16. Februar 2019 / 20:24 Uhr

Hallen-DM der Leichtathleten: Klosterhalfen-Rekord und starke Sachsen

Hallen-DM der Leichtathleten: Klosterhalfen-Rekord und starke Sachsen

Redaktion Sportbuzzer
Grund zum Jubeln gab es unter anderem für Konstanze Klosterhalfen, David Storl, Kristin Gierisch und Maria Purtsa.
Grund zum Jubeln gab es unter anderem für Konstanze Klosterhalfen, David Storl, Kristin Gierisch und Maria Purtsa. © Christian Modla
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3500 Zuschauer in der ausverkauften und stimmungsvollen Arena Leipzig sahen am ersten Tag der Deutschen Hallenmeisterschaften mehrere sächsische Erfolge, einen Titel für den SC DHfK Leipzig durch Kugelstoßer David Storl und einen deutschen Hallenrekord durch Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen) über 3000 Meter.

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Leipzig. Der Sieg von Storl blieb die einzige Medaille der DHfK-Asse, denn sein Trainingskollege Dennis Lewke und der leicht verletzte Hürdensprinter Martin Vogel verpassten als Vierte das Podest knapp. Storl übertraf vier Mal die 21-Meter-Marke und gewann mit 21,32 Metern und fast zwei Metern Vorsprung. Der 28-Jährige meinte: „Das hat richtig Spaß gemacht vor dem Heimpublikum – jetzt geht es mit einem guten Gefühl zur Hallen-EM-Vorbereitung nach Lanzarote.“

Gold für Gierisch und Schwanitz

Die seit Herbst in den USA lebende Konstanze Klosterhalfen zündete drei Runden vor Schluss den Turbo und wurde vom Publikum zum Rekord getragen. Danach bedankte sie sich bei der zweitplatzierten Alina Reh. „Sie hat super Tempo gemacht, ohne Alina wäre das anders ausgegangen.“ In 8:32,47 Minuten verbesserte die Siegerin die alte nationale Bestmarke um rund 3,5 Sekunden.

DURCHKLICKEN: Bilder vom ersten Tag der Titelkämpfe

Vorlauf über 800 Meter der Männer: Robert Farken (SC DHfK Leipzig, vorn). Zur Galerie
Vorlauf über 800 Meter der Männer: Robert Farken (SC DHfK Leipzig, vorn). ©
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Auf vollem Erfolgskurs befanden sich gleich zu Beginn die sächsischen Leichtathletinnen. Die ersten beiden Goldmedaillen des Sonnabends gingen in den Freistaat, genauer gesagt nach Chemnitz. Kristin Gierisch stellte mit 14,38 Metern eine neue Meisterschaftsbestleistung auf und sicherte sich damit den ersten Platz im Dreisprung. Gleichzeitig dominierte die klare Favoritin Christina Schwanitz im Kugelstoßen und erreichte mit 19,54 Metern die Weltjahresbestleistung - mit deutlichem Abstand Platz eins.

„Ich bin sehr glücklich mit dem Titel, hatte aber das Gefühl, dass heute noch mehr drin war. Im Sommer soll es Richtung 14,80 Meter gehen“, sagte Kristin Gierisch, die auch weiterhin ihre Leistung steigern möchte. „Vielleicht auch noch die 15 – schauen wir mal. Ich bin ja erst 28 Jahre“, so die deutsche Rekordhalterin lachend.

Kristin Gierisch springt DM-Meisterschaftsrekord in Leipzig

Die Deutsche Hallen-Rekordlerin Kristin Gierisch hat sich in Leipzig innerhalb weniger Tage den zweiten Rekord geholt. Ihre 14,38 Meter sind neue Meisterschaftsbestleistung bei einer Hallen-DM!!! Glückwunsch! Schöner Freudentanz :-) ______________________ Livestream & Live-Ergebnisse: https://bit.ly/2InNCtk Mehr Video-Clips: https://bit.ly/2DM7a4Y Alles rund um die Hallen-DM 2019: https://bit.ly/2Ir5hQT

Gepostet von leichtathletik.de am Samstag, 16. Februar 2019

Ministerpräsident feuert an

Christina Schwanitz, nunmehr elffache Deutsche Meisterin, will ebenso wie Kristin Gierisch in zwei Wochen bei der EM in Glasgow um den Titel kämpfen. „Es war sehr schwer heute. Ich glaube, mir die Erkältung von meinem Mann eingefangen zu haben. Der hat sich bei den Kindern angesteckt und Kinderkeime sind ja hartnäckig“, so die Ausnahmesportlerin. Noch am Morgen habe sie mit einer so guten Leistung nicht gerechnet, wäre wohl nicht angereist, wenn die Meisterschaften nicht in Leipzig gewesen wären. Dennoch glückte die Weite von 19,54 Metern: „Ich bin mega happy, zum zweiten Mal Weltjahresbestweite gestoßen zu haben. Das motiviert mich für die EM und den Wettkampf nächste Woche in Düsseldorf.“

Beide erhielten ihre Goldplaketten vom Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. „Das freut mich ganz besonders, dass ich sächsische Athletinnen ehren durfte“, sagte der Landesvater, der in der Hallen-DM „beste Werbung für Leipzig und Sachsen“ sieht. „Davon brauchen wir noch mehr“, ergänzte der CDU-Politiker.

Weltjahresbestleistung für Christina Schwanitz!

Toller Stoß von Christina Schwanitz bei der Hallen-DM in Leipzig! 19,54 Meter sind Weltjahresbestleistung! 💪💪💪💪 ______________________ Livestream & Live-Ergebnisse: https://bit.ly/2InNCtk Mehr Video-Clips: https://bit.ly/2DM7a4Y Alles rund um die Hallen-DM 2019: https://bit.ly/2Ir5hQT

Gepostet von leichtathletik.de am Samstag, 16. Februar 2019

Sächsinnen im Dreisprung unschlagbar

Aber nicht nur die goldenen Edelmetalle gingen an die sächsischen Sportlerinnen. Im Dreisprung machten die heimischen Leichtathletinnen das Triple und standen geschlossen auf dem Treppchen. Silber sicherte sich Jenny Elbe vom Dresdner SC mit 13,76 m, auf dem dritten Platz folgte Maria Purtsa auch aus Chemnitz mit einer persönlichen Bestleistung. Mit ihrem letzten Sprung erreichte sie 13,46 m. Sofort war Purtsa sich ihrer Leistung bewusst. Höhensprünge, Kusshände und ein Freudentanz für die 3500 Zuschauer inklusive.

Mehr zum ersten Wettkampftag

Zufrieden mit ihren kleinen Comeback, nach zwei Jahren Pausen vom Wettkampfgeschehen, war Jenny Elbe mit dem zweiten Platz. Ganz rund lief es für die Athletin aus Dresden allerdings nicht: Im letzten Versuch verkrampfte ihre Wade. Ein Leiden, das die mehrfache ehemalige Deutsche Meisterin schon in den vergangenen Jahren zurückhielt. „Ich bin super enttäuscht, dass es so gekommen ist. Ich war so gut drauf und wahrscheinlich wäre es sonst noch besser ausgegangen.“ Dennoch konnte Elbe die Hallenmeisterschaften gut zur Vorbereitung auf den Sommer nutzen – dann will sie wieder angreifen. Zu hohe Erwartungen macht sich die 28-Jährige für diese Saison noch nicht, aber die Mentalität ist eindeutig: „Ich war jetzt lange weg von der Wettkampfbühne. Ich hoffe man kann immer noch mit mir rechnen!“

Cindy Roleder verpasst Gold

Neben dem Dreifach-Erfolg im Dreisprung gab es auch im Kugelstoßen noch ein Edelmetall für eine Ex-Leipzigerin. Sara Gambetta vom SV Halle holte mit 17,90 Metern ihre persönliche Hallenbestleistung und den dritten Platz. Ein toller Erfolg für die 25-Jährige, aber mit dem Wettkampf ist sie dennoch nicht ganz zufrieden: „Die ersten Versuche liefen nicht gut, dann wurden wir noch mehrfach unterbrochen. Ich bin froh, dass es dennoch für den Dritten gereicht hat.“ Vor allem die Unterbrechung einer Siegerehrung und die dadurch entstandene Pause kritisiert sie. Das sollte in einer solchen Meisterschaft in der Organisation eigentlich nicht passieren, so Gambetta. „Jetzt sind es noch zwei Wochen bis Glasgow. Ich will die Zeit gut nutzen und so viele Stöße wie möglich unterbekommen. Ein klares Ziel stecke ich mir nicht, dann klappt es eh immer nicht – aber eine Finalteilnahme bei meiner ersten EM wäre schon toll.“

Es ist ein Highlight der Hallen-DM: die 60 Meter Hürden der Frauen! Jetzt: die Vorläufe. Um 17:50 Uhr: das Finale. Mehr: Livestream & Live-Ergebnisse: https://bit.ly/2InNCtk Alles rund um die Hallen-DM 2019: https://bit.ly/2Ir5hQT

Gepostet von leichtathletik.de am Samstag, 16. Februar 2019

Für die Ex-Leipzigerin Cindy Roleder vom SV Halle missglückte die Mission Titelverteidigung. Mit einer Zeit von genau 8,00 Sekunden unterlag sie Pamela Dutkiewicz (7,90) vom TV Wattenscheid und erreichte nur Silber. Wie Roleder bereits in der vergangene Woche ankündigte, stecke sie durch die schon länger erreichte EM-Norm bereits in der Vorbereitung für Glasgow. Hier peilt die Hürdenläuferin dann eine persönliche Bestleistung an – 7.89 Sekunden oder weniger sind das Ziel. Ob auch Hürden-Sieger Gregor Traber in Glasgow antritt, will der 26-Jährige wegen einer Schambein-Blessur in den nächsten Tagen entscheiden. Im Finale wurde er seiner Favoritenrolle souverän in 7,62 Sekunden gerecht, der silberne Ex-Leipziger Erik Balnuweit verpasste in Vor- und Endlauf (7,71) um je eine Hundertstel die EM-Norm.

Tilman Kortenhaus / Frank Schober

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