04. Oktober 2020 / 12:26 Uhr

"Gute Erkenntnisse": Schalke-Boss Schneider verteidigt Baum-Verpflichtung - Rangnick kein Thema

"Gute Erkenntnisse": Schalke-Boss Schneider verteidigt Baum-Verpflichtung - Rangnick kein Thema

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Verteidigt die Verpflichtung von Manuel Baum - und sagt, dass Ralf Rangnick nie eine Option war: Schalke-Vorstand Jochen Schneider.
Verteidigt die Verpflichtung von Manuel Baum - und sagt, dass Ralf Rangnick nie eine Option war: Schalke-Vorstand Jochen Schneider. © imago images/Revierfoto, Reinaldo Coddou, Alexander Hassenstein/Getty Images, Montage
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Sportvorstand Jochen Schneider vom FC Schalke 04 hat die Verpflichtung des neuen Trainers Manuel Baum verteidigt. Man habe aus den wenigen Tagen unter Baum bereits "gute Erkenntnisse" ziehen können, so Schneider bei "Sky90". Auch zum vermeintlichen Interesse an Ralf Rangnick äußerte sich Schneider.

Sportvorstand Jochen Schneider hat nach der 0:4-Niederlage des FC Schalke 04 bei RB Leipzig die rasche Verpflichtung des neuen Cheftrainers Manuel Baum verteidigt. Dieser war am Mittwoch - also drei Tage vor dem Auftritt in Leipzig, auf den eine zweiwöchige Länderspielpause folgt - als neuer Coach der Königsblauen präsentiert worden. "Wenn man aus dem Rathaus heraus kommt, ist man immer schlauer. Wir konnten gute Erkenntnisse aus diesen Tagen ziehen. Der eine oder andere Nationalspieler ist jetzt weg. Deswegen ist es gut, dass Manuel die Truppe schon in ihrer Gesamtheit kennenlernen konnte", sagte Schneider am Sonntag in der Sendung "Sky 90" des TV-Senders Sky.

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Zuvor hatte Sky-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kritisiert, dass Schalke Baum schon vor der aus seiner Sicht erwartbaren Niederlage beim sächsischen Champions-League-Teilnehmer verpflichtet hatte. "Es wundert mich, dass man Manuel Baum zwei, drei Tage zu früh geholt hat", hatte Matthäus unter anderem gesagt: "Ich hätte ihm wahrscheinlich nicht dieses erste Spiel in Leipzig zugemutet." Aus seiner Sicht wäre besser gewesen, mit einem Interimstrainer in die Partie bei RB zu gehen und Baum danach einsteigen zu lassen.

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Schneider dementierte indes, dass der Klub sich nach der Trennung von Ex-Coach David Wagner, der nach dem Fehlstart mit der 0:8-Klatsche beim FC Bayern und dem 1:3 gegen Werder Bremen vor einer Woche gehen musste, auch mit einer möglichen Rückholaktion von Ralf Rangnick beschäftigt habe. Der 62-Jährige war bereits 2005/2005 und 2011 als Trainer bei S04 tätig und hatte bei "Sky 90" am vergangenen Woche ein erneutes Engagement bei den Gelsenkirchenern zumindest nicht ausgeschlossen. Dies tat er erst tags darauf gegenüber der Funke-Mediengruppe. "Ich kenne Ralf seit 25 Jahren. Ich kenne seine Ideen, deswegen war das keine Alternative", betonte Schneider.

Schneider weist Kritik an S04-Kaderplanung zurück

Kritik an der Kaderplanung wies der Sportvorstand mit Blick auf die schwierige wirtschaftliche Lage des Vereins zurück. "Die eine Frage ist, was Sie wollen, die andere, was Sie können", sagte Schneider. "Die Situation ist extrem schwierig, Corona hat das noch einmal beschleunigt. Dem müssen wir Rechnung tragen. Schalke hat sich in den vergangenen Jahren dreimal nicht für UEFA-Wettbewerbe qualifiziert. Die Einnahmen fehlen, die Ausgaben sind aber nach wie vor da", sagte Schneider wohl auch in Anspielung auf einige hochdotierte Verträge, die vor seinem Amtsantritt im Frühjahr 2019 geschlossen worden waren.

Matthäus hatte im Schalker Kader inbesondere auf der rechten Defensivseite eine Schwachstelle erkannt. S04 habe fünf Mittelstürmer im Aufgebot. "Rechtsverteidiger hat man aber keinen. Dass dann ein Sebastian Rudy hinten rechts spielen muss mit Geschwindigkeitsdefiziten, erscheint mir nicht glücklich zu sein", meinte der Weltmeister von 1990. Ob die Königsblauen bis zur Schließung des Transfers am frühen Montagabend personell noch nachlegen, ließ Schneider offen - und deutete an, dass ihm auch dabei die Hände gebunden seien. "Wir sind nicht unbedingt auf dem Fahrersitz. Am Montag um 18 Uhr wissen wir mehr", so der Funktionär, dem die Schalker Dauerkrise nach eigener Aussage "sehr nahe" geht.