19. Oktober 2020 / 16:43 Uhr

"Gut fürs Selbstbewusstsein": Wolfsburgs Wolter fiebert Nationalmannschaft entgegen

"Gut fürs Selbstbewusstsein": Wolfsburgs Wolter fiebert Nationalmannschaft entgegen

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Freut sich auf die Aufgabe bei der Nationalmannschaft: Wolfsburgs Pia-Sophie Wolter (l.).
Freut sich auf die Aufgabe bei der Nationalmannschaft: Wolfsburgs Pia-Sophie Wolter (l.). © Boris Baschin
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Kurzfristig wurde Pia-Sophie Wolter von Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg in den Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen. Die Vorfreude steigt - und das Selbstbewusstsein ist nach ihrem Tor am Sonntag noch größer geworden.

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Sie kann es kaum erwarten: Am Freitag wurde Pia-Sophie Wolter von Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg für die Partie der deutschen Nationalmannschaft gegen England am Dienstag, 27. Oktober (ab 16 Uhr, live in der ARD), in Wiesbaden nachnominiert. Damit reagierte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auf die Verletzungen von Kapitänin Alexandra Popp (Kapselriss im Fuß) und Hoffenheims Lena Lattwein (Reizung im Knie). Die Vorfreude bei Wolter steigt - und nach ihrem Tor zum 2:0 beim 5:2-Erfolg gegen den MSV Duisburg geht sie die Aufgabe mit viel Selbstvertrauen an.

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Für die Tochter des ehemaligen Werder-Profis Thomas Wolter (ein Länderspiel) ist die Berufung ein vorläufiger Karriere-Höhepunkt. "Ich wollte mich erst auf das Duisburg-Spiel konzentrieren, habe aber natürlich eine große Vorfreude auf das, was da kommt. Wenn man für die Nationalmannschaft nominiert wird, ist das gut für das Selbstbewusstsein. Und wenn man selbstbewusst ist, klappen im Spiel auch Dinge, die sonst nicht so gut laufen", so die 22-Jährige. Für die gebürtige Bremerin wirkt es aber noch unwirklich. "So richtig realisieren werde ich das Ganze wahrscheinlich erst, wenn ich am Mittwoch da bin. Das war schon immer ein großer Traum für mich. Es wird dauern, bis ich verstanden habe, was ich da eigentlich persönlich erreicht habe", verrät Wolter. Und mit einem möglichen Einsatz gegen England kann sie mit ihrem Papa gleichziehen: "Dann muss er mir auf jeden Fall einen ausgeben!"

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Zur Saison 2018/19 war die 22-Jährige als vielversprechendes Talent zum Double-Gewinner gewechselt, absolvierte seitdem wettbewerbsübergreifend 55 Spiele im VfL-Dress und erzielte 10 Tore. "Ich bin nicht umsonst nach Wolfsburg gewechselt. Ich wusste, dass wenn ich hier meine Leistung bringe, ich mich auch in den Fokus der Nationalmannschaft spielen kann", so Wolter. Neben ihr wurde auch VfL-Torfrau Friederike Abt kurzfristig in den DFB-Kader berufen.

Auch Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, meint über Wolter: "Sie hat auch die Gunst der Stunde genutzt, um sich ins Rampenlicht zu spielen. Die Nominierung ist eine Bestätigung für eine tolle sportliche Entwicklung bei uns. Eine Entwicklung, die noch nicht abgeschlossen ist, sie hat noch viel Potenzial.“ Zwar gehört Wolter nicht immer zur Stammelf, aber auf sie ist Verlass, wenn es drauf ankommt - so wie derzeit beim VfL angesichts der Verletztenmisere in der Offensive. Offen ist noch, ob Wolter gegen England zum Einsatz kommen wird. Sollte es so sein, wird sie sich genau wie im Verein reinhängen, um sich für weitere Aufgaben in der Nationalmannschaft zu empfehlen.