10. Mai 2020 / 11:12 Uhr

Gut gemeint, aber nicht realistisch: Deutscher Tischtennis-Bund will Hygienekonzept praktikabler gestalten 

Gut gemeint, aber nicht realistisch: Deutscher Tischtennis-Bund will Hygienekonzept praktikabler gestalten 

Ole Rottmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mit strengen Hygiene-Maßnahmen: Werden die Hallen bald wieder geöffnet?
Mit strengen Hygiene-Maßnahmen: Werden die Hallen bald wieder geöffnet? © Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
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An ein normales Tischtennisspiel ist aktuell kaum zu denken. Wegen der Coronavirus-Pandemie sind alle Hallen geschlossen. Nun hat sich der Deutsche Tischtennis-Bund zu Wort gemeldet und ein umfassendes Hygienekonzept vorgestellt.

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Beim Verkünden des Saisonabbruchs hatte sich der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) in seiner offiziellen Verlautbarung noch veranlasst gefühlt, eigens zu ergänzen, dass es sich dabei nicht um einen ­(April-)Scherz handele. Kürzlich hatte der Dachverband noch einmal nachgelegt und auf seiner Internetseite sogenannte „Empfehlungen zum vereinsbasierten Sporttreiben im Tischtennis“ veröffentlicht.

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Wann werden die Hallen wieder geöffnet?

Diese sollten den künftigen Trainings- und Wettkampfbetrieb an in Zeiten von Corona nötige Abstandsregeln anpassen und „politischen Entscheidungsträgern als Diskussionsgrundlage dienen können, über eine Hallenöffnung für den Tischtennissport zu befinden. Es handelt sich um Maßnahmen für die behutsame Wiederaufnahme gemeinsamer sportlicher Aktivitäten, die die jeweiligen Aktiven und Vereine strikt umsetzen müssten.“ Die Ergänzung „kein Scherz“ fehlte diesmal.

"Dann würde wohl keiner mehr zum Training gehen"

Dennoch wirkte nicht alles so, als sei es tatsächlich ernst gemeint. Etliche Aktive sparten daher auch nicht mit Kritik. In der Praxis umsetzbar seien viele der geplanten Maßnahmen nicht, war von vielen Sportlern zu hören. „Dann würde wohl keiner zum Training gehen, weil es schlicht keinen Spaß mehr macht“, sagte Michael Junker, der Teammanager des TTK Großburgwedel, beispielsweise.

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Abstände, verschiedene Bälle und Co.

Der Katalog umfasste unter anderem Abstandsregeln während des Trainings durch großzügige Tischumrandungen (in vielen Hallen räumlich nicht durchführbar), den Vorschlag, das Training – wenn möglich – nach draußen zu verlagern (mit einem windanfälligen knapp drei Gramm schweren Ball kaum praktikabel) oder das Mitbringen eigener Kugeln, die nur jeweils von einem der beiden Spielpartner mit den Händen berührt werden dürften und daher „deutlich voneinander unterscheidbar (z. B. weiß/orange)“ sein sollten, sowie den Verzicht auf Fahrgemeinschaften zu Auswärtsspielen (bei gerade in höheren Spielklassen langen Touren nicht unbedingt umweltfreundlich). „Da halte ich gemeinsames Fiebermessen schon eher für machbar“, sagte Junker lachend.

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"Leichte Modifizierungen" vom DTTB

In dieser Woche reagierte der DTTB mit einer weiteren Erklärung. „Zusammen mit den Landesverbänden nehmen wir aktuell noch einmal leichte Modifizierungen vor, um die hygienischen Maßnahmen möglichst praktikabel zu gestalten“, wird Präsident Michael Geiger darin zitiert. Die Aktualisierung soll in der nächsten Woche verabschiedet werden.