10. November 2020 / 18:05 Uhr

Guter Linksfuß, große Klappe: Aber oft nur sporadisch Fußballer

Guter Linksfuß, große Klappe: Aber oft nur sporadisch Fußballer

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Mit der TB Bortfeld ist Garrit Klaproth zweimal in die Kreisliga aufgestiegen: Einmal als Spieler und einmal als Trainer.
Mit der TB Bortfeld ist Garrit Klaproth zweimal in die Kreisliga aufgestiegen: Einmal als Spieler und einmal als Trainer. © Kim Neumann
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Fußball stand für Garrit Klaproth nicht immer im Vordergrund. Zwar war der heutige Trainer des Kreisligisten TB Bortfeld kein schlechter Kicker und hat zwei Kreisliga-Aufstiege vorzuweisen, doch noch erfolgreicher war der 39-Jährige im Handball. Doch auch im Fußball hätte er es in die Oberliga schaffen können, sagt der Coach heute selbst.

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„Wenn in der 3. Kreisklasse jedes Spiel so ist, dann mache ich immer zehn Tore.“ So lautete der Satz, mit dem Bortfelds Trainer Garrit Klaproth vor knapp 20 Jahren in den Peiner Herrenfußball einstieg. Nach seinen Jugendzeiten bei Arminia Vechelde hatte er einige Jahre Pause gemacht und verfehlte sein anvisiertes Ziel beim SV Bettmar II dann doch sehr deutlich. „Vier Tore in den ersten beiden Spielen... da war die Klappe mal wieder größer als die Füße“, erinnert sich Klaproth lachend zurück.

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Die große Klappe, habe Klaproth dann auch auf dem Feld durch seine Fußballer-Laufbahn begleitet. „Ich war wahrscheinlich nicht der angenehmste Charakter. Ich war sehr ehrgeizig und musste mich häufig auch stark bremsen“, erklärt der Coach, der gerne die eine oder andere Diskussion mit dem Schiedsrichter führte. Er könne es nachvollziehen, wenn seine Spieler bei der TB Bortfeld ähnlich handeln, „ich befürworte es aber nicht.“

Diese „Fußballer-Allüren“ habe er dann auch mit zum Handball gebracht. Mit zwölf Jahren begann Garrit Klaproth bei der TB damit, hatte zwei Jahre später vor dem Eintritt in die Fußball-B-Jugend bei Arminia Vechelde mit dem Kicken aufgehört. „Handball war für mich die Nummer eins, da gab es keine Diskussionen“, erklärt Klaproth, der in der Kindheit auch Tennis und Badminton spielte. Am erfolgreichsten war er aber beim Handball, spielte drei Jahre lang mit der SG Zweidorf/Bortfeld in der Oberliga.

Seine Meckerei mit den Unparteiischen war in diesem Sport aber gar nicht gerne gesehen. „Im Fußball habe ich häufiger mal Gelbe Karten fürs Meckern erhalten und beim Handball eben Zwei-Minuten-Strafen“, erzählt Klaproth. Letzteres habe aber stets besser gewirkt. „Da kann man ganz gut abkühlen“, sagt Klaproth, der Zeitstrafen im Herrenfußball aber dennoch nicht befürworten würde. Allerdings sollte es in der Jugend dabei bleiben, „damit es die Jungs gleich lernen“.

Fußball spielte der 39-Jährige in dieser Zeit nur noch sporadisch. „Immer wenn es ging, kickte ich aber in Bettmar mit“, berichtet Klaproth. 2002 half er der ersten Mannschaft des Vereins beim Aufstieg in die Kreisliga und vollbrachte dieses Kunststück 2006 auch nochmal mit seinem heutigen Verein. Höher ging es für ihn aber nicht hinaus. „Das war eine Phase, da habe ich viele Sportarten gemacht, aber eben nichts richtig“, sagt Klaproth lachend. Andernfalls hätte er sich die Oberliga als Fußballer zugetraut.

Ein feines Füßchen habe er gehabt, vor allem einen guten Linken, erklärt Klaproth schmunzelnd: „Linksfüße sind immer die besten Fußballer. Messi, Maradona... ohne mich jetzt in dieser Auflistung sehen zu wollen.“ Vornehmlich auf der Zehner-Position kam der 39-Jährige zum Einsatz, ist vor allem auf seine Eckbälle, die Freistöße aus dem Halbfeld oder lange Diagonalbälle stolz. Aber: Das Trikot mit der 10 auf dem Rücken durfte er nicht in Bettmar, nicht in Bortfeld und auch nicht beim Lehndorfer TSV tragen, wo er derzeit in der Ü32 kickt.

Würde Garrit Klaproth sein „damaliges Ich“ heute in der Herren-Kreisliga aufstellen? „Nein, weil der Typ nicht fit war. Wegen des Handballs habe ich damals mehr gewogen, auch die Kondition ist dafür eine ganz andere“, erklärt der Coach, der aber sein „heutiges Ich“ aufstellen würde. Das müsse er aber nicht, da der Kader groß genug sei.

Die Kreisliga-Spieler bei der TB Bortfeld wissen laut Klaproth um das Können ihres Trainers, erklärt er. Ihm sei es wichtig, dass er als Trainer alle Übungen selber vormachen kann. Und trotzdem kämen von den Spielern regelmäßig doofe Sprüche. Vielleicht haben die Bortfelder die große Klappe ja von ihrem Coach. „Für die Jungs gibt es auf jeden Fall nichts Größeres, als ihren Trainer im Abschlussspiel zu tunneln.“