30. August 2020 / 21:55 Uhr

Gunnarsdottir macht gegen ihren Ex-Klub alles klar! VfL-Frauen verlieren das CL-Finale

Gunnarsdottir macht gegen ihren Ex-Klub alles klar! VfL-Frauen verlieren das CL-Finale

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Am Ende hat es für den VfL Wolfsburg nicht gereicht: Das Team musste sich Olympique Lyon im Champions-League-Finale geschlagen geben.
Am Ende hat es für den VfL Wolfsburg nicht gereicht: Das Team musste sich Olympique Lyon im Champions-League-Finale geschlagen geben. © 2020 Pool
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Das Aufbäumen in Halbzeit zwei hat nicht gereicht: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben das Champions-League-Finale gegen Olympique Lyon mit 1:3 (0:2) verloren. Zudem musste das Team von Trainer Stephan Lerch einen verletzungsbedingten Ausfall kompensieren.

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Ist das bitter! Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind im Finale der Champions-League erneut an Olympique Lyon gescheitert. Im Estadio Anoeta in San Sebastian musste sich das Team von Trainer Stephan Lerch am Sonntagabend mit 1:3 (0:2) geschlagen geben. Der VfL war zu Beginn lange hektisch, hatte gegen eine aggressive Mannschaft von Olympique Lyon große Probleme, strahlte in der ersten Hälfte selbst kaum Gefahr aus - doch das änderte sich in den zweiten 45 Minuten und der deutsche Meister kämpfte tapfer und unermüdlich. Am Ende hat es aber nicht gereicht.

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VfL-Trainer Stephan Lerch hatte fürs Finale auf Erfahrung gesetzt - und seine Abwehr dafür umgebaut. Es war dieselbe Abwehrreihe, die bereits im DFB-Pokalendspiel Anfang Juli gegen die SGS Essen verteidigt hatte. Anna Blässe (frischgebackene Torschützin des Monats) verteidigte rechts, zentral rückte Lena Goeßling wieder ins Team, daneben Dominique Janssen und auf links Sara Doorsoun. Auf die Bank mussten dafür Kathrin Hendrich und Joelle Wedemeyer.

Neben Hendrich saßen dort auch Lena Oberdorf, Katarzyna Kiedrzynek und Pauline Bremer - damit stand kein Neuzugang in der Startelf. Auf der Gegenseite gab es wenig Überraschungen, Lyon-Trainer Jean-Luc Vasseur veränderte seine Elf im Vergleich zum 1:0 im Halbfinale gegen Paris-Saint Germain nur auf der Stürmerinnen-Position: Eugenie Le Sommer ersetzte die Gelb-Rot-gesperrte Nikita Parris, Ex-VfLerin Sara Gunnarsdottir startete auf der Sechser-Position.

Champions League Finale 2020: VfL Wolfsburg - Olympique Lyon.

Champions League Finale 2020: VfL Wolfsburg - Olympique Lyon. Zur Galerie
Champions League Finale 2020: VfL Wolfsburg - Olympique Lyon. © Getty Images

In den ersten Minuten setzte sich der Titelverteidiger in der Hälfte der Wolfsburgerinnen fest, sorgte für viel Unruhe und testete bereits nach zwei Minuten VfL-Torfrau Friederike Abt, doch der Schuss von Saki Kumagai war zu harmlos. Der VfL war gezwungen, etwas tiefer zu stehen während sich Rekord-CL-Sieger Lyon besonders giftig zeigte und den deutschen Double-Gewinner immer wieder früh anlief.

Und diese Aggressivität sollte sich auszahlen: Le Sommer kam nach rund 25 Minuten im Strafraum zum Abschluss, Abt wehrte unnötigerweise nur mit dem Fuß nach vorn ab, statt sich die Kugel zu greifen, Goeßling und Doorsoun kamen nicht schnell genug hinterher, Le Sommer setzte nach - 1:0! Nach rund 40 Minuten war auch der VfL besser im Spiel, doch die individuelle Klasse von Lyon machte den Wolfsburgerinnen in einer guten Phase einen Strich durch die Rechnung: Kumagai überlistete Abt mit einem platzierten Schuss von außerhalb des Strafraums und erhöhte auf 2:0.

Bitter: Verteidigerin Sara Doorsoun verletzte sich bei einem Abwehrversuch gegen Amel Majri am Knie und konnte nicht weitermachen. Die 28-Jährige wollte auf die Zähne beißen und kam zwischenzeitlich noch einmal ins Spiel zurück, doch die Schmerzen waren zu groß. Unter Tränen verließ sie den Platz, für sie kam in der 38. Minute Neuzugang Hendrich in die Partie.

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Es brauchte ein großes Comeback - und der VfL gab im zweiten Durchgang Vollgas. Auch die Französinnen waren in der Abwehr nicht immer sattelfest, die Rollen waren plötzlich vertauscht: Nun gaben die Wolfsburgerinnen den Ton an. Und dann brauchte es nur eine kleine Pass-Stafette zum Erfolg: Pernille Harder, die in dieser Woche zum FC Chelsea wechseln wird und in den ersten 45 Minuten nicht viel gezeigt hatte, spielte kurz vor dem Strafraum links auf Fridolina Rolfö, deren Flanke Lyon-Torfrau Sarah Bouhaddi nicht festhalten konnte. Ewa Pajor chippte den Ball anschließend direkt zu Popp, die mit ihrem ersten Tor in der laufenden CL-Saison per Kopf auf 1:2 verkürzte.

Der VfL gestaltete den weiteren Verlauf des Spiels und ging volles Risiko. Lyon verwaltete das Ergebnis, der VfL preschte immer wieder Richtung gegnerisches Tor - doch kurz vor dem Ende war es ausgerechnet die ehemalige Wölfin Gunnarsdottir, die nach einer Ecke goldrichtig stand und auf 3:1 für Lyon erhöhte. Der Jubel der Isländerin, die von 2016 bis letzten Juli in Wolfsburg gekickt hatte, war verhalten. 2018 unterlag sie mit dem VfL im Finale der Königsklasse gegen Lyon, jetzt entschied sie für ihren neuen Verein, der lange wackelte, das Spiel.

VfL: Abt - Blässe (78. Bremer), Goeßling, Janssen, Doorsoun (39. Hendrich) - Huth (61. Oberdorf), Popp, Engen, Rolfö - Pajor (61. Wolter), Harder.
OL: Bouhaddi - Bronze, Buchanan, Renard, Karchaoui - Gunnarsdottir, Kumagai - Cascarino (82. van de Sanden), Marozsan (82. Taylor), Majri (90.+4 Malard) - Le Sommer (90.+4 Greenwood).

Tore: 0:1 (25.) Le Sommer, 0:2 (44.) Kumagai, 1:2 (57.) Popp, 1:3 (87.) Gunnarsdottir.

Schiedsrichterin: Staubli (Schweiz).