02. März 2022 / 19:07 Uhr

Guerino Capretti leitet erstes Training mit Dynamo Dresden

Guerino Capretti leitet erstes Training mit Dynamo Dresden

Caroline Grossmann und Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo Dresdens neuer Chefcoach Guerino Capretti (M.) muss seine beiden Assistenten erst kennenlernen. Bei seiner ersten Einheit als Verantwortlicher tauschte er sich am Mittwochnachmittag eng mit Ferydoon Zandi (l.) und Heiko Scholz aus.
Dynamo Dresdens neuer Chefcoach Guerino Capretti (M.) muss seine beiden Assistenten erst kennenlernen. Bei seiner ersten Einheit als Verantwortlicher tauschte er sich am Mittwochnachmittag eng mit Ferydoon Zandi (l.) und Heiko Scholz aus. © Olaf Rensch
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Die Schwarz-Gelben präsentieren den Nachfolger des beurlaubten Alexander Schmidt. Doch der neue Chefcoach hat noch keine Zweitliga-Erfahrung und muss sich gleich im Abstiegskampf bewähren.

Dresden. ​Er beriet sich kurz mit seinen Co-Trainern Ferydoon Zandi und Heiko Scholz. Und um Punkt 16.15 Uhr rief er seine Schützlinge auf dem Fußballplatz in der Walter-Fritzsch-Akademie zur ersten gemeinsamen Einheit zusammen. Erwartungsgemäß ist es Guerino Capretti, den Dynamo Dresden am Tag nach der Beurlaubung von Alexander Schmidt als neuen Chefcoach vorgestellt hat. Der 40-Jährige unterschrieb am Mittwoch einen Vertrag bis 30. Juni 2024, der nur für die 2. Bundesliga gilt. Neue Leute hat er nicht im Schlepptau, sondern er arbeitet mit Schmidts bisherigen Assistenztrainern weiter.

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Erfolgscoach mit Verl

„Ich war der Meinung, dass es jetzt wichtig ist, zu handeln und einen Neuanfang zu wagen“, begründete Sport-Geschäftsführer Ralf Becker, der sich im November 2021 in einer ähnlichen Situation noch hinter Schmidt gestellt hatte, seine Entscheidung, ihn freizustellen. Und er verteidigte auch den Entschluss, mit „Rino“ Capretti einen Nachfolger mit null Zweitliga-Erfahrung zu verpflichten: „Wir werden immer, solange ich die Verantwortung trage, gemäß unserem Anforderungsprofil Trainer holen, die fähig sind, Spieler weiterzuentwickeln.“ Capretti habe bewiesen, dass er das kann. Ihn zu holen, sei laut Becker eine „Top-Lösung“.

Mehr zur SGD

Capretti war bis 2017 Spielertrainer des Delbrücker SC in der Westfalenliga und anschließend Chefcoach des SC Verl, mit dem er 2020 den Aufstieg aus der Regionalliga in die 3. Liga schaffte. Nach einer starken ersten Saison musste der Kleinstadtclub aus dem Raum Bielefeld seine Leistungsträger abgeben und geriet in der aktuellen Spielzeit immer tiefer in den Abstiegskampf. Deshalb entließen die Ostwestfalen ihren Erfolgstrainer am 15. Februar.

„Ich bin ein offener, kommunikativer, aber auch fordernder Typ“

Keine zwei Wochen später war der gebürtige Italiener am vergangenen Wochenende in Dresden, also noch vor Schmidts Freistellung. Dass er hier der nächste Trainer werden könnte, sei dabei kein Thema gewesen, versicherte er. Ein seltsamer Zufall also? Dynamos 0:1-Niederlage gegen Darmstadt habe er jedenfalls im Fernsehen verfolgt und nicht im Stadion. Dabei sah er, was die wesentliche Baustelle ist: „Die Torausbeute ist entwicklungsfähig. Sehr diplomatisch, ich weiß“, kommentierte Capretti den Fakt, dass die SGD in sieben Rückrundenspielen nur einmal traf.

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Für Dynamos gute Defensivordnung zollte Capretti seinem Vorgänger Respekt. „Aber wir müssen mit dem Ball flexibler und effizienter werden. Dann werden wir mehr Torchancen generieren. Wir spielen Fußball, um Tore zu schießen und Spiele zu gewinnen. Da werde ich ansetzen“, kündigte er an. „Wir brauchen Punkte und Ergebnisse. Ich habe eine Spielanalyse gemacht, mich intensiv mit dem Kader beschäftigt. Ich sehe darin ein Riesenpotenzial!“ Das will er nun herauskitzeln, um in den übrigen zehn Spielen viele Punkte zu sammeln. Am Sonntag geht es mit dem schweren Spiel in Bremen weiter.

Capretti sagt über sich: „Ich bin ein offener, kommunikativer, aber auch fordernder Typ.“ Mit der Antwort auf die Frage, was er auf Lehramt studiert habe, hatte er bei seiner Vorstellung die Lacher auf seiner Seite: „Alles, was man für den Abstiegskampf braucht: Sport, Mathematik und Katholische Religion.“ Bleibt zu hoffen, dass die Fans nicht bis zu einem bitteren Ende für Dynamo beten müssen.

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