15. Dezember 2021 / 23:21 Uhr

GWD Minden schielt nach Coup gegen FA Göppingen auf das Final Four

GWD Minden schielt nach Coup gegen FA Göppingen auf das Final Four

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Das GWD-Team rückt nach dem Sieg gegen FA Göppingen noch weiter zusammen. © Uwe Kläfker
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Mindener Handballer weiter im Aufwind: Nach dem 31:28-Erfolg gegen FA Göppingen feht nur noch ein Sieg zum Final Four in Hamburg. Es warten allerdings schwere Brocken.

Stehende Ovationen in der Pause, frenetischer Jubel nach sechzig mitreißenden Minuten eines irren Handballspiels: GWD Minden kämpft sich zurück in die Herzen der Fans, zumindest bei den 365, die das Team beim 31:28 (20:13) gegen FA Göppingen vorbildlich unterstützt haben und den Dank dafür durchaus per Handschlag hätten entgegennehmen können.

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Der Sprung ins Viertelfinale des DHB-Pokals mutet angesichts der Situation in der Bundesliga-Tabelle fast irreal an. Noch ein Sieg und die Ostwestfalen stünden im Final Four in Hamburg. Aber der Sieg gegen den Bundesliga-Sechsten war kein Zufall, sondern ist Teil der Leistungsstabilisierung der vergangenen Wochen.

GWD begann die Partie beeindruckend, spielte vor allem im Angriff wie aus einem Guss, leistete sich zunächst kaum Fehler und führte schnell 3:1. Der überragende Torjäger Tomas Urban war an fast allen guten Aktionen beteiligt, Kapitän Niclas Pieczkowski zog auf der Mitte die Fäden und auch Amine Darmoul fand immer besser ins Spiel. Anders als noch im Punktspiel vor einem Monat verschliefen die Hausherren diesmal nicht den Start, knüpften eindrucksvoll an die starke Leistung aus dem Spiel gegen den BHC an. Urban sorgte für das 6:4 (7.), Pieczkowski erhöhte sogar auf 10:5 (14.).

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Aber die Hausherren sind noch nicht gänzlich über den Berg, haarsträubende Fehler erlaubten den Süddeutschen einen 3:0-Lauf und nur eine Minute später den 8:10-Anschlusstreffer. Mindens Coach Frank Carstens steuerte mit einer Auszeit umgehend dagegen. Sein Team folgte, spielte wieder selbstsicher, fand die Lücken in der Göppinger Abwehr, zog mit einem erneut bärenstarken Keeper Malte Semisch im Rücken zur Pause auf 20:13 davon und durfte die Standing Ovations der Fans genießen. „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen und einfach zu viele Gegentore bekommen", sagte Göppingens Coach Helmut Mayerhofer.

In Durchgang zwei erhöhte Pieczkowski zunächst auf 21:13, aber im Gegenzug traf Marcel Schillers Versuch Semisch aus kurzer Distanz ins Gesicht, der GWD-Keeper musste behandelt werden. Der Kopftreffer brachte alles durcheinander, bei GWD summierten sich erneut die Fehler, die Nerven lagen blank. Innerhalb weniger Minuten verkürzten die Gäste auf 17:21 und 18:22 (35.). Semisch kam zurück, Max Staar erhöhte auf 26:22 (42.), aber die Mindener Souveränität war dahin. Die Gäste witterten ihre Chance, verkürzten auf 24:26 (43.).

Die Phase zeigt, wie sehr eine starke Abwehr so ein Spiel stabilisieren kann

Die Entscheidung vertagte sich weit in die Schlussphase, auf beiden Seiten häuften sich die Fehler, beste freie Chancen, darunter je ein Siebenmeter, wurden nicht genutzt. "Die Phase zeigt, wie sehr eine starke Abwehr so ein Spiel stabilisieren und zum Erfolg führen kann", sagte Carstens. Die zehn Minuten ohne jeglichen Treffer beendete Pieczkowski mit einem „Strahl“ zum 27:24. Vor noch nicht allzu langer Zeit wäre den Mindenern das Spiel entglitten, gestern kämpften sie wie die Löwen. Mats Korte erzielte mit einer Energieleistung das 28:24 (54.) und die Sicherheit kam, auch dank Semischs Paraden, zurück.


„Die Freude auf unserer Seite ist groß. Es war ein verdienter Sieg und den Grundstein dafür haben wir in der ersten Halbzeit durch eine sehr gute Abwehr gelegt", sagte GWD-Coach Frank Carstens. Zurücklehnen und genießen, aber bereits am Sonntag geht es beim SC DHfK Leipzig wieder um wichtige Punkte gegen den Abstieg.

Das Viertelfinale haben erreicht: TBV Lemgo Lippe (TV), VfL Gummersbach, HC Erlangen, Rhein-Neckar Löwen, THW Kiel, MT Melsungen, Sieger ASV Hamm/SC Magdeburg und GWD Minden.

Statistik:

Tore GWD: Urban 11/5 Siebenmeter, Darmoul 5, Pieczkowski 5, Staar 3, Janke 3, Korte 2, Grebenc 1, Jukic 1. Im Tor: Semisch 13 Parade/1 Siebenmeter, Lichtlein 1 Parade.
Tore FAG: Schiller 7, Heymann 6, Lindenchrone 5, Gulliksen 5/1, Kneule 2, Bagersted 1, Hermann 1, Smarason 1. Im Tor: Rebmann 5/1, Kastelic 3.*
Zeitstrafen: Janke (12.), Urban (27.), Grebenc (45.), – Schiller (7.), Kneule (12.), Heymann (21.), Gulliksen (46.).
Spielfilm:
* 0:1, 3:1, 7:4 (9.), 10:5 (13.), 10:8 (15.), 12:8, 14:11, 17:12, 20:13 (30.) – 21:13, 21:17 (34.), 24:20, 26:24 (43.), 27:24 (53.), 28:26, 31:26 (57.), 31:28 (60.).
Schiedsrichter: Fedtke/Wienrich.