03. März 2021 / 22:38 Uhr

Halbfinale! Poulsen und Hwang schießen RB Leipzig im DFB-Pokal weiter

Halbfinale! Poulsen und Hwang schießen RB Leipzig im DFB-Pokal weiter

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
 Der VfL Wolfsburg ist frustriert: RB Leipzig schlägt die Wölfe im Spitzenspiel und steht im Pokal-Halbfinale.
Der VfL Wolfsburg ist frustriert: RB Leipzig schlägt die Wölfe im Spitzenspiel und steht im Pokal-Halbfinale. © IMAGO/regios24/Eibner/Montage
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RB Leipzig ist dem Traum von einer ersten Trophäe wieder ein Stück näher gekommen. 2:0 (0:0) gewinnen die Messestädter gegen den VfL Wolfsburg, stehen im Halbfinale des DFB-Pokals. Nun droht ein weiteres Duell mit Borussia Dortmund.

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Leipzig. Es ist vollbracht, RB Leipzig steht nach großem Fight und Toren von Rekordspieler Yussuf Poulsen (63.) und Hee-Chan Hwang (88.) zum zweiten Mal in der noch kurzen Club-Historie im DFB-Pokal-Halbfinale! Und die Roten Bullen sind wild entschlossen, dem verdienten 2:0 (0:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg in der nächsten Runde einen weiteren folgen zu lassen und wie schon 2019 nach Berlin zu fahren. Am Sonntag, 18.30 Uhr, werden in der ARD-Sportschau die Halbfinal-Partien ausgelost. RB, der BVB und Holstein Kiel haben es schon in den Lostopf geschafft, die Viertelfinal-Partie Regensburg gegen Bremen wurde Corona-bedingt abgesagt. Gespielt wird das Semifinale am 1. und 2. Mai. Das große Finale findet am 30. Mai im Sehnsuchtsort Olympiastadion statt.

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Tim Thoelke ist seit dem 29. Juli 2011 RB-Stadionsprecher, seit der Pokal-Erstrunden-Partie gegen den VfL Wolfsburg. RB gewann durch drei Daniel-Frahn-Tore 3:2, 30000 Fans lagen sich in den Armen. Jetzt ist wieder Wolfsburg, wieder Pokal. Diesmal ohne Zuschauer und auf anderem Niveau. Der Bundesliga-Zweite spielt gegen den Dritten. Ja, Augenhöhe. Ja, Abnutzungskampf. RB-Coach Julian Nagelsmann muss zwei Hiobsbotschaften verpacken, auf Marcel Halstenberg (Knie) und Kapitän Marcel Sabitzer (Wade) verzichten. Dass Angelino (Oberschenkel) nicht ran kann, war vorher klar. Neu im Team gegenüber dem 3:2 gegen Gladbach: Lukas Klostermann und Kevin Kampl.

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Halbfinale!!! RB Leipzig zieht nach einem 2:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Zur Galerie
Halbfinale!!! RB Leipzig zieht nach einem 2:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. ©

Rein ins Match. Nach kurzer Abtastphase bietet sich RB die Monsterchance zur Führung. Dani Olmo flankt butterweich auf Christopher Nkunku, der den Ball aus eineinhalb Metern nur noch einnicken muss. Dann kommt Koen Casteels im Blindflug angerauscht und fingert das Ding von der Torlinie (12.). Eine Parade vom andern Stern. Sechs Minuten später die nächste Top-Möglichkeit. Nkunku-Heber auf Justin Kluivert, der ist völlig frei, kriegt aber in Ermangelung an Timing und Bogenspannung nur ein Kopfbällchen hin. Wolfsburg schüttelt sich, macht auch mit. Kevin Mbabu kommt nach einem Querschläger zum Schuss. Der Kölner Keller meldet sich, weil Nkunku Mbabu nach dessen Abschluss am Spann trifft. Elfmeter. Kann man - heutzutage - geben. Konterkariert Wout Weghorst den Spielverlauf? Nein, der Mittelstürmer rutscht beim Schuss weg, setzt das Leder über die Latte (26.).



Kurz später schießt Kluivert ein Abseitstor. Dann zieht Xaver Schlager mit links aus 20 Metern ab, Peter Gulacsi wehrt das krumme Teil mit dem Knie ab. In der 45. Minute geht Renato Steffen steil, hängt Willi Orban ab und scheitert am glänzend reagierenden Gulacsi. Halbzeit, mächtig was los in der leeren Schüssel, Groß-Chancen hier wie da. RB ist in den ersten 20 Minuten besser, dann stemmt sich Wolfsburg aus dem Sattel,

Wiederbeginn, die Pressing-Maschinen kehren zurück. Nagelsmann bringt Amadou Haidara für Orban, stellt auf Dreier-Kette um, will mehr Kompaktheit im Mittelfeld und Tiefgang. RB übernimmt das Zepter und kommt analog zur ersten Halbzeit zu zwei glänzenden Chancen. Yussuf Poulsen ist durch, zieht mit links ab, Casteels rettet. Zwei Szenen später wird Nkunkus Schuss kurz vor knapp von Mbabu geblockt. Alexander Sörloth ersetzt nach einer Stunde Kluivert. Und der Joker sticht. Sörloth reißt die linke Wolfsburger Seite auf, passt in den Lauf von Poulsen, dessen Schuss von Lacroix abgefälscht ins Tor geht. 1:0 (63.). Sörloth ist on fire, bringt Olmo in Stellung, der schließt unzulänglich ab. Der VfL muss kommen und kommt. Josip Brekalos gefährlicher Schuss wird von Nordi Mukiele zur Ecke geklärt (78.). Emil Forsberg kommt und legt Sörloth auf. Fast das 2:0. Dann schlägt der ebenfalls eingewechselte Hee-Chan Hwang zu, veredelt eine Energie-Leistung von Sörloth zum 2:0 (88.). Die Entscheidung.

Um 22.33 Uhr pfeift Schiedsrichter Marco Fritz ab. Halbfinale! Tim Thoelke, sonst HB-Männchen am Seitenrand, macht kein großes Gewese daraus, gratuliert, wünscht dem VfL eine gute Heimreise. Nächster Halt: Am Sonnabend, 15.30 Uhr, müssen die Rasenballer beim SC Freiburg ran. Ja, Angstgegner. Ja, ein nahezu quadratisches Gründ mit Gefälle. Schwierig, das.