07. Februar 2021 / 17:27 Uhr

GWD Minden wird kalt erwischt

GWD Minden wird kalt erwischt

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
x-GWD-Balingen
Viele Chancen, wenig Ertrag: GWD Mindens Joshua Thiele scheitert am starken Balinger Keeper Mike Jensen. © Angela Metge/GWD Minden
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Bundesliga-Handballer zeigen beim 20:27 gegen HBW Balingen-Weilstetten eine schwache Leistung. Die Neuzugänge kommen erst spät.

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Durch eine indiskutable Leistung hat sich der Handball-Bundesligist GWD Minden dem winterlichen Wetter angepasst und wurde beim 20:27 (10:15) gegen HBW Balingen-Weilstetten kalt erwischt. Für die Grün-Weißen ist es der dritte Fehlstart innerhalb einer Saison.

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Beim Saisonstart im Oktober bei der TSV Hannover-Burgdorf (25:26) war die Leistung über weite Strecken ordentlich und die 24:30-Niederlage in Ludwigshafen durch das Corona-Break durchaus erklärbar. Aber zum Re-Start nach der WM-Pause am Samstagabend in der Lübecker Kreissporthalle passte nichts zusammen, weder Abwehr noch Angriff fanden zu normaler Form.

„So kann man so ein Duell nicht angehen. Ich bin sehr enttäuscht von unserem Auftritt“, sagte GWD-Coach Frank Carstens, der aber auch die starke Leistung der Gäste nicht schmälern wollte. „Sie waren hervorragend auf unsere Angriffe eingestellt und hatten im Angriff eine enorme Durchschlagskraft.“ Die Mindener Neuzugänge Maximilian Janke und Miro Schluroff hatten sich ihren Einstand sicher anders vorgestellt, waren aber an der Pleite schuldlos und kamen erst zum Debüt, als der Drops in der zweiten Halbzeit bereits gelutscht war.



Als hätten wir im Training nur Basketball gespielt

Die Ostwestfalen waren gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg allenfalls in der Anfangsphase auf Augenhöhe, als Christoffer Rambo beim 4:3 die letzte Führung im Spiel erzielte (7.). Mats Kortes vergebener Siebenmeter war dann der Anfang einer langen Fehlerkette. Dass GWD in diesem Spiel gegen den Tabellenviertletzten drei weitere Male vom Punkt vom Punkt scheiterte (Juri Knorr (2), Rambo), war letztlich nur eine Randnotiz, denn in der vor der WM-Pause so starken Abwehr klappte, bis auf die Ordnung, nicht viel. „Wir haben verteidigt, als hätten wir im Training nur Basketball gespielt“, ärgerte sich Carstens über schwache Zweikampfführung. „Zeitstrafen bekommen wir nur für dumme Aktionen.“ Auch Balleroberungen gab es erst nach dem Seitenwechsel.

Über 8:6 setzten sich die Gäste auf 13:9 ab. Carstens nahm seine zweite Auszeit (22.), es änderte sich wenig. Der für Malte Semisch gekommene Carsten Lichtlein hielt ein paar Bälle, darunter einen Siebenmeter, eine Initialzündung gab es aber nicht. Vor allem bei Routinier Christian Zeitz wurde deutlich, dass er Rambo im Angriff nicht ersetzen kann. Aber auch der sonst so starke Doruk Pehlivan blieb vor der Pause ohne Treffer.

„Im zweiten Durchgang haben wir es dann etwas besser gemacht“, sagte Carstens. Es gab tatsächlich ein kleines Strohfeuer, Pehlivan, Kevin Gulliksen und auch Zeitz verkürzten mit ihren ersten Treffern auf 13:16 (36.) und 15:18 (41.). Aber die Gäste waren zu souverän, ließen sich auch durch eine umstrittene Rote Karte gegen ihren Neuzugang Kristian Beciri (33.) nicht aus der Ruhe bringen. „Da haben wir ein bisschen gewackelt. Aber wir sind cool geblieben und die Mannschaft hat es überragend gemacht“, sagte HBW-Trainer Jens Bürkle, der keinen seiner Spieler beonders hervorheben wollte.

Dass er auch den nach der Serie zum SC Magdeburg wechselnden Keeper Mike Jensen bei 15 Paraden (45 Prozent gehaltene Bälle) nicht explizit erwähnte, mag dran gelegen haben, dass die Grün-Weißen den Dänen wie beim Brennball oft nur anwarfen.

Der Aufsteiger brachte den vierten Auswärtssieg über 22:15 (46.) und 26:18 locker nach Hause. Da dürfte die lange Heimreise durch die winterliche Nacht nicht allzu schwergefallen sein. Auch GWD muss schnell wieder auf Temperatur kommen und die Pleite abhaken. Bereits am Donnerstag geht’s mit einem Heimspiel gegen den Bergischen HC weiter.

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