29. Oktober 2020 / 17:55 Uhr

Hallenmasters und Co.: Absagen sorgen für finanzielle Einbußen

Hallenmasters und Co.: Absagen sorgen für finanzielle Einbußen

Markus Weber
Kieler Nachrichten
Solch rassige Zweikämpfe um den Ball wie in dieser Szene zwischen Leezens Nicks Rohlfshagen und dem Klein Rönnauer Janik Rothbrust wird es im anstehenden Winter unter dem Hallendach wohl nicht geben. 
Solch rassige Zweikämpfe um den Ball wie in dieser Szene zwischen Leezens Nicks Rohlfshagen und dem Klein Rönnauer Janik Rothbrust wird es im anstehenden Winter unter dem Hallendach wohl nicht geben.  © Nils Göttsche
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Wegen Corona droht die Fußball-Hallensaison komplett auszufallen - Turniere in Leezen und Wahlstedt abgesagt

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Seit Dienstag Nachmittag ist klar: Der Fußballsport muss wegen der hohen Infektionszahlen in der Corona-Pandemie erneut in eine Zwangspause gehen. Dies entschied der Schleswig-Holsteinische Fußballverband. Zunächst soll diese Saisonunterbrechung bis zum 22. November andauern. Aber wie geht es dann weiter?

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Hallenmasters abgesagt

Niemand weiß es. Nicht wenig deutet darauf hin, dass das Fußballjahr 2020 beendet ist und nichts, dass 2021 so beginnen wird, wie es die Aktiven und Fans in der Vergangenheit gewohnt waren – nämlich mit zahlreichen größeren und kleineren Hallenevents für die Kicker. Das traditionelle Hallenmasters des SHFV in der Kieler Wunderino-Arena (früher Sparkassen-Arena), das im Januar 2020 vor knapp 9000 Zuschauern vom Oberligisten SV Todesfelde gewonnen wurde, ist bereits ebenso abgesagt, wie die Hallen-Landesmeisterschaften im Nachwuchsbereich.

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Auch im Kreisfußballverband Segeberg, das mit dem Segeberger Hallenmasters jedes Jahr im Dezember den Startschuss für die Indoor-Serie gibt, deutet vieles darauf hin, dass das Turnier gestrichen wird. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Schäferberghalle in Bad Bramstedt losgehen kann, ist sehr gering“, sagt Volker Suhr, Vorsitzender des Spielausschusses. „Ich gehe davon aus, dass der SHFV eine einheitliche Richtlinie herausgeben wird.“

130 Mannschaften ohne Spielzeit

Bereits heute Abend, wenn Kreis-Vorsitzender Herbert Bornhöft in einer Videokonferenz mit allen Kreischefs und dem Präsidium des Landesverbands diskutiert, soll eine einheitliche Regelung herbei geführt werden. Während bei den Erwachsenen ein klitzekleines Fünkchen Resthoffnung glimmt, steht fest, dass es im Kinder- und Jugendbereich keine Hallenmeister 2021 geben wird. „Wir können die Hygienevorschriften vor Ort nicht einhalten“, begründet Dieter Schütt aus dem Jugendausschuss die Absage der Wettbewerbe.

„Außerdem wollen wir etwaige Neuinfektionen auch nicht verantworten.“ Somit steht fest, dass sich die rund 130 Mannschaften vom F- bis zum A-Junioren- sowie aus dem Mädchenbereich auf eine längere Winterpause einstellen müssen. Doch wie sieht es bei den Vereinen im Kreis Segeberg aus, von denen einige mit ihren privaten Hallenturnieren einen Teil ihres Jahresetats generieren?

Mit dem SC Hasenmoor sagte bereits vor zwei Wochen ein kleinerer Veranstalter seinen Wettbewerb um den Raiffeisen-Cup ab. Vergangenes Wochenende folgten zunächst der TSV Bornhöved, der das 25. Turnier um den Honda-Cup strich, und die Bramstedter TS, die auf die Austragung des Herbert-Brauer-Gedächtnisturnier verzichtet. Auch beim Leezener SC, der mit seinem Dieter-Pütz-Gedächtnisturnier um den Solarstrom-Cup traditionell das neue Fußballjahr eröffnet, hat man sich dazu entschieden, nach 35 Jahren erstmals von einer Durchführung abzusehen.

Gesundheit geht vor

„Wir sehen keine Möglichkeit, ein nach außen vertretbares Hygienekonzept für unseren Wettbewerb zu erstellen“, begründet Vorstandssprecher Heino Togert und macht unmissverständlich deutlich: „Hier geht es um die Gesundheit und sogar um Menschenleben, da sind unsere Ansprüche zweitrangig.“ Dass der LSC einen großen Teil seines Jahresetats für die Fußballsparte mit dem dreitätigen Wettbewerb erwirtschaftet und im nächsten Jahr darauf verzichten muss, bezeichnet Togert als ärgerlich. „Aber auch das werden wir überstehen.“

Einen niedrigen fünfstelligen Ertrag nehmen die Verantwortlichen des SV Wahlstedt jedes Jahr mit ihrem Raiffeisen-Cup ein, der auch 2021 eine Woche nach dem Leezener Wettbewerb hätte stattfinden sollen. Doch auch die Wahlstedter entschlossen sich, ihr Turnier ausfallen zu lassen. „Die aktuelle Lage lässt uns gar keine andere Wahl“, begründete Sergio Marques, der im Förderverein für den Fußballsport in Wahlstedt als stellvertretender Vorsitzender fungiert.

"Der Winter dürfte trostlos werden"

„Wir können und wollen keine Verantwortung für die Gesundheit aller Beteiligten übernehmen.“ Diskutiert wird schon länger beim TuS Hartenholm, ob im kommenden Januar der Wettbewerb um den Blomberg-Cup ausgetragen werden kann. „Wir hatten uns vorgenommen, Ende Oktober eine Entscheidung zu fällen“, verrät Hartenholms Spartenleiter Patrick Petersen-Lund, dass das Thema bereits mehrfach auf der Tagesordnung beim TuS gestanden hatte.

„Die neuesten Entwicklungen lassen aber kaum einen anderen Entschluss zu, als das Turnier ausfallen zu lassen.“ Endgültig entschieden sei dies noch nicht. Aber wie Petersen-Lund betonte, dürfte die Absage eigentlich nur noch eine Formsache sein. So droht, wie vom Spielausschuss-Vorsitzenden Volker Suhr befürchtet, Tristesse in den ersten Monaten des Jahres: „Der Winter für uns Fußballer dürfte trostlos werden.“