch langfristig will der Physik-Student, der an seiner Bachelorarbeit über Bioreaktoren schreibt, in der Messestadt bleiben. „Leipzig ist eine super Stadt mit super Möglichkeiten“, sagt Karoos. Nur im kommenden Spieljahr wird der gebürtige Leipziger seiner großen Liebe untreu. Da ist ein Erasmus-Aufenthalt in Rom eingeplant. „Das ist schon mit dem Coach abgesprochen, der darüber natürlich nicht ganz so glücklich war.“ Doch danach will Karoos auf jeden Fall in die Messestadt und zu den Volleys zurückkehren. Neben dem sportlichen Aufstieg gibt’s nämlich noch ein weiteres großes Ziel in der Wissenschaft: die Doktorarbeit an der Uni Leipzig. Und vielleicht ruft der Hallensprecher in der Brüderstraße dann irgendwann „starke Annahme von Doktor Karoos“.

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