27. August 2020 / 18:00 Uhr

Guilavogui soll Wolfsburg-Kapitän bleiben: "Das heißt nicht, dass ich spiele"

Guilavogui soll Wolfsburg-Kapitän bleiben: "Das heißt nicht, dass ich spiele"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Soll Kapitän bleiben: VfL-Profi Josuha Guilavogui.
Soll Kapitän bleiben: VfL-Profi Josuha Guilavogui. © 2019 Getty Images
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Josuha Guilavogui soll Kapitän des VfL Wolfsburg bleiben - das freut den Franzosen. Gleichwohl weiß er, dass das nicht bedeutet, dass er beim Fußball-Bundesligisten gesetzt ist. Das musste er zum Ende der vergangenen Saison spüren, weshalb das Jahr 2020 für ihn bisher "mehr als schwer" war.

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Bisher lief das Jahr 2020 für Josuha Guilavogui alles andere als optimal. Der Kapitän des VfL Wolfsburg hatte zum Ende der abgelaufenen Saison oft auf der Bank Platz nehmen müssen. Zudem verpasste er mit dem Fußball-Bundesligisten den direkten Einzug in die Europa League. Doch nun soll es wieder bergauf gehen - in einem neuen Spielsystem und mit ihm als Mannschaftsführer. Was Letzteres bedeutet und was nicht, das weiß der Publikumsliebling ganz genau.

Im vergangenen Jahr ging es für Guilavogui bergauf - sowohl sportlich als auch privat. "2019 war für mich ein überragendes Jahr – wir haben die Europa League erreicht, ich habe meinen Vertrag verlängert, mein Sohn wurde geboren", freut sich der Mittelfeldmann. Zudem hatte er in Conakry (Guinea), der Heimat seiner Eltern, zusammen mit seiner Familie ein Waisenhaus für Kinder errichtet. Für Guilavogui - den Wolfsburger Profi mit dem großen Herzen - ging damit ein Traum in Erfüllung. Doch so erfolgreich ging es für ihn nicht weiter, "2020 war für mich mehr als schwierig".

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Ignacio Camacho (Vertrag bis 2021): Der Spanier wechselte 2019 vom FC Malaga nach Wolfsburg, bestritt seitdem aber gerade einmal 17 Bundesliga-Spiele. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück, jüngst wurde er am Sprunggelenk operiert und kämpft nun gegen das Karriere-Ende. Zur Galerie
Ignacio Camacho (Vertrag bis 2021): Der Spanier wechselte 2019 vom FC Malaga nach Wolfsburg, bestritt seitdem aber gerade einmal 17 Bundesliga-Spiele. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück, jüngst wurde er am Sprunggelenk operiert und kämpft nun gegen das Karriere-Ende. ©

Bis Ende Februar war Guilavogui im Mittelfeld gesetzt, dann warf ihn eine Knieverletzung zurück. In der langen Corona-Pause arbeitete der Abräumer an seinem Comeback, doch gesetzt war er im Saisonendspurt trotzdem nicht. In Bremen und in Mönchengladbach durfte er nur kurz ran, gegen den SC Freiburg gar nicht. Und auf Schalke saß er seine Gelbsperre ab, ehe er beim 0:4 gegen den FC Bayern zum ersten Mal wieder von Beginn an ran durfte. "Ich bin alt genug, um mein Vertrauen nicht zu verlieren, aber ich habe mich nicht wohlgefühlt", sagt Guilavogui rückblickend. "Nach einer Verletzung will man schnell zurück, das war eine schwere Zeit für mich."

Doch aufgeben gibt's für den Sympathieträger nicht. In der Vorbereitung gibt er Gas, Trainer Oliver Glasner und Wolfsburgs Nummer 23 haben ein Gespräch geführt - und künftig könnte Guilavogui auch wieder von der neuen Ausrichtung profitieren. Denn zuletzt hatte der Coach im 4-4-2 mit Raute spielen lassen, dort wäre im defensiven Mittelfeld Platz für den Franzosen. "Es ist ja noch nicht sicher, ob wir in dem System spielen, aber auf der Sechs kann ich meine Leistung am besten abrufen", betont Guilavogui, für den der Erfolg der Mannschaft aber an oberster Stelle steht. "Dann ist es mir egal, ob ich auf der Sechs, der Acht oder als Innenverteidiger spiele."

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Hauptsache spielen, das ist dem fast immer gut gelaunten Guilavogui wichtig. Seine Rolle im Team jedenfalls ist klar, er ist Führungsspieler. Und er soll weiter Kapitän bleiben, das hatte Glasner vor einer Woche gesagt. "Es ist vielleicht noch nicht fix. Aber es freut mich natürlich, wenn ich Kapitän bleibe", so Guilavogui, der aber auch weiß: "Das heißt nicht, dass ich jedes Spiel mache. Für den Trainer bin ich wie jeder andere Spieler, ich muss kämpfen." Aber wieso wollen so viele Spieler überhaupt Kapitän sein? Was macht dieses Amt so attraktiv? "Kapitän zu sein ist eine Auszeichnung. Es zeigt, dass du das, was du tust, gut machst. Aber über allem steht der Erfolg der Mannschaft", so Guilavogui. "Man muss auf und neben dem Platz da sein. Es gibt immer Spieler, die nicht zufrieden sind, und die müssen wir auch mitnehmen, um Erfolg zu haben."