15. August 2021 / 18:38 Uhr

GW Siebenbäumen erhält Pokal-Lehrstunde: 0:8 gegen SC Weiche Flensburg 08

GW Siebenbäumen erhält Pokal-Lehrstunde: 0:8 gegen SC Weiche Flensburg 08

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Die Mannschaft des SV Grün-Weiß Siebenbäumen am Sonntagnachmittag kurz nach dem Ende der Partie.
Die Mannschaft des SV Grün-Weiß Siebenbäumen am Sonntagnachmittag kurz nach dem Ende der Partie. © Volker A. Giering
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Der haushohe Favorit machte schon früh alles klar und drückte dem Spiel seinen Stempel auf. Trainer Manuel Plähn moniert die fehlende Körperlichkeit seiner Jungs: „Wir hatten zu viel Respekt und haben die einfachsten Fehler gemacht. So kriegst du am Ende des Tages eine Packung.“

Grün-Weiß Siebenbäumen musste im Landespokal eine 0:8-Lehrstunde gegen den Cupverteidiger und Regionalligist SC Weiche Flensburg 08 hinnehmen.

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Favorit zeigt früh, wo der Hammer hängt

Der Lauenburger Landesligist war chancenlos und mit dem Ergebnis vor lediglich 115 zahlenden Zuschauern noch gut bedient. Der Favorit aus Flensburg präsentierte sich auch ohne einige Stammspieler wie Kapitän Torge Paetow (wurde geschont), Nico Empen und Ilido Pastor Santos (beide angeschlagen) sehr professionell und drückte sofort aufs Tempo. Mit wenigen Ballkontakten wurden die Angriffsbemühungen vorgetragen. Besonders wenn es über die Außenbahnen ging, brannte es lichterloh im Strafraum beim Gegner.

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Keeper Yilmaz Caglar verhinderte eine noch klarere Niederlage

Die erste Möglichkeit von Stürmer Christopher Kramer per Kopfball nach Flanke von Ersatzkapitän Dominic Hartmann konnte Siebenbäumens Torwart Yilmaz Caglar noch vereiteln (10.). Der neue Vize-Kapitän war bester GWS-Spieler beziehungsweise zeigte als einziger Normalform. Caglar versuchte, seine Vorderleute immer wieder lautstark anzufeuern. Ihm war es zu verdanken, dass das Ergebnis nicht zweistellig ausging. Am Ende war „Yilo“ die ärmste Sau.

Körpersprache stimmte trotz klarer Überlegenheit der Flensburger schon früh nicht mehr

Der muntere Torreigen wurde mit einem Eigentor von Jonathan Mildner eingeleitet. Der Verteidiger fälschte eine Linksflanke von Florian Meyer unglücklich ab (13.). In der Folge spielten die dominierenden Gäste Katz und Maus mit den in allen Belangen überforderten Lauenburgern. Mit dem anschließenden Doppelpack von Kramer (17., 18.) war die Partie schon gelaufen. GWS-Kapitän Christian Ruser & Co. müssen sich vorwerfen lassen, dass die Köpfe zu schnell nach unten gingen und man sich zu schnell aufgab. Zur Pause stand es schließlich 6:0 durch die weiteren Treffer von Marcel Cornils (21.), erneut Kramer (35.) und Kevin Schulz (39.).

Die manuelle Anzeigentafel von GW Siebenbäumen

"Problem ist, dass wir im ersten Durchgang völlig körperlos verteidigt haben“

„Weiche spielt einen brutal guten Fußball, da macht es schon Spaß zuzugucken. Problem ist, dass wir im ersten Durchgang völlig körperlos verteidigt haben“, grollte Trainer Manuel Plähn, „wir hatten zu viel Respekt und haben die einfachsten Fehler gemacht. So kriegst du am Ende des Tages eine Packung.“ Unter den Zuschauern weilte auch Rocco Leeser, der Sportdirektor des VfB Lübeck, der am vierten Regionalliga-Spieltag nach Flensburg (28. August) muss. „Nach dem 3:0 war es ein Trainingsspiel für physisch starke Flensburger, die nicht locker gelassen haben“, zeigte sich Leeser in der Halbzeitpause von dem Auftritt der Elf von Weiche-Trainer und Ex-Profi Thomas Seeliger beeindruckt.

Weiche Flensburg am Mittwoch mit Regionalliga-Auftakt bei Kult-Klub Altona 93

Diese ließ es nach dem Seitenwechsel zwar lockerer angehen, was aber auch an den vielen Auswechselungen lag. Dennoch bauten Cornils (61.) und Hartmann (87.) das Ergebnis aus. Schulz traf zudem den Pfosten (62.). Dass es nicht noch schlimmer kam, war wie gesagt Caglar zu verdanken, der insgesamt vier Hochkaräter (14., 23., 44., 87.) vereitelte. Die mitgereisten Gästefans waren längst in Partylaune und sagen „Karneval in Siebenbäumen.“ Seeliger zeigte sich zufrieden mit der konzentrierten Auftritt seiner Mannschaft. „Wir wollten schnell für klare Verhältnisse sorgen. Normal müssen wir viel mehr Tore machen“, resümierte er. Hartmann meinte: „Wir wollten gleich die ersten Chancen reinmachen, um Druck herauszunehmen – im Hinblick auf das Punktspiel am kommenden Mittwoch bei Altona 93“, befand er. „Klar, kann man sagen, wir haben zu wenig Tore geschossen. Am Ende sind wir eine Runde weiter.“ Im Viertelfinale muss der Cupverteidiger nun bei Oberligist Oldenburger SV antreten.


Die Teams von GW Siebenbäumen und Weiche Flensburg nach dem Abpfiff.

Die Aufstellungen:

GW Siebenbäumen: Caglar – Paulsen (46. Dagli), Mildner (46. Musbau), Schönwald, Ruser (67. Brückner) – Meydaner, Dankert, Vogt, Todt – Fiedler (67. Schroeder), Kurt (67. Creppy).

SC Weiche Flensburg 08: Kirschke – Herrmann (60. Rehfeldt), Petersen, Thomsen, Meyer (46. Njie) – Walter (46. Jungjohann) – Gieseler, Schulz, Hartmann, Cornils – Kramer (46. Kurzbach).