01. Dezember 2021 / 15:41 Uhr

Hallensport ab sofort mit 2-G-plus-Regel: Wie geht es in Hannover weiter?

Hallensport ab sofort mit 2-G-plus-Regel: Wie geht es in Hannover weiter?

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hallensport ist in Hannover nur noch unter 2-G-plus-Bedingungen möglich.
Hallensport ist in Hannover nur noch unter 2-G-plus-Bedingungen möglich. © imago images/Eibner (Symbolbild)
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Am Mittwoch wird in Niedersachsen die nächste Warnstufe in der Corona-Pandemie erreicht. Sport in Innenräumen ist dann nur noch nach der 2-G-plus-Regelung möglich. Auch geimpfte oder genesene Sportler müssen sich nun zusätzlich noch einmal testen lassen. Wie gehen Hannovers Vereine damit um? Wir haben nachgefragt.

Was machen die Recken?

Für die Profihandballer der TSV Hannover-Burgdorf steht am Sonntag (16 Uhr) das Heimspiel gegen Nettelstedt-Lübbecke in der ZAG-Arena an. Die Bundesliga-Partie gilt offiziell nicht als Großveranstaltung. Bislang sind etwa 1900 Tickets verkauft, 4700 könnten nach aktuellen Regeln rein. Für alle Zuschauer gelten 2-G-plus und zusätzliche Maskenpflicht in der ganzen Halle, also auch am Sitzplatz. Nur zum Essen oder Trinken darf die Maske abgesetzt werden. Die Recken checken vor den Ticket-Drehkreuzen in der Halle den Impf- und Teststatus jedes Fans. Sie prüfen gerade die Option eines eigenen mobilen Testzentrums. „Aber das wäre nur eine kleine Hilfe“, sagt Geschäftsführer Eike Korsen.

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Die aktuelle Beschlussvorlage der gestrigen Ministerpräsidenten-Konferenz sieht allerdings eine Beschränkung der Kapazität auf maximal ein Drittel vor. Für die ZAG-Arena würde das für Sonntag eine Begrenzung auf rund 3000 Plätze bedeuten. Was das für die Sitzplatzordnung heißt, ist offen. „Organisatorisch ist das alles angesichts der Kurzfristigkeit fast ein Ding der Unmöglichkeit“, sagt Korsen. Das schlimmste denkbare Sezenario bei möglicherweise täglich neuen Entscheidungen der Politik und Behörden: Rückkehr zu Geisterspielen unter Ausschluss aller Fans.

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Wie läuft’s beim Hockey?

Hockey soll auch weiterhin gespielt werden. Bei Hannovers Erstligisten DHC und DTV gibt es noch keine Überlegungen, dass Spiele abgesagt werden. „Wir haben schon am vergangenen Wochenende freiwillig nach 2-G-plus-Regel gespielt. Auch andere Vereine haben das so gemacht“, sagt Sylke Stünkel vom DHC. DTV-Trainer Tobias Jordan sprach mit der Hockey-Liga, dem Verband für die Bundesligen.


„Die wollen die Saison durchziehen. Auch ich bin mir sicher, dass wir weiterspielen.“ Der Vorteil der Hockey-Teams: Fast alle haben vereinseigene Hallen und dort Hausrecht. „Wir haben schon jetzt nach 2-G-plus gespielt“, sagt Jordan. In der Regionalliga sieht es Michael Willemsen, Trainer bei Hannover 78, ebenso: „Wir spielen normal weiter – so lange, bis es offiziell verboten wird“, sagt er.

Was gilt beim Eishockey?

Oberligist Hannover Scorpions hat bereits am vergangenen Sonntag ein Heimspiel unter 2-G-plus ausgetragen. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht, sagt Niklas Bröckel aus der Scorpions-Geschäftsstelle. Von Vorteil sei auch, dass sich auf dem Gelände am Stadion ein Testzentrum befindet. Am Freitag beim Heimspiel gegen die Crocodiles Hamburg werden sich die Vorgaben logischerweise nicht verändern.

Denn laut Gesundheitsamt, sagt Bröckel, handelt es sich um eine geschlossene Halle. Die Kapazität bleibt in Mellendorf auf 1000 Personen beschränkt. Das gilt auch für das Eisstadion am Pferdeturm. Hier sind zum nächsten Heimspiel der Hannover Indians am Sonntag die Moskitos Essen zu Gast. Jan Roterberg, kaufmännischer Leiter der Indians, erklärt, dass der Pferdeturm mit drei offenen Seiten nicht als geschlossenes Stadion gelte. Also würde dort nur 2 G gelten.

Was ist mit Basketball und den TKH-Damen?

Die Bundesliga-Saison der Basketballerinnen geht weiter, allerdings unter verschärften Auflagen. Welche Corona-Regeln bei einem Spiel gelten, hängt vom Austragungsort ab. So wird es etwa beim anstehenden Spiel im bayerischen Wasserburg kein Publikum geben. Für Heimspiele planen die Luchse Managerin Doro Richter zufolge derzeit noch mit Fans. Für die gilt dann 2-G-plus – und die Maske muss durchgehend, auch am Sitzplatz, getragen werden. Für die Basketballerinnen selbst ändert sich kaum etwas.

„Für Spiele gilt 2-G- plus – das war auch am vergangenen Sonntag schon so“, erklärt Richter. Hinzu kommt nun allerdings die Testpflicht fürs Training. Die Bundesligistinnen müssen sich jeden Tag testen – so wie alle anderen erwachsenen Sportler in Vereinen auch. Der niedersächsische Basketball-Verband (NBV) hatte schon Montag entschieden, den kompletten Spielbetrieb ab der Oberliga auszusetzen.

Was ist mit den Kaderathleten?

Der Betrieb am Olympiastützpunkt läuft weiter. „Wir werden nicht schließen“, bekräftigt Stützpunktleiter Boris Ullrich. Die Regeln werden in Abstimmung mit der Stadt (sie ist der Träger des OSP) und dem Landessportbund eingehalten.

Was sagt die Basis?

An der Belastungsgrenze ist Spokusa angelangt, der Verein für Sport, Kultur und soziale Arbeit. „Es ist eine große logistische und kommunikative Aufgabe“, sagt Geschäftsführerin Bettina Harbort, „die Testpflicht umzusetzen“. Seit Pandemiebeginn ist die Mitgliederzahl von rund 900 auf 750 gesunken, bei Spokusa können aber auch Nichtmitglieder Kurse belegen – und da sind die Zahlen dramatisch.

Im vergangenen Jahr sind es etwa 3000 Teilnehmer gewesen, diesmal unter 1000, sagt Harbort: „Wir sind schon an die Rücklagen gegangen, ja, das ist existenzbedrohend.“ Sie berichtet von Unsicherheit und Unzufriedenheit bis hin zu starkem Unmut der Teilnehmer. „Wir sind hier an der Basis und fühlen uns von Politik und LSB relativ alleingelassen“, sagt Harbort.