30. Oktober 2020 / 12:28 Uhr

Gut Kick? Hier wird am Wochenende noch Fußball gespielt

Gut Kick? Hier wird am Wochenende noch Fußball gespielt

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sind noch im Einsatz: Der MTV Gifhorn (r.) und Lupo/Martini Wolfsburg.
Sind noch im Einsatz: Der MTV Gifhorn (r.) und Lupo/Martini Wolfsburg. © Sebastian Preuß
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Der NFV hält sich an die Vorgaben der Regierung, die heimischen Kreise haben aber schon unter der Woche abgesagt und der Profi-Fußball bewegt sich sowieso in seiner eigenen Blase. Wo wird überhaupt noch und wie lange gespielt? Ein Überblick über das Fußball-Geschehen am Wochenende.

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So langsam ist es verwirrend. In dieser Woche hangelte es zahlreiche Spiel-Absagen in den heimischen Fußball-Kreisen - und doch wird im Amateur-Bereich noch gespielt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten haben am Mittwoch unter anderem beschlossen, dass der Amateur-Spielbetrieb aufgrund der steigenden Corona-Zahlen grundsätzlich ab Montag, 2. November, ruht; das schließt auch den Trainingsbetrieb mit ein.

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Die Maßnahmen, zu denen auch diese Regel gehört, gelten erst mal bis Ende November. In rund zwei Wochen will die Runde aber wieder zusammenkommen und die Ergebnisse der Maßnahmen bis dahin bewerten und gegebenenfalls die Regeln anpassen. Aber was bedeutet das alles jetzt erst mal für die Fußball-Ligen?

Bundesliga

Corona-Tests sind in der Bundesliga an der Tagesordnung, die Voraussetzungen sind ganz andere als im Amateur-Bereich. Die Fußball-Profis dürfen spielen und das auch den ganzen November lang und voraussichtlich darüber hinaus. Aber: In dem Maßnahmen-Paket haben sich Kanzlerin und Ministerpräsidenten darauf geeinigt, dass vorerst keine Zuschauer in die Stadien dürfen. Nachdem auch in Wolfsburg zuletzt mehrere Tausend zuschauen durften, wird das erst mal wieder der Vergangenheit angehören. Dem Spiel des VfL Wolfsburg bei Hertha BSC am Sonntag (18 Uhr) steht also nichts im Wege.

Frauen-Bundesliga

Gleiche Regelung wie bei den Männern. Auch sie dürfen spielen und das ohne Publikum. Besondere Konstellation beim VfL Wolfsburg: Am Samstag (14 Uhr) steht das DFB-Pokal-Duell beim Regionalligisten VfL Bochum an, eigentlich einem Amateur-Verein. Doch auch selbst wenn der Westdeutsche Fußball-Verband den Spielbetrieb noch am kommenden Wochenende aussetzen würde, wäre Bochum davon im DFB-Pokal nicht betroffen. In dem Wettbewerb werden im Rahmen der Corona-Verordnung auch die Amateur-Vereine wie Profis behandelt.


Nachwuchs-Bundesligen

Die A- und B-Jugenden des VfL Wolfsburg sind hingegen nicht im Einsatz. Noch am Donnerstagabend hatte der DFB den Spielbetrieb schon ab dem kommenden Wochenende für die Nachwuchs-Bundesligen ausgesetzt. Walter Fricke, DFB-Jugendausschuss-Vorsitzender: "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, uns aber aufgrund der aktuellen Verfügungslage für eine Aussetzung entschieden. Die Vereine haben wir in den Prozess per Umfrage und Videokonferenz miteinbezogen."

Regionalliga

Die Regionalliga gilt offiziell als höchste deutsche Amateur-Spielklasse - ob in der Liga auch wirklich nur Amateure spielen, ist ein anderes Thema. Die grundsätzliche Aussetzung des Spielbetriebs ab dem 2. November gilt also auch für alle Regionalligen. Der Norddeutsche Fußball-Verband hat zwar schon den kommenden Spieltag in der Frauen-Regionalliga sowie in den drei Junioren-Regionalligen abgesetzt. Die Männer spielen aber grundsätzlich noch einmal. Aber auch hier gibt es eine besondere Konstellation für den VfL Wolfsburg II: Eigentlich sollte der VfL am Samstag (14 Uhr) bei Atlas Delmenhorst antreten, dort sind die Corona-Zahlen aber so hoch, dass ein Heimrecht-Tausch angedacht war. Doch auch die Idee währte nur kurz, das Spiel wurde am Mittwoch komplett abgesagt. Kurios: Auch wenn in der Liga offiziell am Wochenende noch gespielt werden soll, findet Stand jetzt nur das Duell zwischen dem HSC Hannover und dem FC Oberneuland statt.

Oberliga

Der NFV hält sich - Stand Freitagvormittag - noch an die Vorgaben der Bund-Länder-Konferenz, der Spielbetrieb wird damit ab dem 2. November ausgesetzt - am kommenden Wochenende kann und soll noch gespielt werden. Am Sonntag sind damit auch die beiden heimischen Vertreter noch mal im Einsatz. Um jeweils 14 Uhr empfängt Lupo/Martini Wolfsburg Eintracht Northeim und der MTV Gifhorn muss bei der SVG Göttingen ran. Aber auch danach ist in der Liga erst mal Schluss.

Landesliga und Bezirksliga

Die beiden Ligen werden jeweils vom NFV-Bezirk Braunschweig organisiert und der hat am Donnerstag bereits den Spielbetrieb vom kommenden Wochenende an ausgesetzt. Damit gibt es keine Landes- oder Bezirksliga-Spiele. Und in den Ligen wird es auch - sofern das erlaubt sein sollte - vermutlich im Dezember nicht weitergehen. Bezirksspielausschuss-Mitglied Thorsten Tunkel sagte am Donnerstag: „Man kann keinem Verein zumuten, im Dezember wieder aus der kalten Hose in die Liga zu starten, das macht keinen Sinn."

Kreis Wolfsburg

Der Kreis Wolfsburg war sehr früh dran mit seiner Absage, hatte nach der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch noch direkt am Abend den Spielbetrieb auch für das anstehende Wochenende eingestellt.

Kreis Gifhorn

Nach einer Konferenz am Donnerstagmorgen haben die Verantwortlichen des Kreises Gifhorn auch schon zum kommenden Wochenende hin ihre Spieltage abgesetzt. Kreis-Sprecher Sven Bärensprung: "Es gab keine sachlichen Gründe, warum wir den Spieltag noch hätten austragen sollen, wenn ab Montag ohnehin alles abgesagt ist." Damit ist der Kreis in der vorzeitigen Winterpause, durch kleine Staffeln stand in diesem Jahr ohnehin nur noch ein Kreispokal-Spieltag an. Im Frühjahr (Rückrundenstart bei den Erwachsenen ist am 7. März) sei noch genügend Zeit für Nachholspiele.

Jugendfußball

Auch hier gilt: Der NFV lässt noch ein mal spielen, der Bezirk hingegen hat schon für das kommende Wochenende abgesagt. Nur in den Niedersachsenligen ist noch ein Spieltag angesetzt. Die A-Jugend von Lupo/Martini Wolfsburg bekommt es damit am Samstag (13 Uhr) noch mit dem VfL Bückeburg zu tun.

Wichtig: Die Corona-Situation ist eine sehr dynamische, die Informationen wurden am Freitagvormittag (30. Oktober) zusammengetragen und können sich bis zum Wochenende noch ändern.